Reiseführer Normandie
Entdecken Sie die Normandie!Eine Oase der Lebensfreude, reich an Natur- und Kulturschätzen
Kreideklippen und Kathedralen, Wind und Wasser, Wälder und Wiesen, Flüsse, Dörfer, Herrenhäuser und Schlösser: Die Normandie ist nicht nur eine der ältesten touristischen Regionen Frankreichs, sondern zugleich eine der besonders vielseitigen. Die wildromantische Halbinsel Cotentin, das immergrüne Tiefland des Bessin, die Bocage Normand mit ihren Wallhecken, die sanften Hügel des Pays d'Auge, der weite Horizont der Perche, die Idylle des Pays d'Ouche: So verschieden diese Landschaften sind, so unverkennbar typisch normannisch sind sie doch.
Vier ausgedehnte Naturparks schützen das kulturelle und ökologische Erbe der Region. Eine Region - dank des warmen Golfstroms vor der Küste - von üppiger Fruchtbarkeit, die in weiten Teilen gartenähnliche Charakterzüge trägt: mit meterhohen Hortensiensträuchern, sattgrünen Weiden, weiten Gemüsefeldern, lieblichen Flussauen oder lichtdurchfluteten Wäldern. Und zwischendrin wecken immer wieder stolze Herrenhäuser unweigerlich Träume vom »schöner Wohnen« …
Lieben Sie moderne Kunst und interessieren sich für gotische Kathedralen? Suchen Sie weite Sandstrände oder einsame Klippen für ein Tête-à-Tête? Essen Sie gern gut und kosten edle Getränke? Lieben Sie das tagelange Wandern oder Radeln durch abwechslungsreiche Landschaften? Oder wandeln Sie gern auf den Spuren europäischer Geschichte? Wenn Sie Ihren Urlaub am liebsten nach eigenem Rhythmus abseits des Massentourismus verbringen wollen, ohne dabei auf touristische Angebote verzichten zu müssen, verlieren Sie mit Sicherheit Ihr Herz an diese Region.
Der Tourismus in der Normandie begann ...
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Kreideklippen und Kathedralen, Wind und Wasser, Wälder und Wiesen, Flüsse, Dörfer, Herrenhäuser und Schlösser: Die Normandie ist nicht nur eine der ältesten touristischen Regionen Frankreichs, sondern zugleich eine der besonders vielseitigen. Die wildromantische Halbinsel Cotentin, das immergrüne Tiefland des Bessin, die Bocage Normand mit ihren Wallhecken, die sanften Hügel des Pays d'Auge, der weite Horizont der Perche, die Idylle des Pays d'Ouche: So verschieden diese Landschaften sind, so unverkennbar typisch normannisch sind sie doch.
Vier ausgedehnte Naturparks schützen das kulturelle und ökologische Erbe der Region. Eine Region - dank des warmen Golfstroms vor der Küste - von üppiger Fruchtbarkeit, die in weiten Teilen gartenähnliche Charakterzüge trägt: mit meterhohen Hortensiensträuchern, sattgrünen Weiden, weiten Gemüsefeldern, lieblichen Flussauen oder lichtdurchfluteten Wäldern. Und zwischendrin wecken immer wieder stolze Herrenhäuser unweigerlich Träume vom »schöner Wohnen« …
Lieben Sie moderne Kunst und interessieren sich für gotische Kathedralen? Suchen Sie weite Sandstrände oder einsame Klippen für ein Tête-à-Tête? Essen Sie gern gut und kosten edle Getränke? Lieben Sie das tagelange Wandern oder Radeln durch abwechslungsreiche Landschaften? Oder wandeln Sie gern auf den Spuren europäischer Geschichte? Wenn Sie Ihren Urlaub am liebsten nach eigenem Rhythmus abseits des Massentourismus verbringen wollen, ohne dabei auf touristische Angebote verzichten zu müssen, verlieren Sie mit Sicherheit Ihr Herz an diese Region.
Der Tourismus in der Normandie begann vor etwa 200 Jahren, als sich die ersten Badegäste - gut situierte Londoner und Pariser Bürger - in Dieppe, Trouville, Cabourg, Houlgate oder Granville in die Sommerfrische begaben. Man wohnte und speiste im Grand Hôtel oder im eigenen Landhaus, der maison de campagne, und kehrte im Herbst ausgeruht und angeregt in die Metropolen zurück.
Zur regelrechten Touristenregion entwickelte sich die Normandie in den vergangenen 50 Jahren. Mittlerweile hat sie sich quasi als »21. Arrondissement« von Paris den Status eines Vororts der französischen Hauptstadt erworben, der vor allem an Wochenenden und in der Hauptreisezeit von Mitte Juli bis Mitte August aufgesucht wird - nun allerdings nicht mehr nur von den oberen Zehntausend. Die Gegend zwischen Mont-Saint-Michel und der Mündung der Somme verfügt heute über fast 1000 Hotels und an die 400 Campingplätze sowie über mehr als 150 000 Zweitwohnsitze französischer Familien.
Das breite, gewundene Band der Seine verband die Ile-de-France seit jeher mit dem Ozean. Bereits zur Römerzeit diente die Normandie als Warenumschlagplatz zwischen Nord und Süd. Der Handel brachte Wohlstand und Reichtum, Basis für die bedeutenden kirchlichen und profanen Bauten und Kunstschätze: Deshalb entstanden in der Normandie so viele prachtvolle Gotteshäuser, unvergleichlich vor allem die Kathedralen im gotischen Flamboyantstil, aber auch unzählige Landhäuser (manoirs), Palais und châteaux. Diese Reichtümer lockten ab 820 skandinavische Wikinger an, die nortmanni, die schließlich der ganzen Region ihren Namen gaben. Sie überfielen und plünderten zahlreiche Abteien und Landsitze, bis sich im Jahr 911 der Wikingerhäuptling Rollo taufen ließ und erster Herzog der Normandie wurde.
Dem normannischen Herzog Wilhelm gelang es 1066 bei der Schlacht von Hastings, sich ganz England einzuverleiben und damit die Voraussetzung für ein anglonormannisches Reich zu schaffen. Als Wilhelm der Eroberer ging er in die Weltgeschichte ein. Der Hundertjährige Krieg (1337 bis 1453), in dem Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orléans, eine entscheidende Rolle spielte, endete mit der Niederlage der Engländer - die Normandie wurde Frankreich zugesprochen. Erst im 20. Jh., während des Zweiten Weltkriegs, wurde die Normandie wieder Schauplatz der Weltgeschichte, als die alliierten Streitkräfte 1944 an der normannischen Küste landeten und so den entscheidenden Schritt zur Befreiung Europas taten.
Bereits im Mittelalter widmeten sich Mönche in den Klöstern theologischen und weltlichen Fragen. In der frühen Neuzeit brachte die Normandie bedeutende französische Dramatiker und Essayisten hervor - z. B. François de Malherbe und Pierre Corneille. Weltberühmt wurden einige Autoren des 19. und 20. Jhs., darunter nicht nur Victor Hugo, der die Normandie häufig bereiste, sondern auch die Erzähler Gustave Flaubert, Guy de Maupassant und Marcel Proust. Von den auf Leinwand gebrachten grandiosen »Impressionen« der Maler des Lichts gar nicht zu reden: Ihre Werke hielten einen triumphalen Einzug in alle Museen und großen Galerien der Welt.
Wer die Normandie zum ersten Mal mit dem Auto bereist, fährt meist schnurstracks ans Meer, streift vielleicht auf den schmalen und kurvigen Küstenstraßen von Ort zu Ort, besucht die alten Strandbäder mit ihrer herrschaftlichen Architektur und die Fischereihäfen mit ihren Fischmärkten und Restaurants, wo Jakobsmuscheln und Austern serviert werden. Doch es lohnt sich auch, zu Fuß zu gehen: An der 650 km langen Küste führen die alten Zöllnerpfade entlang, Wanderwege, von denen man Ausblicke auf Dünen, Granitfelsen oder Kreideklippen genießen kann, um später eine Rast und eine Badepause am Sandstrand einzulegen. Hotelburgen sucht man zum Glück vergeblich - und dennoch sind die Normannen ganzjährig auf die Erholungs- und Aktivitätsbedürfnisse ihrer Besucher vorbereitet.
Die Normandie mit ihren gut 3 Mio. Ew. ist in die fünf Departements Manche, Calvados und Orne (Basse-Normandie) sowie Seine-Maritime und Eure (Haute-Normandie) gegliedert. Jede dieser Regionen bietet Besonderes: für Familien, Aktivurlauber mit sportlichen Ambitionen - Segler und Surfer an der Küste, Angler, Radler, Reiter und Golfer im Hinterland - oder für körperbewusste Wellnessgäste, die sich tagsüber erholen und abends ins Konzert gehen möchten.
Von den Menschen, die in diesem Landstrich leben und ihn geprägt haben, zeichnete Guy de Maupassant einst in künstlerischer Vereinfachung das auch heute noch zutreffende Bild: »Die Normannen sind wie der Apfelbaum: die Wurzeln fest in der Erde, die Stirn dem Meer zugewandt.« Lernen Sie diese Menschen kennen, die sowohl abenteuerlustig und aufgeschlossen als auch eigensinnig und traditionsbewusst sind. Entdecken Sie das wundervolle Panorama der Landschaften der Normandie sowie ihre kulturellen Schätze. Machen Sie diese Reise zu einem Fest für Geist, Gaumen und Sinne!
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Alencon/Valframbert, Frankreich
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Caen, Frankreich
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Cherbourg/Maupertus, Frankreich
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nach obenAngesagt
Angesagt!
Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in der Normandie
Angesagt
Strandsegeln und Kitesurfen
Die Normandie bietet geradezu ideale Voraussetzungen: ewig lange und - wenn nicht gerade Hochwasser ist - breite Strände, wo selbst in der Hochsaison im Juli und August noch Platz ist, dazu häufig stabile Windlagen. Die Strände an der Westseite der Halbinsel Cotentin und an der Calvadosküste (Côte de Nacre und Côte Fleurie) gelten bei Strandseglern und Kitesurfern als Hotspots. Wenn Ihnen das Risiko, selber einmal auf schmalen Rädern bis zu 100 km/h schnell über den harten Sand zu jagen oder sich auf einem Kitesurfbrett vom Wind aus dem Wasser katapultieren zu lassen, zu groß erscheint: Selbst das Zuschauen verschafft schon echtes Gänsehautgefühl.
Musik
Sogar in den angesagtesten New Yorker Clubs sorgt French Music für den richtigen Groove. Aber auch in der Normandie findet die vielseitige französische Pop-, Jazz- und Rockkultur reichlich Nachhall. Selbst in ländlichen Gebieten locken Diskotheken die Fans von R & B, Hiphop, House oder Newpop auf die Tanzflächen. Dazu gibt es in den Kasinos der Badeorte Tanzbars und Diskotheken, in denen auch Ältere »abhoppen« können. Natürlich gilt auch in der Normandie: Erst nach Mitternacht ist wirklich etwas los (meist bis 5 Uhr morgens). Dazu kommt eine überaus lebendige Konzertszene. Tagsüber können Sie sich im Autoradio schon mal einstimmen - etwa auf Fun-Radio, NRJ oder Skyrock.
Wellness für alle
In Frankreich, dem Ursprungsland der Thalassotherapie (Meerwassertherapie), steht der Wellnessgedanke besonders hoch im Kurs. In vielen Badeorten, unzer anderem in Deauville, Granville und Ouistreham, gibt es erlebnisorientierte Thalassozentren, in denen sich Groß und Klein, Jung und Alt den entspannenden und heilenden Kräften des Meerwassers hingeben. Schließen Sie sich ihnen an!
nach obenAusflüge und Touren
Tours de Normandie
Ausflüge und Touren
Durch das Tal der Seine zum Meer
Die schönste Route von Paris nach Rouen ist diejenige, die dem Lauf der Seine auf ihrem Weg zur Mündung folgt. Fahren Sie auf halber Strecke von der Autobahn ab, und bescheren Sie sich einmalige Eindrücke, denn an den vielen Flusswindungen sind historische Glanzpunkte und landschaftliche Schönheiten zu entdecken. Dauer: zwei Tage, rund 140 km bis zum Meer
Verlassen Sie die Autobahn A 13 an der Ausfahrt 16 in Richtung Vernon. Am Rand des mittelalterlichen Städtchens liegt das sehenswerte Château de Bizy. Hinter Vernon wechseln Sie auf die andere Seite der Seine und biegen unmittelbar hinter der Brücke nach Giverny ein. Dort erleben Sie mit dem Anwesen des großen Impressionisten Claude Monet eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Normandie. Kehren Sie nun um, bleiben auf der rechten Seite des Flusses und fahren über die D 313 nach Les Andelys, das malerisch an einer Schleife der Seine liegt. Am Ende des Städtchens geht es rechts hinauf zu den Ruinen des Château Gaillard. Richard Löwenherz ließ 1196 das gewaltige Bollwerk zur Verteidigung der Normandie gegen das französische Königreich errichten.
Auf der Weiterfahrt können Sie Rouen über die D 126 direkt ansteuern oder aber einen landschaftlich schönen Umweg entlang des Ufers der Seine wählen. Für einen Rundgang durch das Freilichtmuseum Rouen sollten Sie mindestens drei Stunden einplanen und hier am besten auch übernachten.
Bei der Weiterfahrt am nächsten Morgen bleiben Sie auf dem rechten Seineufer und biegen kurz vor Beginn der A 150 links in die D 982 ein. Lohnend ist ein Stopp in Saint-Martin-de-Boscherville zur Besichtigung der normannisch-romanischen Abteikirche Saint- Georges. Ein Höhepunkt sakraler Baukunst ist die nächste Station, die Abbaye de Jumièges, die als die schönste Ruine Frankreichs bezeichnet wird. In Saint-Wandrille-Rançon erleben Sie die sehenswerte Benediktinerabtei aus dem 7. Jh. und in Caudebec-en-Caux mit der Kirche Notre-Dame ein Meisterwerk der Spätgotik.
Verlassen Sie die D 982, folgen Sie der D 81, und machen Sie zu Ehren des französischen Dichters Victor Hugo im herrlich am Seineufer gelegenen Villequier einen Halt, wo Sie das ihm gewidmete Museum besuchen sollten. Wenige Kilometer weiter beeindruckt das spätgotische Château d'Ételan. In Lillebonne kehren Sie auf die D 982 zurück. Das im 1. Jh. errichtete Amphithéâtre Romain zeugt von der Bedeutung des Städtchens zu Zeiten Julius Cäsars.
Die A 15 führt direkt in die eindrucksvolle Hafenstadt Le Havre, gern auch La Porte Océane genannt. Es lohnt sich, zum Vorort Sainte-Adresse zu fahren, die neugotische Kapelle Notre-Dame-des-Flots anzusteuern und von dort den Blick über das Cap de la Hève, das alte Fort und natürlich das Meer zu genießen.
Wenn Sie Le Havre in südlicher Richtung wieder verlassen, überqueren Sie unbedingt den Pont de Normandie in Fahrtrichtung Honfleur und genießen die grandiose Aussicht auf die Seinebucht.
Entlang der Côte d'Albâtre
Sehr lohnend ist der Einstieg in die Normandie an ihrem nordöstlichsten Punkt, im Seebad Le Tréport. Zu Füßen der höchsten Kreideklippen Frankreichs gelegen, offenbart es den Charme der Côte d'Albâtre, die sich von hier bis über Étretat hinaus hinzieht. Setzen Sie die Fahrt fort, finden Sie über den Pont de Normandie den Anschluss an die attraktive Côte Fleurie. Von Le Tréport bis Étretat sind es 105 km, die sich - mit genügend Zeit für Stopps - in einem Tag bewältigen lassen.
Zum Teil mehr als 100 m hoch sind die Steilklippen der Côte d'Albâtre. Zu ihren grünen Tälern führt die D 925, die sich kurvenreich entlang des Klippenrands bis zum Cap de la Hève bei Le Havre schlängelt. Le Tréport und der benachbarte Badeort Mers-les-Bains bieten einen schönen Einstieg in die Küstentour.
Als das älteste französische Seebad stellt sich Dieppe vor. Zum mittelalterlichen Charakter trägt die Burg bei, die über der Stadt und dem Hafen thront. Die D 75 und D 68 erlauben es, die Fahrt küstennah fortzusetzen. Ein Stopp lohnt sich in Varengeville-sur-Mer. Die über dem Meer gelegene Kirche des Künstlerdorfs besitzt ein Glasgemälde von Georges Braque. Wenige Kilometer weiter erreichen Sie mit Saint-Valéry-en-Caux das nächste beliebte Seebad. Ein Abstecher ins Hinterland führt in Cany-Barville zum Château Cany, das prachtvoll inmitten seines schönen Parks liegt. Über die D 925 gelangen Sie nun direkt nach Fécamp, das Sie auch über das Seebad Veulettes-sur-Mer am Meer entlang erreichen können. Diese Strecke führt am Château de Sassetot vorbei, in dem die legendäre Kaiserin Sissi ihre Ferien verbrachte.
In Fécamp ist unbestrittener Höhepunkt die mächtige frühgotische Abteikirche Sainte-Trinité. Ein charmanter Badeort ist das nahe Yport, das eng in die Steilklippen gebaut ist. Weit mehr Platz und vor allem zwei Naturereignisse links und rechts bietet der Strand von Étretat: Die berühmten Felsnadeln im Meer sind ein Wahrzeichen der Normandie.
Durch das stille Hinterland
Eine herrliche Strecke führt von Alençon über die Suisse Normande zur Küste des Calvados - eine Tour für stille Genießer. Achtung: Zurzeit wird die neue Autobahn Rouen-Alençon gebaut, die 2005 fertig sein soll. Mit Staus oder Beeinträchtigungen auf der mehrmals kreuzenden N 138 müssen Sie daher rechnen. Lassen Sie sich für die rund 150 km am besten zwei Tage Zeit, um ausreichend Gelegenheit für Stopps zu haben.
Alençon begrüßt mit dem massiven Château des Ducs seine Besucher und macht ihnen bewusst, dass sie geschichtsträchtigen Boden mit vielen historischen Spuren betreten haben. Ein schöner Eindruck wartet wenige Kilometer entfernt inmitten der herrlichen Alpes Mancelles. Das malerisch in den Hügeln gelegene Saint-Céneri-le-Gérei zählt sich zu den schönsten Dörfern Frankreichs.
Nach diesem kleinen Ausflug führt der Weg zurück nach Alençon und in Richtung Norden über die N 138 zum Bischofssitz Sées. Die mächtige Kathedrale Notre- Dame gilt als Meisterwerk normannischer Hochgotik. Nach wenigen Kilometern auf der N 158 erreichen Sie mit dem Château d'O in Mortrée, das allerdings nicht mehr zu besichtigen ist, und dem Château in Médavy weitere attraktive Bauwerke. Die kleine D 26 führt nach Le Pin-au-Haras zum ebenfalls in einem Schloss untergebrachten Staatsgestüt Haras du Pin. Eine landschaftlich schöne Strecke bietet dann die N 26, die nach Argentan führt. Wie Alençon hat auch diese Stadt ihren guten Ruf durch die Spitzenherstellung begründet. Über die N 158 ist es nun nicht mehr weit nach Falaise, der Geburtsstadt Wilhelms des Eroberers, des legendären normannischen Herzogs.
Die D 511 führt Sie weiter zum blumengeschmückten Pont-d'Ouilly mitten in die romantische Suisse Normande, die viele Naturfreunde und Freizeitsportler anlockt. Temperamentvoller Mittelpunkt der Region ist das kleine Clécy. Entspannung finden Sie im schönen englischen Park der Châteauruine in Thury-Harcourt.
Über die D 562 erreichen Sie schließlich Caen, die einstige Hauptstadt der Normandie. Wilhelm der Eroberer hat mit der Burganlage und den berühmten Abteien großartige Bauwerke in der Hauptstadt des Calvados hinterlassen.
Ausflug zum Mont-Saint-Michel
Der Ausflug zum Mont-Saint-Michel - knapp 150 km, mit Besichtigung zwei Tage - beginnt im historischen Bayeux, führt durch verschiedene Landschaften an Schlössern und Abteien vorbei, berührt sehenswerte Städte und findet seinen Höhepunkt mit der Besichtigung des »Glaubensbergs des Abendlandes«.
Bayeux besitzt mit seiner Altstadt und der prächtigen Kathedrale bereits zwei Sehenswürdigkeiten. Seine große Attraktion ist aber die Tapisserie de Bayeux. Verlassen Sie die Stadt auf der D 572, und fahren Sie bis zum Waldgebiet Forêt de Cerisy. Auf der linken Seite ist das stilvolle Château de Balleroy mit dem Heißluftballonmuseum zu besuchen, auf der rechten Seite die romantische Abteikirche von Cerisy-la-Forêt. Kurz danach erreichen Sie Saint-Lô. Größter Schatz der Stadt ist das von Napoleon Bonaparte angelegte Gestüt Haras National.
Ein architektonisches Juwel auf der nächsten Etappe ist die gotische Kathedrale von Coutances, die Sie über die D 972 erreichen. Von der Terrasse des Vierungsturms sind die Strände von Agon-Coutainville und, bei guter Sicht, draußen im Meer die Kanalinsel Jersey zu sehen. Die D 971 führt Sie nun in das beliebte Seebad Granville.
Folgen Sie dann an der Küste entlang der D 911 in Richtung Avranches. An der Pointe de Champeaux öffnet sich ein phantastisches Panorama zum Mont-Saint-Michel, zur Bretagneküste und zu den Îles Chausey. In der alten Bischofsstadt Avranches lohnt ein Besuch des Parks.
Auf der N 175 und der D 75 sind es dann nur noch wenige Kilometer bis zum Mont-Saint-Michel. Die vom Meerwasser umspülte Felseninsel ist noch durch einen Damm mit dem Festland verbunden, sodass Sie unmittelbar vor das Klostereingangstor fahren und dort parken können. Demnächst wird das Gebiet um den Berg allerdings renaturiert, sodass es für Autos keinen Zugang mehr geben wird.
Je näher Sie dem Mont-Saint-Michel kommen, umso mehr Besucherströme gibt es. Bereits im Eingangsbereich, an der Porte de l'Avancée, aber auch in der zur Abtei hinführenden Grande Rue bestimmt Gedränge das turbulente Treiben mit Geschäften, Souvenirläden, Crêperien und Restaurants. Erst beim nicht unbeschwerlichen Aufstieg über steile Treppenwege zum Klosterbereich lichten sich die Mengen. Auf dem Weg passieren Sie Verteidigungsmauern, Türme und Terrassen, die Ihnen herrliche Blicke auf die näher rückenden Kunstwerke sakraler Architektur eröffnen. An den Gebäuden vorbei, in denen die noch heute im Kloster lebenden Mönche wohnen, erreichen Sie endlich die Terrasse de l'Ouest. Hier beginnen die in deutscher Sprache gehaltenen Führungen durch die Klosteranlage.
Höhepunkt ist der Kreuzgang, geschaffen als Ort der Stille und Meditation. Die schönen, mit normannischer Ornamentik versehenen Spitzbogenarkaden ruhen auf schlanken, doppelreihigen Säulen. In den Salles des Hôtesses unter dem Kreuzgang begrüßte und bewirtete der Abt die hohen, reichen Gäste, während im Almosensaal die Pilger empfangen und milde Gaben an die Armen verteilt wurden. Auf dem Rückweg zur Westterrasse beschließt ein grandioser Rundblick über die Bucht, die Küste und das Meer die Fülle der Eindrücke. Kommen Sie am Abend wieder und lassen sich den atemraubenden Sonnenuntergang über der Bucht nicht entgehen.
In den Sommermonaten gibt es außerdem die stimmungsvollen Promenades Nocturnes: Zu sphärischen Klängen dürfen Nachtschwärmer durch rund 20 Säle auf einem etwa 1000 m langen Licht-und-Schatten-Parcours wandeln und sich von der mittelalterlichen Architektur zu Wachträumen inspirieren lassen.
nach obenBloß nicht
Bloß nicht!
Umsicht, Rücksicht, Vorsicht - wie Sie sich das Reisen in der Normandie einfach machen
Bloß nicht
Ohne Reservierung in der Hochsaison
Die Normandie gilt in den Hitzemonaten Juli und August als klassische Sommerfrische. In Hotels, Ferienhäusern und sogar auf Campingplätzen heißt es dann: »complet«. Wer über keine Reservierung verfügt, läuft Gefahr, keine Bleibe zu finden.
Leichtsinnig baden und wattwandern
Alle sechs Stunden bei Ebbe zieht sich das Meer vor allem in der Baie du Mont-Saint-Michel weit zurück - und läuft dann gefährlich schnell wieder auf. In Zeitungen und an den Stationen der Strandwächter sind die genauen Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser veröffentlicht, an Letzteren finden Sie auch Hinweise auf Strömungen oder andere Gefahrenquellen. In der Umgebung des Mont Saint-Michel sollten Sie wegen gefährlicher Treibsände nur mit einem Führer oder einer Führerin wattwandern. Ähnliche Vorsicht ist beim Baden im Meer geboten, vor allem dann, wenn der Strand unbewacht ist. Dies gilt natürlich in gleichem Maße beim Surfen.
Zu schnell fahren
In Frankreich wurden Tempolimits in der Vergangenheit äußerst lax gehandhabt. Das hat sich - angesichts angestrebter Verbesserung der Verkehrssicherheit - drastisch verändert. Geschwindigkeritskontrollen finden nahezu überall statt, und das mit modernster Technik. Die Strafen bei Überschreitung des Tempolimits sind drakonisch und werden sofort einkassiert. Bei schweren Vergehen droht sogar die Stilllegung des Fahrzeugs.
Mit großen Scheinen bezahlen
Da die Franzosen mittlerweile selbst kleinste Einkäufe mit der Kreditkarte bezahlen, können kleine Läden und Caférestaurants oft nicht auf 100 Euro oder gar 200 Euro herausgeben, morgens früh zum Teil nicht einmal auf 50 Euro. Viele Tankstellenkassen haben eine automatische Sicherheitsblockade, die dem Kassierer nur Zugriff auf eine bestimmte Menge Wechselgeld lässt. Da bleibt dann oft nur noch der Weg zur Bank. Deshalb: kleine Scheine parat haben oder ebenfalls die Kreditkarte zücken!
Handtasche im Auto lassen
Lassen Sie nichts sichtbar im Auto liegen - vor allem dann, wenn es an einem einsamen Platz, zum Beispiel am Strand, abgestellt ist. Mindern Sie das Risiko durch entsprechende Vorsicht - denn auch in Frankreich wimmelt es von geübten langen Fingern.
nach obenEinkaufen
Liköre, Spitzen und Fayencen
Kulinarische Köstlichkeiten und Handwerkskunst erinnern an die Reise
Wahrscheinlich reicht der Platz in Ihrem Auto nicht für einen der berühmten normannischen Kleiderschränke (armoire normande), die Sie übrigens im entsprechenden Museum von Villedieu-les-Poëles bewundern können. Deshalb müssen Sie aber noch lange nicht mit leeren Händen nach Hause zurückkehren.
Wer sich selbst beschenken will, stöbert gemütlich in Boutiquen und Antiquitätenläden. Schnäppchenjäger finden ein ideales Revier auf den vor allem in den Sommermonaten überall veranstalteten Trödelmärkten (vide grenier, Dachbodenleerer, genannt). Dabei ist allerdings ein wenig Verhandlungsgeschick gefragt.
Am schönsten sind die Wochenmärkte in den Provinzstädtchen mit ihrem bunten, reichhaltigen Angebot. Es ist ein Erlebnis, durch die mit allen Produkten vom Land und aus dem Meer prachtvoll gefüllten Stände zu bummeln und auszuwählen. Die Markttage sind meist durch Schilder an der Ortseinfahrt angezeigt.
Als kulinarische Mitbringsel empfehlen sich die spanholzverpackten Käsesorten, Cidre, Calvados oder der berühmte Kräuterlikör Bénédictine, den die Mönche aus Fécamp herstellen. Naschmäuler zu Hause freuen sich über solche Gaumenfreuden wie sucre de pomme, karamellisiertes Apfelzuckerwerk.
Kann und soll es etwas teurer sein, so bietet sich beispielsweise in Villedieu-les-Poëles allerlei Kupfergeschirr für die Küche an. Aber Vorsicht: Nicht alles, was in den Geschäften verkauft wird, stammt aus heimischer Produktion. Achten Sie deshalb auf entsprechende Stempel! In Alençon und Argentan locken kostbare Spitzenarbeiten und in Rouen die berühmten Fayencen.
Freunde schöner Keramik werden im Töpferort Noron-la-Poterie im Departement Calvados fündig. Aber auch hier gilt: Nicht alles ist in den Ateliers des Ortes entstanden, von denen Sie einige auch besichtigen können.
Und wem gar nichts Passendes einfällt, der wird garantiert in einem der süßen chocolatier -Lädchen oder in den zahlreichen Museumsboutiquen fündig: Da gibt es impressionistisch bemalte Seidentücher, Drucke bekannter Gemälde, Kalender und Adressbücher mit Monet-Dekor.
nach obenEssen und Trinken
Camembert, Calvados und Cidre
Das sind die drei großen C beim Schlemmen à la normande
Die Kunst, münzgroße Filets auf dem Teller so zu drapieren, dass sie danach 20 Euro kosten - wie böse Zungen die Nouvelle Cuisine gern bespöttelt haben -, hat sich in der Normandie nie durchgesetzt. Dazu ist man hier zu Lande viel zu traditionsbewusst und - formulieren wir es positiv - zu sparsam. Man verlangt, dass ordentlich was auf dem Tisch steht, und das darf ruhig von bester Qualität sein. Diskussionen über Cholesterinspiegel oder Idealgewicht hält ein echter Normanne übrigens für albern. Kein Wunder, sind doch gehaltvolle Sahnesaucen, Crème fraîche und die beste Butter Frankreichs die kulinarischen Wahrzeichen einer Region, in der mehr Kühe leben als Menschen.
Der Versuch, Ihnen den Mund wässerig zu machen, beginnt bei den vor den Küsten schwimmenden und an den Klippen krabbelnden Meeresköstlichkeiten - jede für sich eine Delikatesse. Tagesfrische Fisch- und Meeresfrüchtegerichte nehmen auf den Speisekarten aller Restaurants in der Normandie eine dominierende Rolle ein. Wie wäre es mit einem plateau de fruits de mer: Austern, Krabben, Langusten, Miesmuscheln, Taschenkrebse oder Hummer, teils roh, teils gekocht?
Aus dem Landesinneren liebt man den Flussfisch. Die fischreichen Gewässer bieten alles, was verwöhnte Gourmets begehren, z. B. eine fein zubereitete Forelle. Nach normannischer Art wird der Fisch gedünstet und mit raffinierter Sauce, meist mit Calvados abgeschmeckt, serviert - in der Variante à la dieppoise zum Beispiel mit gekochtem Krabben- und Muschelfleisch angereichert. Auch sole, Seezunge, lässt sich köstlich auf den Tisch bringen: mit Muscheln, Shrimps, Zwiebeln, Gemüse, Eiern, Sahne und Kräutern.
Königin unter den Fleischgerichten ist die Ente (canard). Auch das Lammfleisch présalé ist eine exzellente Spezialität. Présalé, Salzwiese, ist ein Stichwort, das die Herzen aller Gourmets höher schlagen lässt. Es verbindet sich mit den Rindern und Schafen, die in der immer mehr verlandenden Bucht von Mont-Saint-Michel genüsslich weiden. Das dort wachsende, durch die Meersalze aromatisierte Gras verleiht ihrem Fleisch einen eigenen, unverwechselbaren Geschmack.
Viel gerühmte Spezialitäten sind auch deftig-schmackhafte Würste von Kalb, Schwein und Geflügel, die diversen boudins und andouilles. Keine Überraschung ist, dass die Normandie mit über 30 Sorten die Käseregion schlechthin ist. Allen voran ist der legendäre Camembert zu nennen, der Weichkäse in kleinen runden Laiben. Dann in roter Rinde der würzige, nach dem Anschnitt »fließende« Livarot. Ein weiterer Hochgenuss ist der hinter seiner Schimmelrinde milde, sahnig-cremige Neufchâtel aus dem Pays de Bray. Spitzenreiter der Hitliste ist der quadratische Pont l'Evêque. Hinter gelblicher Rinde verbirgt sich ein Käse, der auf der Zunge zergeht. Wer mehr wissen möchte, findet im Internet zahlreiche Informationen zu Herstellung, Geschichte und Qualität unter www.fromages.org (Stichwort Normandie).
Eine weitere nordfranzösische Spezialität sind die hauchdünnen crêpes, die mit unterschiedlichen, oft raffinierten Füllungen angerichtet werden. Jede crêperie bietet ihre spezielle Kreation an, auf die sie stolz ist - einfach danach fragen, bestellen und sich überraschen lassen. Sollten sie auf der Dessertkarte einmal teurgoule entdecken, dann lassen Sie sich diese normannische Milchreisspezialität keinesfalls entgehen! Ansonsten entscheiden Sie sich vielleicht für ein Apfelsorbet, dem ein kräftiger Schuss Calvados zu reichlich Temperament verhilft.
Es liegt nahe, dass alle diese Köstlichkeiten nicht »trocken« genossen werden können. Eigenen Wein kann die Normandie nicht anbieten, dafür aber cidre, den moussierenden Apfelwein, den man in jedem guten Restaurant ohne Zögern bestellen kann, denn er ist ein frischer, schmackhafter Begleiter jedes normannischen Menüs. Es gibt ihn süß, halbtrocken und trocken. Der cidre fermier, auf Champagnerflaschen gezogen, hat den höchsten (dabei mit fünf Prozent immer noch niedrigen) Alkoholgehalt und ist von besonderer Qualität.
Ein Highlight nicht nur für Kenner ist der Calvados. Dieses edle Destillat, gewonnen aus Cidre, in der Normandie liebevoll calva oder la goutte (der Tropfen) genannt, kann als Aperitif, als trou normand während des Essens oder als Digestif genossen werden. Qualität und Geschmack richten sich nach dem Alter. Die jüngsten Calvadossorten auf dem Markt sind drei Jahre alt. Die ältesten reifen mehr als 80 Jahre in ihren Eichenfässern (etwa die réserve ancestrale bei Roger Groult in Saint-Cyr-du-Ronceray im Pays d'Auge). Die besten Sorten kommen aus dem Pays d'Auge. Weil sie zweimal gebrannt sind, dürfen sie die offizielle Herkunftsbezeichnung AOC (Appellation d'Origine Contrôlée) tragen.
In der Normandie gibt es durchaus noch Restaurants, wo Sie für 10 Euro oder weniger ein Mittagsmenü bekommen. Oft sind ein Cidre oder eine kleine Karaffe Wein im Preis inbegriffen. Natürlich: Der Kellner trägt keine Krawatte, das Tischtuch ist aus Papier, die Weinkarte kommt ohne die großen Namen aus, und das menu du jour steht schlicht auf einer Tafel: meist jahrelang ausprobierte Rezepte ohne viel Chichi. Viele dieser preiswerten Adressen stehen in keinem Führer. Aber Sie werden sie trotzdem finden: Achten Sie einfach auf volle Restaurantparkplätze!
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Normannisch feiern unter Apfelbäumen, am Meer und auf Märkten
Die offizielle Liste der Festivals, estivals (von dem französischen Wort été = Sommer), Prozessionen, Freiluftevents und Wettkämpfe zu Lande und zu Wasser, in Kirchen, Gärten und auf Plätzen,in Häfen und Höfen umfasst in der Normandie mehr als 300 Einträge. Den aktuellen Stand der Dinge erfahren Sie im Internet - auch in deutscher Sprache - unter www.normandy-tourism.org.
Offizielle Feiertage
1. Januar
März/April
Ostermontag
Mai
1. Mai; 8. Mai (Ende Zweiter Weltkrieg)
Mai/Juni
Christi Himmelfahrt
14. Juli
Nationalfeiertag
15. August
Mariä Himmelfahrt
1. November
Allerheiligen
11. November
Ende Erster Weltkrieg
25. Dezember
Feste und Veranstaltungen
März
Mortagne-au-Perche: Foire au Boudin, Blutwurstmarkt am letzten Wochenende, drei Tage mit Verkauf und lustigen Wettbewerben
Ostern
Festival de Musique Pâques Classique: Zu Ostern trifft sich in Deauville die Elite junger Solisten.
Mai
Ende Mai Seefeste in den Häfen des Departements Seine-Maritime
Cherbourg: internationale Segelregatten
Mai/Juni
Rouen: Festival Jeanne d'Arc mit Theater, Musik und Ausstellungen
Jazz sous les Pommiers: 30 000 Musikpilger kommen in der Himmelfahrtswoche nach Coutances zum Festival »unter den Apfelbäumen« mit internationalen Jazzgrößen.
Fête des Marins: traditionelles Pfingstfest in Honfleur mit Meeressegnung (So) und Prozession der Seeleute zur Kirche Notre-Dame-de-Grâce (Mo)
Juni
Die Alliiertenlandung 1944 jährt sich am 6. Juni und wird überall in der Normandie feierlich begangen.
Balleroy: Internationales Heißluftballonfestival in ungeraden Jahren am zweiten Wochenende
Marché d'Art de La Perrière: Am zweiten Juniwochenende bieten 120 Künstler in den Gassen des Manche-Dorfes ihre Werke an, über 10 000 Besucher kommen.
Juli
Deauville: Festival und Pferderennen um den Grand Prix de Deauville am ersten Juliwochenende
Feiern in fast allen Orten am Vorabend des 14. Juli und am Nationalfeiertag selbst
Bayeux: Mittelalterlicher Markt
Fest des Meeres am ersten Wochenende in Fécamp, am dritten Wochenende in Trouville
Le Havre: Internationale Segelregatta
Granville: Heilige Messe der Seeleute mit Fackelprozession am letzten So
Camembert: Fête de Camembert am letzten So
Juli/August
Les Heures musicales de l'Abbaye de Lassay: Konzertreihe und Orgelkonzerte in der Abteikirche von Lassay
August
Festival des Traversées Tatihou: einwöchiges Folklorefestival auf der Insel und in Saint-Vaast-la-Hougue Mitte bis Ende August
Prozession zu Ehren der Vierge du Sourire in Lisieux am 15. August
September
Lessay: Foire Saint-Croix, riesiger Jahrmarkt am zweiten Wochenende
Deauville: Filmfestspiele Festival du Cinéma Américain
Oktober
Octobre en Normandie: vier Wochen Tanz- und Musikfestival mit mehr als 50 Aufführungen in Rouen und im Departement Calvados
November
Heringsmärkte in Lieurey, Dieppe, Fécamp, jeweils ein Wochenende
Dezember
Weihnachtsmärkte in allen größeren Städten. In mehr als 100 Orten festliche Weihnachtsbeleuchtung
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Normandiereise
Anreise
Auto
Wer will, kann den Großraum Paris mit dem berüchtigten Boulevard Périphérique vermeiden. Bei Anreise aus der Südhälfte Deutschlands: Auf der A 4 westlich von Reims der Beschilderung Rouen folgen und dann über die A 26 und A 29 via Saint-Quentin und Amiens nach Neufchâtel-en-Bray. Diese Strecke ist geringfügig länger als die Route über Paris, meist aber viel schneller und vor allem stressfreier. Bei Anreise aus der Nordhälfte Deutschlands: Aachen-Lüttich-Valenciennes oder Eindhoven-Antwerpen-Lille und weiter über Amiens in die Normandie.
Bahn
Die Bahnanreise führt über Paris, von wo aus man von drei verschiedenen Bahnhöfen (ggf. per Metro oder Taxi vom Ankunftsbahnhof zu erreichen) Anschluss zu Zügen in die Normandie hat: von der Gare Saint-Lazare nach Rouen, Caen, Cherbourg, von der Gare du Nord über Beauvais nach Le Tréport und von Paris-Montparnasse nach Argentan und Granville. www.sncf.com
Flugzeug
Von allen größeren Flughäfen aus bestehen tägliche Verbindungen nach Paris-Charles-de-Gaulle. Der Weiterflug zu verschiedenen Provinzflughäfen in der Normandie (Rouen, Le Havre, Caen, Dieppe, Cherbourg) ist wegen des erforderlichen Flughafenwechsels in Paris und wegen der enormen Kosten nicht sinnvoll. Besser die Bahn benutzen!
Auskunft
Von der Maison de la France Frankfurt, Wien, Zürich erhalten Sie allgemeine Reiseinfos und Prospekte. Das Comité Régional de Tourisme in Évreux, eine departementübergreifende Einrichtung, antwortet auf E-Mails und Anfragen. Im Detail kennen die Mitarbeiter der fünf comités départementaux de tourisme ihre Region. In den über 100 lokalen offices de tourisme kann man spezielle Auskünfte über den Ort bekommen.
Maison de la France Französisches Fremdenverkehrsamt
- www.franceguide.com
- Postfach 10 01 28, 60001 Frankfurt, Tel. 0190/57 00 25, Fax 59 90 61
- Argentinier Str. 41a, 1040 Wien, Tel. 0900/25 00 15, Fax 503 28 71
- Rennweg 42, 8023 Zürich, Tel. 0900/90 06 99, Fax 01/217 46 17
Region Normandie
Comité Régional de Tourisme, 14, rue Charles Corbeau, 27000 Évreux, Tel. 0033/232 33 79 00, Fax 232 31 19 04, www.normandy-tourism.org
Departement Seine-Maritime
Comité Départemental du Tourisme, 6, rue Couronné, 76420 Bihorel, Tel. 0033/235 12 10 10, Fax 235 59 86 04, www.seine-maritime-tourisme.com
Departement Eure
Comité Départemental du Tourisme, 3, rue du Commandant Letellier, 27003 Évreux, Tel. 0033/232 62 04 27, Fax 232 31 05 98, www.tourisme-eure.com
Departement Calvados
Comité Départemental de Tourisme, 8, rue Renoir, 14054 Caen, Tel. 0033/231 27 90 30, Fax 231 27 90 35, www.calvados-tourisme.com
Departement Manche
Comité Départemental de Tourisme, Maison du Département, 50008 Saint-Lô, Tel. 0033/233 05 98 70, Fax 233 56 07 03, www.manchetourisme.com
Departement Orne
Comité Départemental de Tourisme, 86, rue Saint-Blaise, 61002 Alençon, Tel. 0033/233 28 88 71, Fax 233 29 81 60, www.ornetourisme.com
Auto
Höchstgeschwindigkeiten: auf Autobahnen 130 (bei Regen 110) km/h, auf Schnellstraßen 110 (bei Regen 100) km/h, auf National- und Departementsstraßen (N, D) 90 (bei Regen 80) km/h, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h. Die Promillegrenze beträgt 0,5. Motorräder müssen auch tagsüber mit Abblendlicht fahren. Dies gilt für alle Verkehrsteilnehmer bei Regen und bei Nebel.
Sehr dichten Verkehr gibt es auf den Nationalstraßen. Trotz der Mautgebühren (péage) lohnt es sich daher, die Autobahn zu benutzen, wenn Sie rasch vorankommen möchten. Rechnen Sie mit ca. 6 Euro für 100 km. Manche Strecken wie die A 84 Caen-Mont-Saint-Michel sind gebührenfrei. Am schnellsten passiert man die Mautstationen, indem man mit Kreditkarte zahlt. Den Abschleppdienst (dépanneur-remor-quer) vermittelt die Polizei. (Tel. 17).
Bei Unfällen schreitet die Polizei nur bei Personenschaden ein. Bei Verkehrsunfällen sollten Sie möglichst zwei Zeugen sichern und die eigene Versicherung verständigen. Die Mitnahme der grünen Versicherungskarte ist ebenso empfehlenswert wie ein Auslandsschutzbrief.
Banken und Kreditkarten
Die Öffnungszeiten der Banken sind nicht einheitlich. In großen Städten meist Mo-Fr 9-16.30 oder 17 Uhr. In kleineren Orten ist zwischen 12.30 und 13.30 oder 14 Uhr Mittagspause, Sa ist bis 12 Uhr geöffnet und dafür Mo ganz geschlossen.
Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard/Eurocard) sind in Frankreich überall ein sehr gängiges Zahlungsmittel auch für kleine Beträge. An den überall vorhandenen Geldautomaten kann man mit der ec-Karte oder der Kreditkarte mit Geheimzahl Geld abheben; mit der ec-Karte ist es günstiger.
Camping
Die Kategorien der herkömmlichen Campingplätze reichen von einfachem Komfort bis zur Luxusklasse. Daneben werden Plätze auf aires naturelles de camping (kleine Campingplätze in freier Natur) und camping à la ferme (auf schön gelegenen Bauernhöfen, allerdings mit wenig Komfort) angeboten. Wildes Camping ist am Strand und in vielen touristischen Gebieten verboten. Jede Gemeinde hat eigene Regelungen. Vor Reiseantritt lohnt es, sich einen Überblick über die Qualität der 26 campings labellisés (zertifiziert) der Normandie zu verschaffen: www.normandie-qualitetourisme.com/liste_camping.php
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Konsulate
- 7, rue Pierre Brossolette, Le Havre, Tel. 02 35 21 11 22, Fax 02 35 21 13 54
- 43, rue Jean-Lecanuet, Rou- en, Tel. 02 35 88 16 52, Fax 02 35 88 79 78
Österreichische Botschaft
6, rue Fabert, 75007 Paris, Tel. 01 40 63 30 63, Fax 01 45 55 63 65, paris-ob@bmaa.gv.at
Schweizer Botschaft und Konsulat
142, rue de Grenelle, 75007 Paris, Tel. 01 49 55 67 00, Fax 01 45 51 34 77
Gesundheit
Ein grünes Kreuz zeigt an, wo es eine pharmacie gibt. Konsultationen beim Arzt kosten meist um 20-25 Euro und sind normalerweise bar zu bezahlen. Nach ihrer Rückkehr werden Deutschen und Österreichern die Auslagen für Arzt und Apotheke nach den Sätzen ihres Heimatlands erstattet. Eine private Reisekrankenversicherung deckt eventuelle Kosten ab, die von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen werden.
Internet
- www.franceguide.com
Fast alle Touristikbüros der Städte und Regionen besitzen eine eigene Website, und selbst viele kleine Herbergen verfügen inzwischen über einen eigenen Internetauftritt. Informationen über die größeren Hotels, speziell solche, die zu einer Kette gehören, sind häufig unter übergreifenden Hotelbuchungswebsites zu finden.
Gute Websites mit allgemeinen Informationen zu Frankreich bzw. der Normandie sind z. B.:
- www.frankreich.de
- www.normandy-tourism.org.
Infos zu Hotels, Schlössern und Restaurants finden Sie u. a. auf:
- www.chateauxandcountry.com
- www.normandie-qualite-tourisme.com
Internetcafés
Internetcafés sind in der Normandie noch vergleichsweise selten. Einen aktuellen Überblick über alle Adressen finden Sie auf der Website www.cybercafe.fr (dort das gewünschte Departement anklicken). Zwei Empfehlungen: Le Coeur.Net, 54, rue Cochoise, Rouen; Le Liberty, Place de la Gare, Saint-Lô.
Jugendherbergen
Mit einem internationalen Mitgliedsausweis kommen Sie auch ohne Altersbegrenzung in einer der zahlreichen, ofmals schön gelegenen französischen Jugendherbergen unter. In der Hochsaison sollten Sie jedoch unbedingt vorab reservieren. Ein vollständiges Verzeichnis erhalten Sie über die Fédération Unie des Auberges de la Jeunesse, 27, rue Pajol, 75018 Paris, Tel. 0033/144 89 87 27.
Reisezeit und Wetter
Dem meist kurzen und relativ milden, dafür aber regenreichen und windigen Winter folgt der meteorologische Frühling schon einige Wochen früher als in den meisten deutschen Regionen. Die Badesaison geht von Mitte Juni bis Mitte September. In den Küstenregionen bleibt die sommerliche Hitze stets erträglich. Die Nachsaison hält oft bis in den Spätherbst noch Tage mit 20 Grad bereit, und das Meer erreicht zum Teil noch im Oktober bis zu 17 Grad.
Viele Hotels und Restaurants haben im Winter ein paar Wochen Betriebsferien, einige Hotels - vor allem an der Küste - schließen auch das ganze Winterhalbjahr. Im Landesinneren wiederum haben mehrere Häuser im Juli/August zwei oder drei Wochen geschlossen.
Notruf
Polizei (police secours): Tel. 17
Feuerwehr (pompiers): Tel. 18
Krankenwagen (ambulance, SAMU): Tel. 15
Öffentliche Verkehrsmittel
Frankreich besitzt ein ausgezeichnetes Eisenbahnnetz. In den ländlichen Regionen wird es durch einen gut ausgebauten Autobuslinienverkehr ergänzt. Die Fahrkarten müssen Sie vor Besteigen des Zuges an den Stempelautomaten im Bahnhof entwerten. www.sncf.com
Öffnungszeiten
Frische Baguettes können Sie in Bäckereien schon ab 6.30 Uhr oder 7 Uhr kaufen. Lebensmittelgeschäfte öffnen gegen 8 Uhr, Kaufhäuser, Läden und Boutiquen um 9 oder 10 Uhr. Abgesehen von den großen Supermarktzentren schließen die meisten Geschäfte in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr. Ladenschluss ist gegen 19/19.30 Uhr. Manche Bäckereien und große Supermärkte haben auch am Sonntagvormittag geöffnet, dafür sind montags viele Läden geschlossen.
Post
Die meisten Postämter (Poste/PTT) sind Mo bis Fr von 9 bis 12 und von 14 bis 17, Sa von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Das Porto für Briefe und Karten bis 20 g in EU-Länder und die Schweiz beträgt 50 Cent.
Strom
Die Netzspannung beträgt 220 Volt. Flachstecker passen auch in französische Steckdosen, für Schukostecker Adapter mitnehmen.
Telefon
Von jeder Telefonzelle können Auslandsgespräche geführt werden. In den Telefonzellen braucht man eine télécarte, die in Postämtern, Tabakläden und an manchen Kiosken erhältlich ist (50 Einheiten 7,40 Euro).
Gespräche aus Frankreich: Vorwahl Deutschland 0049, Vorwahl Österreich 0043, Vorwahl Schweiz 0041, danach Ortsvorwahl ohne die Null und dann die Rufnummer. Gespräche nach Frankreich: Vorwahl Frankreich 0033, dann direkt die Rufnummer ohne die Null am Anfang.
Wer ein Handy mit Prepaidkarte nutzt, sollte sich nach den Modalitäten erkundigen. Zur Sicherheit sollten Sie sich vor Reiseantritt Ihren Code aus den Vertragsunterlagen heraussuchen - oder ihn sich erstmals geben lassen. Ansonsten ist mobiles Telefonieren im Ausland teuer, Sie bezahlen auch, wenn Sie von zu Hause angerufen werden. In manchen ländlichen Regionen der Normandie funktionieren Handys mangels Netzabdeckung noch nicht.
Trinkgeld
Trinkt man nur einen Kaffee, lässt man ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Wenn man genug Kleingeld hat, muss man den Kellner nicht zum Zahlen herbeirufen, meist wird ein Preiszettel gleich zur Bestellung gelegt. Im Restaurant, im Taxi und beim Friseur rundet man üblicherweise um fünf bis zehn Prozent auf.
Zeitungen und Medien
In der maison de la presse, in Papierwaren-, Buch- und Tabakläden gibt es reichlich französische und ausländische Presse. Wer Französisch beherrscht und sich für kulturelle Veranstaltungen und kommunales Leben interessiert, erfährt viel in den lokalen Zeitungen. Die Kino- und Veranstaltungshinweise erscheinen meist mittwochs unter dem Stichwort »Loisirs«.
Zoll
Im Reiseverkehr gibt es innerhalb der EU keine Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, sofern die Waren für den privaten Gebrauch bestimmt sind (z. B. bis zu 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen). Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten und 2 l Wein.
nach obenSport und Aktivitäten
Fitness im Land und an der Küste
Die Normandie verspricht aktiven Wasser- und Landratten fast grenzenlosen Genuss und optimale Erholung
Die Normandie ist ein Dorado für Freizeitsportler, aber auch für Feriengäste, die ohne Leistungsgedanken etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Im Vordergrund stehen die zahlreichen Wassersportarten am Meer, aber auch an den Flüssen des Hinterlandes. Alles ist möglich: Man fährt mit dem Rad durch schöne Täler Richtung Küste, wandert oder reitet zur Abwechslung ein Stück durch die Landschaft, angelt in der schönsten Einsamkeit - und holt sich zwischendurch einen Kick beim Bungeespringen. Wer lieber auf Wellness- statt auf Abenteuerreise geht, der findet dafür in der Normandie beschauliche oder auch mondäne Plätze. Eine kleine Linksammlung und umfangreiche Informationen zum Thema Sport in der Normandie finden Sie auf der Website www.normandy-tourism.org.
Sport und Aktivitäten
Angeln
Das sind Zaubernamen in Anglerkreisen: Risle, Charentonne, Iton, Avre, Orne, Varenne, Huisne, Sienne, Sée, Touques, Yères, Bresle, Béthune oder Arques. Diese normannischen Flüsse verfügen über Hunderte von idyllischen, aussichtsreichen Fangplätzen. Sehr informativ ist die französische Website für Angler, die über Fischarten, Größen, Regeln und gute Fangstellen informiert: www.francepeche.com. In der Normandie geben drei Verbände (fédérations pour la pêche) nähere Auskünfte: 59, rue Julien, 61003 Alençon, Tel. 02 33 26 10 66; 18, rue de la Girafe, 14000 Caen, Tel. 02 31 44 63 00; 16, rue du Pont- l'Abbé, 50190 Periers, Tel. 02 33 46 96 50
Bungeejumping
Wagemutige klettern auf den Viaduc de la Souleuvre zwischen Vire und Saint-Lô, den Gustave Eiffel 1889 für die Eisenbahn baute, und lassen sich 61 m tief fallen. Wer den Genuss des freien Flugs verlängern will, kann auch mit 100 km/h 400 m weit über das Tal der Souleuvre an einem Kabel entlangsausen. AJ Hackett, La Ferrière Harang, nur mit Reservierung (Tel. 02 31 66 31 66), www.ajhackett.fr, Einzelflug 30, Tandemflug 40 Euro
Golf
Für Golfer gilt die Normandie wegen ihrer ausgezeichneten Rasenqualität und der attraktiven Lagen und Gestaltung ihrer Plätze als verlockendes Ziel, das sich sogar mit der Auszeichnung »unter den zehn weltbesten Golfregionen« schmücken darf. Immerhin wartet die Region mit 36 Parcours à 9, 18 und 27 Loch auf, davon zwölf im Calvados, gehäuft an der Côte Fleurie, wo sich sieben Plätze zusammengetan haben und beim Erwerb einer Carte Avantage Golf (20 Euro) Rabatte geben, meist 20 Prozent. Eine aktuelle Golfbroschüre stellt alle Plätze vor. Infos übers Comité Regional de Tourisme Normandie, Tel. 02 32 33 79 00, normandy@imaginet.fr
Radfahren
Auf Biker und ihre Bedürfnisse ist die Normandie ähnlich gut vorbereitet wie auf Wandertouristen. Sehr urlauberfreundlich, weil mehrsprachig hat das Departement Eure seine Radtourbroschüre Vélo Route Eure ausgearbeitet. Die beschriebene Strecke führt auf 135 km gut ausgeschildert durch die Täler von Charentonne, Guiel und Risle und gestattet Stopps nach Gusto zur Erholung oder Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. Alle Radwege in der Haute-Normandie weist der Bikerführer Itinéraires Cyclotouristiques en Haute-Normandie in der Serie Plein Air IGN aus. Einen guten Überblick verschafft auch die Broschüre Séjours Randonnées en Normandie (beim Comité Régional de Tourisme, Tel. 02 32 33 79 00, normandy@imaginet.fr).
Reiten
In der Region der Pferdezüchter, der bedeutenden Turniere und Rennen finden natürlich auch Reiter paradiesische Verhältnisse vor. Allein 90 centres équestres oder pony-clubs bieten Reitkurse an. Dazu zählen auch Spazierausritte oder Mehrtagesausflüge zu Pferd (randonnées à cheval) und Turnierbeteiligung (auch für Springreiter). Wer gern vom Kutschbock aus die Zügel führt, findet einen gut vorbereiteten tourisme hippomobile vor, mit der Möglichkeit, leichte oder schwere Kaleschen in fünf Einrichtungen (centres de location) zu mieten. Informationen und Adressen: Comité Régional d'Équitation de Normandie, Tel. 02 31 84 61 87, Fax 02 31 84 61 91, www.fft.fr (dort Stichwort »ligues«, dann Normandie anklicken)
Tennis
Die Normandie ist die größte französische Tennisregion. Hunderte von Clubs vermieten Plätze (Halle ca. 10-15 Euro, draußen ca. 8-10 Euro/Stunde) an Gäste. Darüber hinaus gibt es in vielen Badeorten mehrtägige Lehrgänge (stages), allerdings meist auf Französisch. Clubadressen unter www.ligue.fft.fr, Stichwort Normandie und dann annuaire.
Wandern
Die Normandie ist ein ideales Wandergebiet. Man kann Entdeckungstouren unternehmen, die einen Tag oder einen ganzen Urlaub dauern. Allein die Manche verfügt über acht regionale Fernwanderwege (sentiers de grande randonnée de pays) mit ausgearbeiteten 3- bis 5-Tages-Routen zwischen 34 und 106 km. Dies sind aber auch nur Teile der richtig großen grandes randonnées (bis 444 km lang). Hilfreich ist die beim Comité Regional de Tourisme kostenlos erhältliche Karte randonnées normandes, in der zahlreiche gîtes d'étapes (ländliche Quartiere in der Nähe von Wanderrouten) und gîtes de séjour (Gästehäuser für Gruppen) genannt sind. Besonders schöne und detaillierte Tourenvorschläge (5-14 km) macht das Comité Départemental de Tourisme de l'Eure (Tel. 02 32 31 51 51, Fax 02 32 31 05 98) mit seiner Aktion L'Eure au rythme des vallées (Die Eure im Rhythmus der Täler). Allgemeine Informationen: Fédération Française de Randonnée Pédestre, 14, rue Riquet, 75019 Paris, Tel. 01 44 89 93 93; France Randonnée, 9, rue des Portes-Mordelaises, 35000 Rennes, Tel. 02 99 67 42 21, Fax 02 99 67 42 23, francerandonnee@wanadoo.fr
Wassersport
Die 650 km lange normannische Küste besitzt viele badefreundliche Sand- und Kiesstrände. Gleichgültig, ob Sie sich für Segel- oder Motorboote, Surfen, Strandsegeln, Tauchen oder Wasserskifahren (oder alles nacheinander) begeistern, ob Sie lieber mit Kanu, Ruderboot oder im Kajak unterwegs sein wollen, hier können Sie Ihren Ehrgeiz und Ihre Muskeln einschränkungslos fordern. Klassische Badefreuden genießt man in den Strandbädern. Vorsicht aber vor Strömungen und Gezeitenwechseln: Die plötzlich einsetzende Flut hat schon manchen Strandwanderer in den Wattzonen der Westküste des Cotentin in Zeitnot gebracht. Die Meeresdepartements haben ausführliche Prospekte über sports nautiques (beim jeweiligen comité régional). Einen guten Überblick über alle Aktivitäten und die Wassersportanbieter gibt die Website www.france-nautisme.com.
nach obenStichworte
Von Bocage bis Trou normand
Wissenswertes über die Normandie und ihre Besonderheiten
Stichworte
Bocage
Die Bocage ist der Inbegriff normannischer Landschaft und lebendiges Zeugnis vom Geschick unserer Vorfahren, den Widrigkeiten von Wind und Wetter zu trotzen: Sie säumten Felder und Wege mit dichten, auf Wällen angelegten Hecken ähnlich den norddeutschen Knicks. So schützten sie die Felder und sich selbst vor dem reichlich vorhandenen Wind. Die Hecken boten Nistraum für Vögel, die ihnen wiederum bei der Schädlingsbekämpfung halfen. Zudem sparten sie sich so teure Zäune und Mauern - und schufen ganz nebenbei eine Landschaft von großem Reiz: die Bocage. Im vermeintlich segensreichen Dienst der Flurbereinigung schien dann im 20. Jh. das Verschwinden der Bocage beschlossene Sache. Große Agrarmaschinen wollen weite, ebene Flächen. Inzwischen hat zum Glück die Trendwende eingesetzt: Windbedingte Austrocknung der ungeschützten Böden und vermehrter Insektizidbedarf zeigten den Nutzen der Hecken auch in ökonomischer Sicht - von ihrem ästhetischen Wert ganz zu schweigen. Und so laufen nun staatlich geförderte Programme zur Rekonstruktion und Erweiterung der Bocage.
D-Day
Unter dem Begriff D-Day versteht man den Tag, für den eine militärische Operation geplant ist. Nachdem im August 1942 die Landung eines 5000 Mann starken Kommandounternehmens in Dieppe gescheitert war, begann man mit der Vorbereitung der Operation Overlord, die zwei Jahre später bis ins letzte Detail ausgearbeitet war. Man wollte den Atlantikwall an den flachen Stränden der Côte de Nacre und der Halbinsel Cotentin durchbrechen. Wegen schlechten Wetters mit einem Tag Verspätung vollzog sich in den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 die Erstürmung der Plages du Débarquement. Der geballten Macht der Alliierten, die mit fast 7000 Schiffen und Landungsbooten mehr als 136 000 Mann übersetzten, konnten die Deutschen wenig entgegenhalten. Trotzdem kam es in der Folge zu einer langen Reihe erbitterter Auseinandersetzungen, die in der Kesselschlacht von Falaise ihren blutigen Höhepunkt hatten. Erst die Einnahme von Rouen a m³0. August 1944 beendete endgültig die Besetzung der Normandie. Der Preis war hoch. Nahezu 100 000 Menschen, darunter 37 000 Alliierte, verloren ihr Leben. Viele Städte und Ortschaften waren beschädigt oder zerstört. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe und Bunkerruinen zeugen noch heute vom »längsten Tag der Normandie«.
Fachwerkkunst
Die Fachwerkkunst ist das Markenzeichen historischer normannischer Architektur vor allem in den Departements Calvados und Seine-Maritime. Orte wie Vieux Port im Parc Régional de Brotonne oder manche Straßenzüge der Altstadt von Rouen gleichen regelrechten Fachwerkmuseen. Man unterteilt die colombages in sechs meist regionaltypische Stilrichtungen. Allesamt sind sie geprägt durch lange, parallele Balken und/oder durch feines Fischgrätmuster.
Flamboyantstil
Prägend für das Bild der normannischen Baukunst ist die spannungsvolle, Flamboyant genannte Stilvariante der Spätgotik. Während sich Ende des 15. Jhs. die Baumeister anderswo bereits der Renaissance zuwandten, blieb man in der Normandie noch lange dem Flamboyantstil treu. Diese sich in verspielter, filigraner Ornamentik ausdrückende Bauform ist besonders eindrucksvoll am »Butterturm« der Kathedrale in Rouen und am Dekor der Kathedrale in Évreux zu sehen. Weitere eindrucksvolle Beispiele sind die Kathedralen von Bayeux oder Coutances.
Gezeiten
Die Küste lebt im Rhythmus der Gezeiten, die sich an der Kanalküste mit einem besonders großen Tidenhub bemerkbar machen. Häfen erwachen mit dem Öffnen der Schleusentore (ca. 1,5 bis 2,5 Stunden vor dem Scheitelpunkt der Flut) zum Leben, um nach deren Schließen bei Ebbe wieder in Lethargie zu verfallen. Einige Strände verwandeln sich bei Hochwasser in schmale Sandstreifen, andere erweitern sich bei Niedrigwasser bis zum Horizont. Die Abfahrtszeiten von Ausflugsbooten und Fähren folgen häufig dem Gezeitenkalender, und die Auslagen der Fischhändler füllen sich nach dem Anlanden der Fangflotte mit frischer Ware. Ein Blick in die Tageszeitung gibt Auskunft über Uhrzeit und Höhe von Hochwasser (marée haute oder pleine mer) und Niedrigwasser (marée basse bzw. basse mer). Oder man investiert ein paar Euro in die Anschaffung eines überaus nützlichen Gezeitenkalenders, den es im Buch- und Zeitschriftenhandel und zum Teil auch umsonst bei den Touristinformationen gibt.
Jeanne d'Arc
Der kurze Lebensweg der Jungfrau von Orléans, der Schutzpatronin Frankreichs, war voller Dramatik. Bereits als Kind durchlitt sie in Lothringen die schrecklichen Geschehnisse des Hundertjährigen Kriegs. Der Machtkampf zwischen Frankreich und England um die französische Krone durchzog das Land mit Schrecken und Elend. Jeanne fühlte sich als junges Mädchen durch göttliche Eingebungen berufen, ihr Land von den Engländern zu befreien. Im zweiten Anlauf gelang es dem Bauernkind, das nicht einmal lesen und schreiben konnte, am königlichen Hof in Chinon den Dauphin von ihrer Mission zu überzeugen. An der Spitze eines 3000 Mann starken Heeres befreite sie 1429 das von Engländern eingeschlossene Orléans und schaffte mit dem Sieg bei Patay tatsächlich den Durchbruch. Am 16. Juli 1429 wurde Charles VII in Reims zum König von Frankreich gekrönt. Bei dem Bemühen, die Engländer endgültig aus dem Land zu vertreiben, wurde Jeanne d'Arc am 23. Mai 1430 von den auf der Gegenseite kämpfenden Burgundern gefangen genommen und an den Erzfeind ausgeliefert. Die Engländer installierten in Rouen ein Tribunal von Bischöfen und Äbten. Sie wurde der Hexerei und Ketzerei für schuldig befunden und 19-jährig a m³0. Mai 1431 auf der Place du Vieux-Marché auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Von Charles VII, dem sie den Weg zum Thron geebnet hatte, kam keine Hilfe. 1920 wurde Jeanne d'Arc vom Vatikan heilig gesprochen.
Nor(d)mannen
Mit kleinen, wendigen Schiffen kamen sie aus dem Norden über das Wasser, überfielen immer wieder das Land und raubten, was sie bekommen konnten: die Wikinger. Dabei nahmen sie beileibe nicht die Normandie allein für ihre Raubzüge aufs Korn - weite Teile Europas zitterten vor ihnen. Zweifellos hatten sie jedoch eine Vorliebe für dieses Land, das mit seinen Küsten und Flüssen für ihre Überfalltaktik wie geschaffen war. Weder Klöster, Abteien, Dörfer noch Städte konnten sich vor ihnen sicher fühlen. Im Lauf der Zeit summierten sich die Überfälle, und als die Wikinger des Kommens und Gehens müde waren, begannen sie, sich anzusiedeln. Doch damit wurden sie selbst Opfer der nachrückenden Landsleute. Sie mussten sich wehren, formierten sich und wurden zu Beginn des 10. Jhs. unter ihrem Anführer Rollo zu einem starken Machtfaktor im Land. Der fränkische König Charles le Simple war klug genug, das neue Kräfteverhältnis zu akzeptieren. 911 schloss er mit den Wikingern den Vertrag von Saint-Clair-sur-Êpte, der ihnen Siedlungsrechte im weiten Umfeld der Seine einräumte. Rollo ließ sich taufen und wurde als Robert erster Herzog der Normandie. Damit vollzog sich die Geburtsstunde des Landes, das nunmehr aufblühte.
Pferde
Mehr als ein Drittel aller französischen Pferde werden in der Normandie geboren. Gezüchtet werden vor allem rassige chevaux de course (Rennpferde), ebenso Reitpferde, darunter viele für den Export, auch nach Deutschland, Lastentiere für die Landwirtschaft und Schlachttiere. Das berühmte Gestüt Haras du Pin bei Argentan gilt als »Versailles der Pferde«. Nicht versäumen sollte man es, dort von Juni bis September an einem Donnerstag um 15 Uhr die musikalische Pferdeparade zu erleben. Der zweite Haras National der Normandie befindet sich in Saint-Lô. Das in der Zeit von Louis XIV gegründete System der heute 23 Nationalgestüte kontrolliert und regelt Zucht und Leistung. Es funktioniert als eine der wenigen französischen Institutionen nach föderalen Prinzipien.
Schmuggel
Jahrhundertelang war der Schmuggel eine wichtige Einkommensquelle in vielen Regionen im nördlichen Cotentin oder an der Calvadosküste. Geschmuggelt wurde alles, was wegen der hohen staatlichen Steuern lohnte - besonders Tabak, Salz und Stoffe. Mit Beginn des 20. Jhs. machte der Staat dem regen Treiben ein Ende - vor allem mittels der geballten Macht der Zollbeamten. Diese hinterließen uns dankenswerterweise ihren »Dienstweg«: Die alten Zöllnerpfade entlang der Normandieküste gehören zu den schönsten Wanderrevieren Frankreichs. Und die Nachfahren der alten Schmuggler? Brennen heute hinter den dicken Mauern ihrer Gehöfte aus eigenen Äpfeln klammheimlich Calvados und versorgen damit Familie und gute Freunde.
Spitzenkunst
Das kunstvolle Fadenschlagen um die Nadeln des Nadelspitzenkissens wurde in Flandern erfunden. Übertroffen wurden die Brüsseler Spitzen durch venezianische Kreationen, die satte Vermögen kosteten. Deshalb wurde 1665 durch königliches Dekret die Spitzenherstellung in Alençon angeordnet. Recht bald fand der französische Geschmack eine eigene Variante, die stark konturierte Ornamentik auf zartem, handgenähtem Netzgrund. Der lang anhaltende Erfolg der dentellière normande war dem Point d'Alençon von Madame La Perrières zu verdanken. Tausende von Frauen und Kindern, vor allem in ländlichen Gebieten der Basse-Normandie, sicherten mit Hand- und Heimarbeit die Existenz ihrer Familie. Händler lieferten das Material und die Muster und holten die in langen Abendstunden gefertigten Luxusstücke wieder ab. Im 19. Jh. setzte sich die maschinelle Herstellung der Spitzen durch. In den Museen in Alençon und Argentan wird die Spitzenklöppelkunst angemessen gewürdigt.
Trou normand
Calvados, das weiß man in der Normandie, »stellt in jeder Lebenslage die Ohren wieder in Marschrichtung«. Zum trou normand wird er, wenn er, im Ablauf eines üppigen Menüs gereicht, für den nächsten Gang ein Loch (trou) im Magen schaffen soll. Wohl bekomm's!