Reiseführer Griechenland
Entdecken Sie Griechenland!Die Wiege der europäischen Kultur bietet abseits gängiger Ziele viel Entdeckenswertes
Endlich Urlaub in Griechenland! Die einen freuen sich auf Sonne, Sirtáki und Strand, die anderen auf Theater, Tempel und Museen. Die Vorfreude ist berechtigt, denn das alles hat Griechenland zu bieten - und noch viel mehr. Mich begeistert allerdings die Landschaft am meisten.
Das Land, das Goethe mit der Seele suchte und für das Lord Byron sein Leben gab, ist eins der schönsten und abwechslungsreichsten Europas. Wer es durchquert, erlebt keine Stunde, in der nicht zumindest in der Ferne hohe Berge aufsteigen. Griechenland wird von endlos scheinenden Gebirgsketten durchzogen, von denen viele über 2000 m hoch sind. Ihre spärlich bewachsenen Hänge und Hochebenen sind wie vor Jahrtausenden das Reich der Hirten mit ihren Schafen und Ziegen.
Einige Berge sind eng mit der Mythologie verwoben. Auf dem Olymp (2917 m) hielten Zeus und die anderen elf olympischen Götter bei Nektar und Ambrosia ihre Ratsversammlungen ab; an den Hängen des Parnass (2458 m) tummelte sich der Wein- und Fruchtbarkeitsgott Dionysos mit seinem ausgelassenen Gefolge bei orgiastischen Vergnügungen. Heute laufen die Griechen in den Gebirgen im Winter Ski; im Sommer sind die Berglandschaften Ziel für Wanderer und Ruhe suchende Feriengäste.
Immer wieder durchbrochen wird die Bergwelt von grandiosen Schluchten oder kleinen und großen Ebenen, in denen Getreide und Mais, Baumwolle und Tabak wachsen. Vor allem im Norden sind die Flussmündungen wichtige europäische Vogelparadiese. Griechenlands Küsten sind über 15000 km lang, 4000 davon entfallen aufs Festland. Unzugängliche Steilküsten, manchmal durchsetzt mit ...
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Endlich Urlaub in Griechenland! Die einen freuen sich auf Sonne, Sirtáki und Strand, die anderen auf Theater, Tempel und Museen. Die Vorfreude ist berechtigt, denn das alles hat Griechenland zu bieten - und noch viel mehr. Mich begeistert allerdings die Landschaft am meisten.
Das Land, das Goethe mit der Seele suchte und für das Lord Byron sein Leben gab, ist eins der schönsten und abwechslungsreichsten Europas. Wer es durchquert, erlebt keine Stunde, in der nicht zumindest in der Ferne hohe Berge aufsteigen. Griechenland wird von endlos scheinenden Gebirgsketten durchzogen, von denen viele über 2000 m hoch sind. Ihre spärlich bewachsenen Hänge und Hochebenen sind wie vor Jahrtausenden das Reich der Hirten mit ihren Schafen und Ziegen.
Einige Berge sind eng mit der Mythologie verwoben. Auf dem Olymp (2917 m) hielten Zeus und die anderen elf olympischen Götter bei Nektar und Ambrosia ihre Ratsversammlungen ab; an den Hängen des Parnass (2458 m) tummelte sich der Wein- und Fruchtbarkeitsgott Dionysos mit seinem ausgelassenen Gefolge bei orgiastischen Vergnügungen. Heute laufen die Griechen in den Gebirgen im Winter Ski; im Sommer sind die Berglandschaften Ziel für Wanderer und Ruhe suchende Feriengäste.
Immer wieder durchbrochen wird die Bergwelt von grandiosen Schluchten oder kleinen und großen Ebenen, in denen Getreide und Mais, Baumwolle und Tabak wachsen. Vor allem im Norden sind die Flussmündungen wichtige europäische Vogelparadiese. Griechenlands Küsten sind über 15000 km lang, 4000 davon entfallen aufs Festland. Unzugängliche Steilküsten, manchmal durchsetzt mit nur von See her erreichbaren Strandbuchten, wechseln mit langen Sand- und Kiesstreifen ab, an denen sich buntes Badeleben entfaltet. Von den meisten dieser Strände aus sind aber wiederum die hohen Berge zu sehen, viele von Dezember bis in den Mai hinein schneebedeckt. Wasser und Land durchdringen sich in Hellas; man fühlt sich oft am Meer und im Gebirge zugleich. Ein Fünftel Griechenlands machen seine Inseln aus. Fast einhundert sind ständig bewohnt. Auf Kreta, der größten, lebt eine halbe Million Menschen, auf einigen der kleinsten sind es noch nicht einmal einhundert. Auch wer seinen Urlaub auf dem griechischen Festland geplant hat, kann einige Inseln besuchen. Nach Léfkas und Euböa führen Brücken, andere Inseln, wie Ägina, Póros und Hydra, sind bequem auf Tagestouren zu erreichen.
Die Griechen sind das älteste Kulturvolk Europas. Politiker, Dichter und Philosophen des antiken Griechenland haben die Grundlagen des europäischen Denkens geschaffen. Alle Epochen der über 5000-jährigen Geschichte Griechenlands haben im Land mehr oder minder deutliche Spuren hinterlassen. In den Ausgrabungsstätten stammen weit mehr Mauern und Säulen aus hellenistischer und römischer Zeit als aus dem klassischen Hellas. Oft sind sie auch mit frühchristlichen Monumenten überbaut; bereits der Apostel Paulus hatte ja die ersten christlichen Gemeinden auf europäischem Boden in Griechenland begründet. Byzantinische Kirchen und Klöster schließlich übertreffen die Zahl antiker Stätten bei weitem. Nur von den Türken gibt es wenige architektonische Spuren, auch, weil die Griechen viele von ihnen nach der Befreiung wütend zerstörten. Dafür ist der 500-jährige Einfluss der Türken auf vielen anderen Gebieten nicht zu übersehen. Die griechische und die türkische Küche ähneln sich sehr. Typisch griechische Musik klingt nicht wie Sirtáki, sondern hört sich für unsere Ohren oft wie türkische Musik an. Die historischen Trachten erinnern an die Kleidung, die auch anderswo im Osmanischen Reich getragen wurde. Und selbst in die Sprache sind türkische Wörter eingegangen. Es gibt freilich nicht wenige Stimmen, die meinen, dass die Türken all das, was sich in beiden Kulturen ähnelt, von den Griechen übernommen hätten oder dass es gemeinsame Wurzeln in Byzanz habe. Darüber mag jeder denken, wie er will.
Nur ungern sprechen die Griechen laut über eine andere Folge ihrer so bewegten Geschichte: die ethnischen Minderheiten, die in Hellas leben. Urlaubern fallen mit Sicherheit die vielen Roma auf. Sie fahren mit großen und kleinen Lastwagen durchs ganze Land, verkaufen Melonen und Eier, Teppiche, Haushaltswaren und Plastikstühle. Große Zeltlager der Roma sind häufig an den Stadträndern zu sehen. Die meisten Roma sprechen Griechisch, einige haben Türkisch als Muttersprache. Im Nordosten Griechenlands, insbesondere in Thrakien, leben noch viele sunnitische Moslems. Im Landkreis Xánthi sind es überwiegend Pomaken, deren Muttersprache Bulgarisch ist. Sie sind an ihrer ausgesprochen bunten Kleidung zu erkennen. Im übrigen Thrakien sind die Moslems vorwiegend Türken. Sie haben ihre eigenen Schulen, an denen Griechisch jedoch Pflichtfach ist.
Juden stellten bis zum Zweiten Weltkrieg eine kulturell und wirtschaftlich bedeutende, vor allem in Thessaloníki lebende Volksgruppe. Beim Abzug der Deutschen lebten von den ehemals 77 000 griechischen Juden nur noch 10 000, die meisten waren in Konzentrationslagern ermordet worden. Heute wohnen noch etwa 6000 Juden in Hellas.
Seit dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatenwelt Ende der 1980er-Jahre strömen Hunderttausende von Albanern ins Land. Manche sind eindeutig griechischer Abstammung und dürfen deshalb bleiben. Die meisten aber kommen illegal über die Grenze. Sie verdingen sich vor allem als wandernde Landarbeiter und auf dem Bau.
Weiteren Zuzug erhält Griechenland durch Griechen von der ehemals sowjetischen Schwarzmeerküste. Diese Pontosgriechen kommen legal. Man sieht sie in jeder Stadt und fast jedem Dorf als Flohmarkthändler, die mitgebrachten Kleinkram wie beispielsweise russische Zigaretten, russisches Werkzeug und russische Spielsachen, Samoware und Tischdecken am Straßenrand feilbieten. Trotz all dieser Minderheiten fühlen sich die Griechen mehr denn je als ein Volk. Separatistische Bestrebungen wie in Spanien, Frankreich oder gar im ehemaligen Ostblock gibt es nicht.
Als Europäer fühlen sich die Griechen dabei nur ganz am Rand. Reisenden fallen die häufigen Schilder mit den 15 Sternen der Europaflagge auf. Sie geben bekannt, mit welcher Summe die Europäische Union ein Straßenbauprojekt oder eine Sanierungsmaßnahme, einen Hafenausbau oder eine neue Kanalisation bezuschusst. Die meisten Griechen aber gehen immer noch davon aus, dass ihr Land der sechste Kontinent ist - anders als der Rest der Welt. Sie schätzen es, dass Europa ihnen den Wegfall vieler Zölle brachte, Haushaltsgeräte und vor allem Autos billiger machte. Sie hassen aber die vielen Brüsseler Vorschriften, die ihren Gewohnheiten und ihrer Mentalität widersprechen.
Die meisten Griechen möchten unbedingt ihre Eigenarten bewahren. Davon haben sie wahrlich genug. Die Urlauber plagen sich mit der griechischen Schrift ab. Sie bemerken selbst im Straßenbild, dass sie in einem orthodoxen Land reisen. Überall fällt auf, dass sich die griechische Folklore weit besser gegen angloamerikanische Einflüsse behaupten kann als das Brauchtum anderswo in Europa.
Die Griechen halten an ihrem Lebensrhythmus fest. Der Tag ist viergeteilt. Von morgens früh bis mittags wird gearbeitet. Dann folgt eine lange Siesta; Nachmittag nennt man die Zeit nach 17 Uhr. Der Abend beginnt mit dem Abendessen gegen 21 oder 22 Uhr; Nachtlokale machen meist erst gegen 23 Uhr auf und präsentieren beste Stimmung selten vor Mitternacht. Vorher geht auch kaum jemand schlafen. Auch die Lebensziele sind andere als in Mitteleuropa. Die Arbeit ist kein Selbstzweck, ein Wort für Beruf gibt es im Griechischen nicht. Man fragt »welche Arbeit machst du«, nicht »welchen Beruf hast du«. Die Arbeit dient dem Lebensunterhalt und dem Kauf von Statussymbolen, vor allem aber dem Erwerb von Immobilien. Die gewährleisten den Menschen die soziale Absicherung, die ein mangelhaftes staatliches Sozialversicherungssystem nicht zu geben vermag. Um diese Sicherheit zu erwerben, wandern Griechen schon seit Jahrhunderten von Inseln und Dörfern in die Städte ab oder emigrieren ins Ausland. Den Lebensabend jedoch wollen sie im Heimatdorf verbringen, und liegt es noch so weltabgeschieden in den Bergen. Deswegen sieht man so viele Dörfer, die außerhalb der Hochsommermonate fast menschenleer scheinen, in denen aber prächtige Häuser stehen: vorausplanend gebaute Altersruhesitze. Gerade in solchen Dörfern erlebt man als Urlauber oft die schönsten Stunden. Abseits der Strände und Touristenzentren sind Fremde noch Gäste, die man neugierig betrachtet. Wer sich nicht wie ein Jäger auf Fotosafari verhält, sondern sich mit Muße für einige Zeit im Kaffeehaus niederlässt, wird bald nach Woher und Wohin, Kinderzahl, Arbeit, Heimatland und Reisezweck gefragt. Oft findet sich ein Einheimischer, der die Muttersprache der Gäste oder ein wenig Englisch beherrscht, ein Gespräch entwickelt sich. Dann zeigt sich auch die Gastfreundlichkeit der Griechen, die in den Touristenzentren nicht mehr so leicht wie früher zu finden ist. Unmerklich wird der Kaffee der Fremden von Einheimischen bezahlt, den Kindern ganz selbstverständlich eine Limonade spendiert.
Von den Highways des Massentourismus abzuweichen ist ohnehin der beste Tipp, den ich Reisenden mit auf den Weg geben kann. Es gibt Kirchen und Klöster, Museen und archäologische Stätten, Landschaften und Dörfer, die man gesehen haben muss. Nicht minder reizvoll ist ein Besuch der unbekannteren Schönheiten, auf die in diesem Reiseführer auch hingewiesen wird. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl von Orten, die nichts Besonderes zu bieten haben - und die Ihnen dennoch besonders in Erinnerung bleiben werden, weil Sie sie selbst entdeckt haben.
Kreuz und quer durch Griechenland zu reisen ist kein Problem. In vielen griechischen Dörfern stecken die Hausschlüssel außen in der Tür, außerhalb der Städte bleiben die Wagen meist unabgeschlossen. Die Kriminalitätsrate ist ausgesprochen niedrig; die Händler sind nur in wenigen Touristenzentren aufdringlich, Bettler gibt es fast nur in Athen. Sprachprobleme lassen sich immer irgendwie lösen, und hilfsbereit sind die Griechen allemal: Wer nach dem Weg fragt, wird oft ein Stück weit begleitet. Unterkünfte gibt es fast überall, weil sich viele Griechen durch Zimmervermietung ein Zubrot verdienen.
Eines allerdings ist in Griechenland schwierig: korrekte Antworten auf Fragen zu bekommen, die sich nicht auf den gegenwärtigen Aufenthaltsort selbst beziehen. Im Ort A kennt niemand den Busfahrplan von Ort B; 20 km abseits des Fährhafens weiß niemand, wann dort die Schiffe ankommen und abfahren. Die Griechen denken, gefördert durch Geografie und Geschichte, weiterhin kleinräumig. Schließlich sind viele Landschaften noch immer durch Berge von der Außenwelt getrennt, und schließlich zählt das Wohl der eigenen Gemeinde wie im alten Hellas noch immer mehr als das des Staats.
Der nämlich hat es schwer im heutigen Griechenland. Die griechische Nation wird in Ehren gehalten und im Notfall begeistert verteidigt, doch der Staat nur als lästig empfunden. Er schluckt Steuern und Zölle, ohne viel dafür zu geben. Er versucht durch immer neue Gesetze und Ausführungsbestimmungen das Leben des Einzelnen zu reglementieren - und stört damit die Kreise der Griechen, die eines vor allem sein wollen: Individualisten. Mehr als durch Gesetze werden sie noch immer vom eigenen philótimo, dem Ehrgefühl, gelenkt.
Daran sollten auch die Urlauber denken, wenn sie wirklich einmal Grund haben, sich zu beklagen. Mit Drohungen, Beschimpfungen und gesteigerter Lautstärke wird man nie etwas erreichen. Die Aussicht auf den Erfolg einer Beschwerde ist viel größer, wenn man einen Griechen bei seiner Ehre packt. Er hat keinen Fehler gemacht, doch man braucht ganz einfach seine Hilfe. Schließlich ist er ja klug, gewitzt und stark genug, um etwas verändern zu können...
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Angesagt!
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Spielsucht
Griechen sind Spielernaturen. Die Alten spielen Karten an mit grünem Filz bespannten Kaffeehaustischen, gehen ins Spielkasino zu Roulette und Blackjack oder sitzen am Távli-Brett bei einer Art Backgammon. Die Jungen vergnügen sich bei Cappuccino und Cola in Cafés und Musikbars mit Monopoly, Trivial Pursuit und Scrabble.
Gast-DJs und Griechenrock
Wo viele ausländische Gäste sind, fliegt man bekannte Gast-DJs vor allem aus Großbritannien und Skandinavien ein, die natürlich ihre eigene Musik mitbringen. Aber es machen immer mehr ellinádika auf. Da werden nur griechische Gruppen und Interpreten präsentiert, die musikalisch alle aktuellen Strömungen vertreten, deren Texte allerdings griechisch sind. Ihre Musik ist übrigens auch als Souvenir auf zahlreichen CDs zu bekommen.
Zusammen wohnen
Studentenwohnheime gibt es kaum, deshalb müssen sich Studiosi privat ein Apartment mieten. Da sind die Eltern froh, wenn die Kosten im Rahmen bleiben, und die Vermieter fragen längst nicht mehr nach dem Trauschein. Also haben auch junge unverheiratete Pärchen kein Problem mehr, wenn sie zusammenwohnen wollen.
Blond statt Schwarz
Blondinen gelten in Hellas nicht als dumm, sondern als sexy. Darum lassen sich viele junge Griechinnen die Haare färben. Und das sieht ehrlich gesagt oft klasse aus.
Tischmanieren
Im Café und Restaurant ist es zum Ritual geworden, zunächst das Handy und dann die Zigaretten auf den Tisch zu legen, bevor man sich setzt.Wer eine renommierte Automarke fährt, bringt als Allererstes freilich seine Autoschlüssel ans Kunstlicht der Öffentlichkeit.
Lärmende Motorradartisten
Ihre Fähigkeiten als Meisterfahrer meinen junge Griechen auch mit Mopeds und Motorrädern beweisen zu können. Es gilt beim Start vor möglichst viel Publikum das Vorderrad hochzureißen, eine Weile auf dem Hinterrad zu balancieren und dann Vollgas zu geben.
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Griechenland ganz intensiv erleben
Ausflüge und Touren
Die klassische Rundreise
Diese einwöchige Tour führt Sie zu den berühmtesten Stätten der griechischen Antike, zeigt Ihnen aber auch mittelalterliche Burgen und Ortschaften, führt durch grandiose Landschaften und lässt Zeit für ein Bad im Meer. Die Beschreibung der Tour beginnt am Athener Flughafen, da sie meist mit dem Mietwagen unternommen wird. Wer im eigenen Auto oder mit dem Motorrad anreist, kann die Rundreise auch im Fährhafen Patras (sechster Tag) beginnen. Länge der Rundfahrt: ca. 1100 km.
Erster Tag: Mietwagenübernahme am Athener Flughafen, Fahrt über die mautpflichtige Autobahn in Richtung Korinth. Stopp am Kanal von Korinth, danach Korinth auf der Autobahn in Richtung Patras umfahren und die Abfahrt nach Ancient (Archéa) Kórinthos nehmen. Übernachtung in einer einfachen Pension. 100 km
Zweiter Tag: Vormittags Besichtigung von Alt-Korinth, Besuch im Atelier eines Vasenmalers und Fahrt hinauf nach Akrokorinth; dann Fahrt nach Mykene. Anschließend weiter, an Tiryns vorbei, in eine der schönsten Städte Griechenlands: Nauplia. Abendlicher Bummel durch die Stadt oder Besuch des Epidauros-Festivals. 70 km
Dritter Tag: Zunächst ein Abstecher nach Epidauros, anschließend Weiterfahrt über Nauplia und Lérna nach Trípoli. Auf dem Weg nach Sparta ein Abstecher nach Tegéa. 200 km
Vierter Tag: Der Vormittag gehört der mittelalterlichen Stadt Mystrás. Mittags geht es nach Gíthio, einem idealen Ort zum Genuss von frischem Fisch und Meeresfrüchten und dem Tor zur wilden Máni. Dort sollte man zunächst deren Hauptstadt Areópolis ansteuern, um sich ein Quartier für die Nacht zu suchen. Je nach Interessenlage können Sie jetzt entweder eine etwa 85 km lange Rundfahrt durch die südliche Máni anschließen oder sich auf den zeitaufwändigen Besuch der Tropfsteinhöhlen von Pírgos Diroú beschränken. 105 km
Fünfter Tag: Den Vormittag verbringen Sie in der Máni mit ihren Wehrdörfern und alten Kirchen. Über Stoúpa mit schönem Strand und Kardamíli gelangen Sie nach Kalamáta. Nächstes Ziel ist Pílos. Von dort geht es, vorbei am wahrscheinlich schon geschlossenen Palast des Nestor bei Chóra, nach Olympia. 200 km
Sechster Tag: Für Olympia benötigen Sie den ganzen Vormittag. Danach geht es auf der sehr gut ausgebauten Schnellstraße und auf dem 2003 fertig gestellten Autobahnring um das weniger sehenswerte Patras herum nach Río, von wo Sie entweder preiswert mit der Fähre oder etwas teurer über eine mautpflichtige, im Juli 2004 eröffnete Brücke aufs Festland gelangen können. Vorbei am schönen Städtchen Náfpaktos fahren Sie auf einer herrlichen Panoramastraße, fast immer am Korinthischen Golf entlang, bis Delphi. Bei genügend Zeit lohnt ein Zwischenstopp in Galaxídi. 240 km
Siebter Tag: Für die Besichtigung von Delphi kann man gut einen ganzen Tag gebrauchen. Wer auf eine Nacht in Athen verzichten will, bleibt also und fährt erst am nächsten Tag zum Flughafen zurück. Wer in Delphi nur eine Nacht bleibt, kann auf dem Weg in die griechische Hauptstadt noch einen Abstecher zum Kloster Ósios Loukás unternehmen. 195 km
Achter Tag: Bummel durch die Metropole Athen und Heim- oder Weiterreise.
Die große Griechenlandreise
Diese zweiwöchige Tour ist ideal für alle, die zum ersten Mal aufs griechische Festland kommen und in kurzer Zeit möglichst viel sehen wollen. Sie ist aber nicht mit der Besichtigung von Kirchen und Ausgrabungen vollgepackt, sondern bietet einige ungewöhnliche und weitgehend unbekannte Erlebnisse. Man kann sie mit dem Mietwagen in Athen beginnen oder auch in Thessaloníki (sechster Tag).Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, kann sich ihr in Patras (elfter Tag) oder im nur 100 km vom Fährhafen Igumenítsa entfernten Ioánnina (achter Tag) anschließen. Länge der Rundfahrt: ca. 2150 km
Erster Tag: Ankunft in Athen und sogleich Weiterfahrt über Theben und Aráchova nach Delphi. 165 km
Zweiter Tag: Vormittags Besichtigungen in Delphi, am frühen Nachmittag Weiterreise über Amfíssa, die Thermopylen, Lamía und Tríkala zu den beeindruckenden Metéora-Klöstern. 240 km
Dritter Tag: Gönnen Sie sich einen ganzen Tag für die Klöster und die einzigartige Felslandschaft. 25 km
Vierter Tag: Kehren Sie nach Tríkala zurück und fahren Sie von dort über Lárissa zum Témbi-Tal. Für die Übernachtung stehen Litóchoro am Hang des Olymp oder die nahen Badeorte an der Küste zur Auswahl. 165 km
Fünfter Tag: Nachdem Sie den Anblick des antiken Götterbergs ausgiebig genossen haben, geht es über die Ausgrabungen von Díon und Vérgina weiter in die nordgriechische Metropole Thessaloníki. 190 km
Sechster Tag: Thessaloníki besichtigen Sie am besten zu Fuß; der Wagen hat heute also Ruhe.
Siebter Tag: Nach dem Trubel der Großstadt werden Sie die Bergwelt und ihre Dörfer schätzen. Über Véria, Kózani und Grévena geht es ins griechische Garmisch namens Métsovo. 340 km
Achter Tag: Heute ist die Fahrtstrecke nur kurz, aber dafür umso kurvenreicher. Tagesziel ist Ioánnina, das Sie schon ab mittags erkunden können. 60 km
Neunter Tag: Genießen Sie einen Ruhetag in Ioánnina, oder unternehmen Sie von hier aus einen Tagesausflug in die sehr ursprünglich gebliebenen Bergdörfer der Zagóri, beispielsweise nach Monodéndri, Pápingo oder Tsepélovo.
Zehnter Tag: Heute geht es gen Süden. Nach lohnenden Zwischenstopps in Árta und Mesolóngi kommen Sie zur Übernachtung und zum abendlichen Bad im Meer nach Náfpaktos. 250 km
Elfter Tag: Brücke oder Fähre bringen Sie auf den Peloponnes. Nach einem Kurzbesuch in Europas Kulturhauptstadt 2006, Patras, fahren Sie zunächst in Richtung Korinth und zweigen dann in Diakoptó in die Berge ab. Vorbei am großen Kloster Méga Spíleo kommen Sie so nach Kalávrita. 115 km
Zwölfter Tag: Auf landschaftlich einzigartig schöner Strecke fahren Sie zur Tropfsteinhöhle Spíleo ton Limnón und von dort über Klitoría zur Hauptstraße Trípoli-Patras. Wenn Sie frische Forellen schätzen, planen Sie eine Mittagspause in einer der Tavernen in Planitéro ein. Wieder auf der Hauptstraße Richtung Patras, zweigen Sie kurz vor Agía Triáda links ab nach Amaliáda und Pírgos, von wo aus Sie dann schnell nach Olympia gelangen. 190 km
Dreizehnter Tag: Den ganzen Vormittag verbringen Sie in Olympia, um dann am frühen Nachmittag über die schönen Bergdörfer Langádia und Vítina nach Trípoli zu fahren. Von dort geht es noch einmal über die Berge nach Nauplia. 190 km
Vierzehnter Tag: Zwei Höhepunkte der griechischen Geschichte stehen noch auf dem Programm: Epidauros mit seinem hervorragend erhaltenen Amphitheater und das berühmte Mykene. Dann überqueren sie den Kanal von Korinth und sind bald in Athen. 220 km
Das andere Griechenland
Dieser Vorschlag für eine zweiwöchige Tour wendet sich vor allem an Urlauber, die schon Griechenlanderfahrung haben und die in vom Tourismus noch wenig berührte Gebiete vorstoßen wollen. Sie ist natürlich auch für all diejenigen bestens geeignet, die keinen großen Wert auf berühmte Namen legen und die vor allem Griechenlands Landschaften und Natursehenswürdigkeiten entdecken möchten. Die Tour beginnt für Reisende mit eigenem Fahrzeug im Fährhafen Igoumenítsa; mit einem Mietwagen beginnen Sie sie am besten in Thessaloníki (neunter Tag). Länge der Rundfahrt: ca. 1650 km
Erster Tag: Die nur etwa zweistündige Fahrt von Igoumenítsa nach Ioánnina gibt Ihnen schon einen Vorgeschmack auf die endlosen Kurven, die Sie auf dieser Tour erwarten. Dafür brauchen Sie aber dann für den Rest des Tags kein Fahrzeug mehr. 75 km
Zweiter Tag: Vielleicht unternehmen Sie morgens zunächst noch einen kurzen Abstecher zum antiken Theater von Dodóna, bevor Sie in die Zagóri-Dörfer nördlich von Ioánnina fahren. Monódendri ist ein guter Tipp für die erste Nacht dort. Sie können einen Blick in die Víkos-Schlucht werfen und entscheiden, ob Sie sie am nächsten Tag durchwandern wollen. Mit Dodóna 90 km
Dritter Tag: Wenn Sie die Schlucht nicht durchwandern, machen Sie am besten eine Tour in die Dörfer Kípi und Tsepélovo, bevor Sie nach Pápingo hinauffahren, wo Sie sich in die Dolomiten versetzt fühlen werden. 105 km
Vierter Tag: Unternehmen Sie eine Bergwanderung, oder genießen Sie die Ruhe der Gegend und baden Sie in einem nahen Fluss. Übernachtet wird wieder in Pápingo.
Fünfter Tag: Fruchtbare Hochebenen und fast wüstenhaft steinige Flusstäler erleben Sie heute. Einen Zwischenstopp lohnt auf jeden Fall Kónitsa. Nachmittags treffen Sie in Kastoriá ein. 200 km
Sechster Tag: Heute geht es in einen der entlegensten Winkel Griechenlands, nach Psarádes an den Préspa-Seen. Freuen sie sich auf Pelikane und urige Dörfer! 70 km
Siebter Tag: Gönnen Sie sich einen Ruhetag, erleben Sie die Seen vom Boot und vom Land aus, und genießen Sie vielleicht einen Riesenkarpfen. Auf jeden Fall sollten sie auch das Dorf Ágios Germanós besuchen, falls Sie nicht ohnehin dort statt in Psarádes Quartier bezogen haben. 40 km
Achter Tag: Durch dichte Wälder und Wintersportgebiete fahren Sie über Flórina nach Édessa mit seinem schönen Wasserfall und dann vorbei an Pélla nach Thessaloníki. 200 km
Neunter Tag: Nutzen Sie den Tag, um Thessaloníki kennen zu lernen, oder unternehmen Sie einen Ausflug auf die Halbinsel Kassándra mit ihren vielen schönen Stränden. Eine Kassándra-Rundfahrt wäre ab und bis Thessaloníki etwa 200 km lang.
Zehnter Tag: Heute erleben Sie den Olymp von einer ungewöhnlichen Seite. Statt auf der Schnellstraße an ihm entlangzurasen, wählen Sie ab Kateríni die schmale, kurvenreiche Straße, die westlich am Olymp vorbeiführt in Richtung Lárissa. Sie passieren Elassóna und biegen dann hinter Damássi rechts ab nach Tríkala. Kurz darauf sind Sie an den Metéora-Klöstern. 265 km
Elfter Tag: Dieser Tag gehört den Metéora-Klöstern und der Erholung. 25 km
Zwölfter Tag: Noch einmal starten Sie ins unbekannte Griechenland. Über Tríkala und Kárditsa steuern Sie Lamía an und biegen dort westwärts in die noch weitgehend unerschlossene Bergregion von Evritanien ab. Ihr Tagesziel ist Karpenísi. 240 km
Dreizehnter Tag: Erkunden Sie die Umgebung, per Auto oder zu Fuß!
Vierzehnter Tag: Heute kommen Sie wieder ans Meer. Über Agrínion geht es weiter nach Amfilóchia und von dort über Vónitsa nach Préveza. 210 km
Fünfzehnter Tag: Schauen Sie sich noch das beeindruckende Nekromanteíon und Párga an, bevor Sie nach Igoumenítsa zurückkehren. 130 km
nach obenBloß nicht
Bloß nicht!
Ausgesprochene Touristenfallen gibt es in Griechenland nicht, aber ein paar Dinge sollten Sie doch wissen
Bloß nicht
Die richtigen Schuhe vergessen
Auch für kleine Wanderungen sollten Sie unbedingt feste Schuhe, zumindest aber Turnschuhe tragen. Die Wege sind oft steinig und rutschig. Außerdem gibt es Schlangen, die zwar normalerweise vor den Menschen flüchten - aber man weiß ja nie. Für den Strand empfehlen sich im Sommer Badeschuhe, denn der Sand wird oft brennend heiß.
Brandgefahr unterschätzen
Die Waldbrandgefahr ist in Griechenland groß. Verkohlte Bäume beweisen das überall. Insbesondere Raucher und Camper werden um besondere Vorsicht gebeten.
Zur falschen Zeit oder am falschen Ort telefonieren
Griechen ruft man nie zwischen 14 und 18 Uhr an! Bevor Sie von Reisebüros und Hotels aus Ferngespräche führen, sollten Sie sich nach dem Preis erkundigen. Mehr als 45 Prozent Aufschlag auf den OTE-Tarif sind Wucher!
Zu spärlich bekleidet sein
Am Strand und in den Badeorten sind Griechen nackte Haut gewohnt. In Kirchen und Klöstern sind aber bedeckte Schultern und Knie erwünscht. In Dörfern wird man von den Einheimischen eher respektiert, wenn man nicht gerade in Badekleidung durch die Gassen schlendert.
Altes und Antikes mitnehmen
Antiquitäten, alte Webarbeiten und Stickereien sowie alte Ikonen dürfen nur mit besonderer Genehmigung ausgeführt werden. Wer an antiken Stätten Steine aufhebt und sie mitnimmt, macht sich strafbar.
Drauflosknipsen
Die meisten Griechen lassen sich gern fotografieren. Fotografen, die sich wie Jäger benehmen, mögen sie aber nicht. Bevor man den Auslöser drückt, sollte man höflicherweise mit einem Lächeln das Einverständnis seines Gegenübers einholen.
Die Mittagsruhe stören
Auch Mönchen und Nonnen ist die Mittagsruhe heilig. Zwischen 13 und 17 Uhr sind Besucher in den meisten Klöstern nicht willkommen.
Blindlings Fisch bestellen
Frischer Fisch ist teuer und wird nach Gewicht berechnet. Sie sollten sich beim Bestellen immer den Kilopreis nennen lassen und beim Auswiegen unbedingt dabei sein. Sonst könnten Sie beim Bezahlen eine unangenehme Überraschung erleben.
nach obenEinkaufen
Schmuck und Keramik
Die Souvenirshops sind voll mit Billigware. Echtes Kunsthandwerk hat seinen Preis
Industrielle Massenproduktion beherrscht auch in Hellas die Läden in den Urlauberzentren. Echtes Kunsthandwerk ist vor allem noch bei den Juwelieren und Keramikern zu finden. Für seine traditionellen Silberschmiedearbeiten ist Ioánnina in Epirus berühmt, moderner Silberschmuck kommt oft von jungen Künstlern aus Athen. Keramikwerkstätten finden Sie überall im Land.
Wenn inzwischen auch nahezu alles überall zu haben ist, lieben es die Griechen doch, am Ursprungsort zu kaufen. So ist Aráchova bei Delphi für seine Webteppiche bekannt, Alt-Korinth für handbemalte Vasen nach antiken Vorbildern. In Súfli in Thrakien wird noch immer Seide produziert; Kastoriá ist das Zentrum des Kürschnerhandwerks. Für moderne Designermode ist ein Besuch in Athen unerlässlich.
Gute Museumsläden mit einem breiten Angebot an Museumskopien bieten die Archäologischen Museen von Athen und Thessaloníki sowie das Benáki-Museum und das Museum für kykladische Kunst in Athen. Ikonen kann man in manchen Klöstern in Auftrag geben oder in den Devotionalienhandlungen der Städte kaufen; gleich mehrere Ikonenmaler leben zwischen Kalambáka und den MetéoraKlöstern. Weltliche Maler bieten ihre Ansichten griechischer Dörfer und Landschaften an.
Griechische Urlauber bringen von ihrer Reise gern essbare Köstlichkeiten mit. So ist Kalamáta auf dem Peloponnes für seine Oliven berühmt, Attika für seinen retsína und Korinth für seine - Korinthen.
Oúzo, Brandys und Liköre produziert man noch in vielen kleinen Destillerien; Kräuter werden in vielen Bergregionen zum Kauf angeboten. Die zahlreichen Imker des Landes verkaufen ihren duftenden Thymianhonig häufig direkt am Straßenrand. Groß ist die Auswahl an echt griechischen Käsesorten. Auch die in vielen kleinen Manufakturen hergestellten Nudeln sind ein originelles Souvenir.
In den Touristenzentren und in kleinen Dörfern sind die meisten Geschäfte täglich bis spätabends geöffnet. In den Städten sind sie sonntags sowie mittags etwa von 14 bis 17 Uhr geschlossen. Etwa von 17 bis 20 Uhr haben sie dann noch einmal an zwei bis drei Tagen geöffnet.
nach obenEssen und Trinken
Tafeln wie die Griechen
Tavernen gibt es wie Sand am Meer. Wählen Sie zwischen Dorfatmosphäre und moderner Romantik
Souvláki-Spießchen, Moussaká, Gýros und Bauernsalat bekommen Sie auch beim Griechen zu Hause. Dafür braucht man nicht nach Griechenland zu reisen. Die echte griechische Küche hat jedoch viel mehr und ganz anderes zu bieten, das zu kosten sich lohnt.
In den meisten Restaurants und Tavernen gibt es mehrsprachige, gedruckte Speisekarten. Die tagesaktuellen Angebote sind darauf jedoch überhaupt nicht oder nur handschriftlich auf Griechisch vermerkt. Also macht man es lieber so wie die Griechen, geht in die Küche und schaut in die Töpfe oder in Warmhaltetresen und den Kühlschrank, um zu sehen, was es wirklich gibt. Bestellen Sie beim Kellner aber nicht gleich ein ganzes Menü. Was das ist, wissen die wenigsten und servieren meist alles gleichzeitig. Ordern Sie besser schrittweise.
Essen und Trinken
Essen in der paréa
Noch besser nimmt man sich auch in dieser Hinsicht ein Beispiel an den Einheimischen. Die lieben es, möglichst viele Teller mit verschiedenen Gerichten gleichzeitig auf dem Tisch zu haben. Sie gehen allerdings abends auch selten allein zum Essen aus. Für sie ist die fröhliche Tischgemeinschaft, die paréa, ebenso wichtig wie der kulinarische Genuss.
In einer paréa bestellt man viele verschiedene Speisen. Sie werden in die Mitte gestellt, und jeder nimmt sich, was und wie viel er mag. Meist werden auch Fleisch und Fisch auf großen Platten serviert. Üblicherweise bestellt man viel mehr, als man essen kann. Alles restlos zu verputzen gilt als Blamage, zeigt es doch, dass man offenbar nicht genug geordert hat. Alle Teller, auch die leer gegessenen, bleiben normalerweise auf dem Tisch stehen. Der Kellner räumt sie nicht ab, damit die paréa jederzeit sehen kann, wie gut sie gespeist hat.
Beim Bezahlen übernimmt meist einer die Rechnung für alle. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, aber später getrennt zu zahlen, nennen Griechen »die deutsche Art«. Wer sie pflegen will, macht den Kellner am besten schon bei der Bestellung darauf aufmerksam.
Extrakosten
In allen Restaurants und Tavernen zahlt man 20 Cent bis 1 Euro für das Couvert, also für Besteck, Servietten und Brot. Darauf zu verzichten ist unmöglich. Trinkgeld hingegen sollten Sie nur geben, wenn Sie zufrieden waren: Griechen geben entweder nichts oder eine Summe, mit der sie sich nicht blamieren.
Missverständnisse entstehen leicht, wenn man frischen Fisch bestellt. Dessen Preis richtet sich nämlich nach dem Gewicht. Deswegen sollte man beim Auswiegen unbedingt dabei sein.
Jederzeit ist Essenszeit
Nahezu alle Restaurants und Tavernen sind ohne Ruhetag von mittags bis Mitternacht durchgehend geöffnet. Für den kleinen Hunger oder für Tage, an denen man sparsam sein will, bilden zudem die psistariá genannten Imbissstuben und die vielen Bäckereien, die mit Käse, Würstchen, Spinat und anderem gefüllte Blätterteigtaschen anbieten, eine gute Alternative.
Liebhaber süßer Leckereien sind im zacharoplastío, der griechischen Konditorei, am richtigen Platz. Neben Cremetörtchen und Sandkuchen gibt es hier überwiegend orientalische Spezialitäten mit Nüssen und Honig wie zum Beispiel baklavá und kataífi.
Gegen den Durst
Griechisches Nationalgetränk ist Wasser. In abgelegenen Regionen bekommt man es sogar häufig zu Bier und Eis serviert. Offenen Wein bekommen Sie in fast allen Lokalen. Die Auswahl an guten Flaschenweinen ist groß. Eine Besonderheit ist der mit dem Harz der Aleppokiefer versetzte Weißwein retsína.
Unter den einheimischen Spirituosen ist der Anisschnaps Oúzo am verbreitetsten. Nach dem Essen mundet auch der Weinbrand Metaxá; den gibt es in vier Qualitätsstufen, mit drei, fünf, sieben und zwölf Sternen.
Kaffee trinken die Griechen den ganzen Tag über. Man hat die Wahl zwischen einem Mokka, kafés ellinikós, heißem Instantkaffee, generell ness sestó genannt, und kaltem, schaumig geschlagenem und mit Eiswürfeln serviertem Instantkaffee, frappé. Den gewünschten Süßegrad muss man beim Bestellen gleich mit angeben: skétto, ohne Zucker; métrio, mit etwas Zucker; glikó, süß. Mokka trinkt man ohne Milch, bei anderen Kaffees hat man die Wahl zwischen mä gála, mit Milch, und chorís gála, ohne Milch.
Regionale Unterschiede
Regionale Unterschiede in der Küche werden Fremde kaum bemerken. Am ehesten fällt auf, dass im Norden neben dem klassischen griechischen Salat aus Tomaten, Gurken, Oliven und Zwiebeln häufig auch saláta pikantík gegessen wird, ein leicht saurer, gut gewürzter Krautsalat. Außerdem gehören im Norden piperjés, sehr scharfe, grüne gebratene Paprikaschoten, zu den beliebtesten Vorspeisen. Als Paradies für Fischesser gilt die Chalkidikí, frische Miesmuscheln gibt es zum Beispiel zu Füßen des Olymp und in Itéa bei Delphi. Den in Salzlake eingelegten Fétakäse aus Schafs- und Ziegenmilch gibt es überall. Köstlich sind auch der metsovóne, ein geräucherter Kuh-Rohmilchkäse aus Métsovo im Epirus, und der nordgriechische manoúri aus Schafskäsemolke und Sahne.
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Irgendwo wird immer gefeiert. Kulturfestivals bereichern den Sommer
Für jeden Tag im Jahr gibt es einen Heiligen - und damit immer dort, wo ihm eine Kirche geweiht ist, auch ein Kirchweihfest. Diese panigíria sind häufig mit traditionellen Musik- und Tanzveranstaltungen verbunden, manchmal auch mit Prozessionen und kostenloser Verköstigung mit örtlichen Spezialitäten, Wein und Oúzo für alle. Im Sommer veranstalten viele Gemeinden Kulturfestivals mit Theateraufführungen, Folklore, Popkonzerten, Kunst- und Kunsthandwerksausstellungen. Wo die Archäologen es zulassen, werden in antiken Theatern antike Tragödien gezeigt. Urwüchsig sind die großen ländlichen Jahrmärkte, die mehrere Tage dauern und zu denen viele Bauern zusammenströmen. Da kann man dann sogar noch traditionelle Viehmärkte miterleben.
Rosenmontag, Ostern und Pfingsten werden oft ein bis fünf Wochen nach unseren Terminen gefeiert!
Offizielle Feiertage
1. Jan.
Neujahr
6. Jan.
Epiphanias
Feb./März
Rosenmontag (6. März 2006, 22. Feb. 2007)
25. März
Nationalfeiertag
April
Karfreitag (21. April 2006, 6. April 2007)
Ostern (23./24. April 2006, 8./9. April 2007)
1. Mai
Tag der Arbeit
Mai/Juni
Pfingsten (11./12. Juni 2006, 27./28. Mai 2007)
15. Aug.
Mariä Entschlafung
28. Okt.
Nationalfeiertag
25./26. Dez.
Weihnachten
Feste und Veranstaltungen
Letzte zwei Sonntage vor Rosenmontag
Traditionelles Karnevalstreiben in Náoussa mit Masken aus Bienenwachs, Musik, Tanz und vielen altertümlichen Bräuchen.
Faschingssonntag
Karnevalsumzug brasilianischer Art in Patras mit über 16 000 kostümierten Teilnehmern.
Rosenmontag
In ganz Griechenland fährt man mittags in die Berge oder ans Meer, lässt Drachen steigen und picknickt ausgiebig, oft mit Livemusik und Tanz. Besonders eindrucksvoll: das Drachensteigen am Philopáppos-Hügel in Athen.
Karfreitag
Abends gegen 21 Uhr Prozessionen in allen Städten und Dörfern.
Ostersamstag
Gegen 23 Uhr Beginn des feierlichen Ostergottesdiensts, nach Mitternacht meist großes Feuerwerk.
Ostersonntag
Überall werden in Vorgärten Lämmer am Spieß gegrillt.
25./26. Juni
Großes Kirchweihfest im Eichenwald bei Arnéa mit Folklore und Jahrmarkt.
Ende Juni-Ende August
Kassándra-Festival mit etwa 20 Veranstaltungen im modernen Freilichttheater beim Dorf Síviri auf der Kassándra-Halbinsel.
Aufführung antiker Tragödien im antiken Theater von Epidauros.
Anfang August
River Party, größtes Openairfestival Griechenlands in Nestório bei Kastoriá.
Erstes Augustwochenende
Sardinenfest am Hafen von Préveza.Wein kostenlos, Sardinen superpreiswert, dazu viel Musik.
Mitte August
Große Kirchweihfeste am 14./15. August in vielen Städten und Dörfern. Einwöchiger Jahr- und Viehmarkt im Park von Paléo Episkopí bei Trípoli.
1.-3. September
Kirchweihfest mit großem Jahrmarkt beim Dorf Ágios Mámas auf der Halbinsel Chalkidikí.
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Griechenlandreise
Anreise
Linienflüge gehen von Österreich und der Schweiz nach Athen und Thessaloníki, von Deutschland auch nach Kavála. Charterflugzeuge aus Deutschland und der Schweiz landen auf den Festlandsflughäfen Athen, Thessaloníki, Áraxos und Préveza, aus Deutschland auch in Kalamáta, aus Österreich auch in Vólos.
Flughafenbusse verkehren nur in Athen und Thessaloníki, sonst stehen überall Taxis bereit. Die Flugzeit von Frankfurt/M. nach Athen beträgt etwa 2 Std. 45 Min.
Große Autofähren verbinden ganzjährig die italienischen Häfen Venedig, Ancona, Bari, Brindisi und Triest mit Igoumenítsa und Patras. Zwischen Brindisi und Igoumenítsa verkehrt im Sommer auch ein schneller Katamaran (Überfahrt 3 Std.), der allerdings keine Autos transportiert. Mit normalen Autofähren dauert die Überfahrt von Ancona bis Patras je nach Schiff 19-21 Stunden, ab Bari 15-16 Stunden. Auskunft in Reisebüros und bei Automobilclubs, im Internet www.superfast.com, www.fragline.gr, www.minoan.gr, www.anek.gr, www.marlines.com, www.ventouris.gr
Direkte Bahnverbindungen zwischen Griechenland und Mitteleuropa gibt es nicht. Europabusse verbinden viele Städte in den deutschsprachigen Ländern ganzjährig mit Thessaloníki und Athen sowie mit Bari und Brindisi in Italien. Auskunft: Deutsche Touring, Am Römerhof 17, 60486 Frankfurt, Tel. 069/790 30, Fax 707 85 11, www.deutsche-touring.com
Auskunft vor der Reise
Griechische Zentrale für Fremdenverkehr
- Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt/M., Tel. 069/257 82 70, Fax 25 78 27 29, info@gzf-eot.de
- Wittenbergplatz 3A, 10789 Berlin, Tel. 030/217 62 62, Fax 217 79 65
- Neuer Wall 18, 20354 Hamburg, Tel. 040/45 44 98, Fax 45 44 04
- Pacellistr. 2, 80333 München, Tel. 089/22 20 35, Fax 29 70 58
- Opernring 8, 1015 Wien, Tel. 01/512 53 17, Fax 513 91 89, grect@vienna.at
- Löwenstr. 25, 8001 Zürich, Tel. 012 21 01 05, Fax 012 12 05 16, eot@bluewin.ch
Auto
Zur Einreise genügen der nationale Führer- und Kraftfahrzeugschein. Die Mitnahme einer internationalen grünen Versicherungskarte ist empfehlenswert. Das Tankstellennetz ist dicht, bleifreies Benzin und Diesel bekommen Sie überall.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und auf Autobahnen 120 km/h. Motorräder dürfen höchstens 90 km/h schnell fahren. Es gibt viele Radarkontrollen und hohe Geldstrafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen! Auch das Falschparken ist teuer, es kostet mindestens 50 Euro. Promillegrenze 0,5, für Motorradfahrer 0,1. Es gilt Anschnallpflicht auf den Vordersitzen und Helmpflicht für Motorradfahrer.
ADAC-Notruf ganzjährig in Athen 21 09 60 12 66. Die Pannenhilfe des griechischen Automobilclubs ELPA ist landesweit unter Tel. 104 erreichbar. Das Abschleppen müssen auch ADAC-Mitglieder zunächst bar bezahlen!
Bahn
Die griechischen Staatseisenbahnen (OSE) unterhalten ein umfangreiches Netz. Moderne Intercityzüge verbinden Athen mit Thessaloníki (Fahrzeit 4,5 Std.), mit Olympia (Fahrzeit 5,5 Std.) und mit Patras (Fahrzeit 3 Std. 45 Min.) sowie Thessaloníki mit Alexandroúpoli (Fahrzeit 5 Std. 15 Min.). Ein Zug mit Schlafwagen ist nachts zwischen Athen und Thessaloníki bzw. in umgekehrter Richtung unterwegs. Per Bahn erreichbar sind außerdem Chalkís auf der Insel Euböa, Kalambáka (und damit die Metéora- Klöster), Kozáni sowie auf dem Peloponnes Kalamáta, Nauplia und Trípoli. Die Züge führen Abteile der 1. und 2. Klasse. Die Fahrpreise sind niedriger als die für Linienbusse. Gedruckte Fahrpläne sind nur auf Griechisch erhältlich. Fahrpläne im Internet: www.ose.gr.
Bus
Linienbusse sind das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in Griechenland. Fernbusse verbinden alle griechischen Städte mit Athen und viele mit Thessaloníki. Regionalbusse fahren von den Bezirkshauptstädten in alle Dörfer im Umkreis. Für die Fernbusse können Plätze im Voraus an den Busbahnhöfen reserviert werden. Gedruckte Fahrpläne gibt es nicht, man informiert sich durch die Fahrplantafeln in den Busbahnhöfen. Für viele Regionen finden Sie die aktuellen Linienbusverbindungen auch im Internet: www.ktel.org.
In vielen griechischen Städten verkehren auch Lokalbusse. In Thessaloníki können die Fahrkarten dafür an einem Automaten im Bus gelöst werden, überall sonst müssen Sie die Fahrkarten vor dem Besteigen des Busses am Busbahnhof oder an einem Kiosk kaufen. Nicht bei jeder Bushaltestelle gibt es einen Kiosk. Am besten berechnen Sie im Voraus, wie viele Tickets Sie während Ihres Aufenthalts benötigen, und kaufen gleich alle bei sich bietender Gelegenheit.
Camping
Wildes Zelten ist verboten. Eine Liste der vielen offiziellen Campingplätze ist kostenlos bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr erhältlich. Die meisten griechischen Campingplätze sind nur zwischen Mai und September geöffnet.
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft
Odós Karaóli ke Dimitríou 3, Athen, Tel. 21 07 28 51 11, Fax 21 07 25 12 05
Österreichische Botschaft
Leofóros Vas. Sofías 4, Athen, Tel. 21 07 25 72 70, Fax 21 07 25 72 92
Schweizer Botschaft
Odós Jassíou 2, Athen, Tel. 21 07 23 03 64, Fax 21 07 24 92 09
Veranstaltungstipps
Clubs
Griechische Diskotheken öffnen meist erst gegen 22 Uhr. Eintritt wird nur selten verlangt, dafür sind die Getränke teuer (z. B. kostet ein kleines Bier meist 5 Euro, ein Longdrink 8-10 Euro).
Ein- und Ausreise
Zur Einreise genügt für Schweizer und EU-Bürger ein gültiger Personalausweis. Kinder unter 16 Jahren müssen im Pass eines mitreisenden Elternteils eingetragen sein oder benötigen einen Kinderausweis (ab 10 Jahren mit Lichtbild).
Eintrittspreise
Die Eintrittspreise für Museen und archäologische Stätten betragen im Durchschnitt 2-4 Euro; gehört zu einer Ausgrabung auch ein Museum, muss eventuell zweimal Eintritt bezahlt werden. Bedeutende Ausgrabungen und Museen kosten 6-12 Euro Eintritt. Schüler und Studenten aus EU-Ländern (mit nationalem Schüler- oder internationalem Studentenausweis) haben freien Eintritt, Senioren ab 60 Jahren ermäßigten. Zwischen November und März ist der Eintritt sonntags für jedermann frei.
FKK
FKK ist in Griechenland nur an Stränden erlaubt, die offiziell als FKK-Gelände freigegeben wurden. Davon gibt es nur sehr wenige. Sich wie Adam und Eva in die Sonne zu legen ist dennoch an vielen abgelegenen Stränden üblich. An nackten Busen stören sich Einheimische nirgendwo mehr.
Fotografieren und Filmen
Filmvorräte und Ersatzbatterien sollten Sie mitnehmen, da sie in Griechenland teuer sind und die Auswahl gering ist. Es gibt viele Fotogeschäfte, die binnen weniger als einer Stunde Farbfilme entwickeln und gute Abzüge liefern.
In Kirchen und Museen ist das Fotografieren mit Blitz oder Stativ meist streng verboten.
Gesundheit
Die ärztliche Grundversorgung ist gewährleistet. Bei ernsthaften Verletzungen oder Erkrankungen empfiehlt sich jedoch die vorzeitige Heimreise.
Zwischen den deutschsprachigen Ländern und Griechenland besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Mit der von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ausgestellten European Health Insurance Card können Sie sich bei allen Vertragsärzten der griechischen Krankenkasse IKA sowie in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren kostenlos behandeln lassen. Freie Arztwahl hat man, wenn man bar bezahlt. Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen ist daher der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung ratsam.
Apotheken gibt es in allen größeren Orten; viele Medikamente gibt es rezeptfrei und sehr viel billiger als bei uns.
Mücken
Ein Schutzmittel und gegebenenfalls ein Medikament gegen Mückenstiche sollte man auf jeden Fall im Reisegepäck mit sich führen.
Inlandsflüge
Private Fluggesellschaften bieten Flüge zwischen Athen und Thessaloníki an. Die staatliche Fluggesellschaft Olympic Airlines verbindet Athen mit vielen griechischen Städten, die einen Flughafen besitzen. Auf dem Festland sind das Alexandroúpolis, Ioánnina, Kastoriá, Kavála, Kozáni, Préveza und Thessaloníki. Ab Thessaloníki, sind Alexandroúpoli, Ioánnina und Préveza per Flug erreichbar.
Aegean Airlines
- Am Hauptbahnhof 10, 60329 Frankfurt, Tel. 069/23 85 63 53, Fax 238 56 30, www.aegeanair.com
Olympic Airlines
- Gutleutstr. 82, 60329 Frankfurt, Tel. 069/97 06 70, Fax 97 06 72 04, www.olympic-airlines.de
- Bösendorferstr. 4, 1010 Wien, Tel. 01/504 41 65, Fax 504 61 65 45
- 4 Tour de l'Île, 1204 Genf, Tel. 02 23 19 64 70, Fax 02 23 11 96 24
Internet
E-Mails und Internet werden in Griechenland ebenso häufig genutzt wie bei uns. Auch viele Hotels kann man bereits über das Internet buchen. Zur Information über Griechenland gibt es viele Websites; keine ist perfekt. Eine Auswahl: www.gnto.gr (das englischsprachige Portal der Griechischen Fremdenverkehrszentrale); www.griechische-botschaft.de; www.in-greece.de (gutes Chatforum für alle Griechenlandfreunde, viele Tipps von Reisenden); www.culture.gr (offizielle Homepage des griechischen Kultusministeriums mit vielen Informationen zu Museen und Ausgrabungen); www.ekathimerini.com (englischsprachige E-Ausgabe einer nationalen Tageszeitung).
Internetcafés
Internetcafés oder -terminals in Cafés und Bars gibt es inzwischen in jeder griechischen Klein- und Großstadt sowie in fast allen Badeorten. Meist zahlt man pro Stunde 3-5 Euro. Manche arbeiten mit Münzautomaten im 5-Minuten-Takt, in anderen muss man Zeitkarten kaufen, in wieder anderen wird mit Blick auf die Wanduhr abgerechnet.
Jugendherbergen
Eine Liste der zumeist sehr einfachen Jugendherbergen bekommen Sie bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr.
Mietwagen
Mietautos gibt es in allen größeren Städten und Urlaubsorten. Ein Kleinwagen kostet ab 30 Euro pro Tag inklusive Vollkaskoversicherung und aller gefahrener Kilometer. Man kann sie schon von zu Hause aus buchen, was durchaus preisgünstiger sein kann als eine Buchung vor Ort. Angebote für Autovermietungen finden Sie auch unter www.marcopolo.de.
Motorräder, Vespas und Mopeds werden in Athen und Thessaloníki sowie in allen Urlaubszentren vermietet; Fahrräder und Mountainbikes hingegen sind nicht überall zu bekommen.
Notruf
Landesweit für Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr: 112.
Erwarten Sie nicht, dass Ihr Gesprächspartner sich mit Ihnen in einer Fremdsprache verständigen kann. Lassen Sie daher besser einen Einheimischen anrufen!
Post
Postämter gibt es in allen Städten und größeren Dörfern. Sie sind Mo-Fr mindestens 7.30-14 Uhr geöffnet.
Preise und Währung
Bargeld erhalten Sie am günstigsten per EC-/Maestro-Karte aus den zahlreichen Bargeldautomaten der Banken. Weit höher sind die Gebühren, wenn Sie dafür eine Kreditkarte nutzen. Banken und Postämter lösen Reiseschecks ein und tauschen Devisen. Öffnungszeiten der Banken Mo-Do 8-14 Uhr, Fr 8-13.30 Uhr, in größeren Städten und in Touristenzentren manchmal auch länger.
Das griechische Preisniveau entspricht dem deutschen. Benzin, Hotels der unteren und mittleren Kategorien sowie öffentliche Verkehrsmittel sind sehr viel billiger, Lebensmittel teurer.
Reisezeit und Wetter
Wer viel Sonne sucht und im Meer baden möchte, fährt am besten zwischen Mai und September nach Griechenland. Der Mai ist die schönste Reisezeit, da dann viele Blumen und Bäume blühen. Im August ist es meist so heiß, dass Besichtigungen keinen Spaß machen; außerdem machen in diesem Monat fast alle Griechen und viele Italiener und Franzosen Urlaub, sodass die Unterkünfte knapp und dementsprechend teuer sind. Nur die Gebirge sind in dieser Zeit ein angenehmes Reiseziel. Für den Peloponnes und die Gegend um Athen ist auch der Oktober noch ein guter Reisemonat. Zwischen November und April kann es häufig regnen und zwischen November und März auch recht kühl sein. Für diejenigen, die grandiose Landschaften lieben und auch einen verregneten oder verschneiten Tag nicht fürchten, sind der Peloponnes, der Pílion, Attika und die Region nördlich des Korinthischen Golfs auch ein sehr empfehlenswertes Winterreiseziel. Man hat die Museen und archäologischen Stätten fast für sich; der Blick von Höhen und Pässen reicht in klarer Luft oft bis zu 150 km weit.
Fähren
Wenn Sie für Ihren Urlaub auch einen Abstecher zu griechischen Inseln in Erwägung ziehen, finden Sie im Internet eine Informationsquelle, die Ihnen alle gewünschten Verbindungen jeweils ganz aktuell nennt: www.gtpnet.com.
Sprache
Die Griechen sind stolz auf ihre eigene Schrift, die von keinem anderen Volk der Erde geschrieben wird (die Slawen benutzen das nur teilweise ähnliche kyrillische Alphabet). Für Aufschriften und Ortsschilder wird inzwischen häufig zusätzlich unsere lateinische Schrift verwendet. Trotzdem ist es sehr hilfreich, die griechischen Buchstaben zu kennen.
Die richtige Betonung ist für das Verstandenwerden außerordentlich wichtig. Betont wird immer der Vokal, der den Akzent trägt. Außerdem sollte man wissen, dass alle griechischen Vokale kurz und offen ausgesprochen werden - ein geschlossenes O beispielsweise wie im deutschen Wort Ofen gibt es nicht. Man spricht das O immer wie in offen aus. Das Gleiche gilt fürs E: Nicht wie in eben, sondern wie in Ebbe.
Im Text dieses Reiseführers wird in einigen Fällen die traditionelle deutsche Schreibweise griechischer Ortsnamen verwendet, zum Beispiel bei Athen oder Korinth. Wo es nötig war, haben wir die im Reiseatlas verwendete Schreibweise in Klammern hinzugefügt.
Strom
220 Volt Wechselstrom wie bei uns; unsere Stecker passen meist.
Taxi
Taxis sind überall reichlich vorhanden und nicht teuer. In den Städten fahren sie mit Taxameter; in den agoraíon genannten Taxis in den Dörfern liegen Tariftabellen aus. Geringe Zuschläge, die das Taxameter nicht anzeigt, dürfen für Fahrten von Flughäfen, Häfen und Bahnhöfen sowie für Gepäckstücke, die mehr als 10 kg wiegen und außerdem für Fahrten in der Oster- und Weihnachtszeit erhoben werden. Zwischen 0 und 5 Uhr verdoppelt sich der Fahrpreis für Touren innerhalb von Städten.
Telefon
Das griechische Festnetz wird von der Firma OTE betrieben. Sie unterhält in allen Städten Büros, von denen aus Sie telefonieren können. OTE-Kartentelefone stehen außerdem zahlreich in allen Dörfern und Städten. Telefonkarten zum Preis von 4 Euro sind in den OTE-Büros sowie an vielen Kiosken und in Supermärkten erhältlich. Telefonate aus Hotels sind häufig unverschämt teuer!
Der Mobilfunk wird von Griechen exzessiv genutzt; die Flächendeckung ist gut. Griechische Handynummern beginnen mit einer Sechs. Denken Sie daran, dass Sie für aus dem Ausland eingehende Gespräche bezahlen müssen! Über die Tarife informiert Ihr Provider.
Vorwahlen: Griechenland 0030, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041; anschließend Vorwahl des gewünschten Ortsnetzes (für D, A, CH ohne die Null).
Toiletten
Außer in sehr guten Hotels und Restaurants darf benutztes Toilettenpapier auf keinen Fall ins Klobecken, sondern nur in Eimer oder Papierkörbe geworfen werden (große Verstopfungsgefahr!).
Trinkgeld
Gibt man wie bei uns; Beträge unter 0,50 Euro wirken beleidigend.
Zeit
In Griechenland ist es ganzjährig eine Stunde später als bei uns.
Zeitungen und Medien
Ausländische Tageszeitungen und Illustrierte sind in Städten und Urlaubsorten meist mit einem Tag Verspätung erhältlich. Im Land selbst erscheinen die englischsprachige Wochenzeitung Athens News sowie die deutschsprachige Wochenzeitung Athener Zeitung. Wenn Sie das Hörfunkprogramm der Deutschen Welle in Griechenland hören möchten, erfragen Sie die aktuelle Frequenz in Köln: Tel. 0221/389 32 08, Fax 3 89 32 20.
Zoll
Waren zum persönlichen Gebrauch können von EU-Bürgern innerhalb der EU bis zu gewissen Glaubwürdigkeitsgrenzen zollfrei ein- und ausgeführt werden. Für Reisende aus der Schweiz gelten andere Grenzen: z. B. 200 Zigaretten oder 400 g Tabak, 2 l Wein und 1 l Spirituosen, 50 g Parfüm.
nach obenSport und Aktivitäten
Berge und Meer locken
Die besten Plätze für Ihren Lieblingssport und die wichtigsten Adressen und Websites
Griechenland mit seiner enormen Küstenlänge und den vielen guten Stränden hat besonders Wassersportlern viel zu bieten. Vor allem junge Griechen zieht es zum Sport aber auch in die Berge, wo man reiten und Kajak fahren, bergsteigen und wandern kann.
Die meisten griechischen Sportanbieter setzen mehr auf Improvisation als auf perfekte Organisation, und sind abseits der großen Strandhotels mehr auf griechische als auf ausländische Gäste eingestellt. Das bringt zwar manchmal Sprachschwierigkeiten mit sich, garantiert aber Urlaub unter Einheimischen.
Sport und Aktivitäten
Angeln
Schnur und Haken bekommen Sie in jedem Küstenort am Kiosk oder im Supermarkt. Brot reicht oft schon als Köder aus. Im Meer zu angeln ist jedem ohne Einschränkungen erlaubt.
Bergtouren
Von den meisten Zweitausendern Griechenlands aus kann man das Meer sehen. Das macht Bergtouren und Gipfelbesteigungen so attraktiv. Der griechische Bergsteigerverein E.O.S. unterhält Büros in vielen Städten und Bergregionen und betreibt auch zahlreiche Schutzhütten (Hellenic Federation of Mountaineering and Climbing, Odós Milióni 3, Athen, Tel. 21 03 64 59 04, Fax 21 03 64 46 87). Im Internet finden Sie unter www.oreivatein.com zahlreiche Informationen.
Bungee
Bungeesprünge von der Straßenbrücke über den Kanal von Korinth offeriert Zulubungy. Juni-Sept. tgl. ab 11 Uhr, Okt.-Mai nur am Wochenende, Sprung 50 Euro, Büro am Festlandsufer der Brücke, Tel. 26 10 62 18 65, www.zulubungy.com
Golf
Es gibt auf dem griechischen Festland zwei Golfplätze: einen gut gepflegten in Glifáda bei Athen und einen in Pórto Carrás auf der Halbinsel Sithonía/Chalkidikí. Hellenic Golf Federation, P. O. Box 70003, 16610 Glifáda, Tel. 21 08 94 19 33, Fax 21 08 94 51 62
Kanu & Kajak
Kanus und Kajaks werden für die Flüsse Néstos in Xanthí und Aoós in Kónitsa vermietet. Forestland, Odós Karaóli 16, Xanthí, Tel./Fax 25 41 06 60 69, www.forestland.gr; Límni, am Ufer des Aoós, Kónitsa, Tel. 26 55 02 37 66, www.epirus.com/limni
Motorboote
Für Motorboote bis zu 25 PS braucht man in Griechenland keinen Bootsführerschein. Für 35-50 Euro pro Tag plus Benzin werden sie in einigen Badeorten vermietet, insbesondere in Ouranópoli auf der Chalkdikí und in Pílos auf dem Peloponnes.
Mountainbikes
Mit seinen vielen Bergen und Tälern, kleinen Nebenstraßen und unbefestigten Pisten ist Griechenland für Mountainbiker eigentlich ein ideales Revier. Es gibt jedoch nur wenige professionelle Vermietstationen auf dem Festland, sodass man für größere Touren sein eigenes Bike mitbringen muss. Vermieter finden Sie u. a. in Párga, Délfi, Stoúpa und Políchrono.
Outdoor Adventures
Mehrere griechische Veranstalter bieten organisierte Outdooraktivitäten wie Rafting, Trekking und Klettern an. Ihre Programme erscheinen meist nur auf Griechisch. Ausländer sind dennoch als Gäste willkommen. Scoutway, Odós Ptoleméon 1, Athen, Tel. 21 07 29 91 11, Fax 01 07 29 91 15, www.scoutway.gr; Trekking Hellas, Odós Filéllinon 7, Athen, Tel. 21 03 31 03 23, Fax 21 03 23 45 48, www.trekking.gr
Reiten
Reitsport ist in Griechenland nicht populär. So gibt es nur wenige gute Reitzentren, die meist von Ausländern geführt werden. Die besten finden Sie bei Argalastí sowie bei Katigiórgis auf der Pílion-Halbinsel, außerdem bei Kalamáta auf dem Peloponnes. Fárma Kéntavros, Níkos Stoukogiánnis, Argalastí, Tel. 24 23 05 41 31; Horse Riding Club, Eric & Olga, Katigiórgis, Tel. 24 23 07 10 76 (auch einwöchige Trekkingtouren); Peripetia, Chráni/Kalamáta, Tel. 27 22 03 18 52, www.peripetia.de.
Tagesausritte im Víkos-Aoós-Nationalpark offeriert Límni, Kónitsa, Tel. 26 55 02 37 66, www.epirus.com/limni.
Tauchen
In vielen griechischen Gewässern ist das Tauchen verboten, weil Archäologen befürchten, Taucher könnten heimlich antike Schätze bergen. Gute Tauchgründe und -stationen gibt es vor allem an der westgriechischen Küste, auf dem Peloponnes und um die Finger der Chalkidikí. Tauchschulen: North Aegean Diving Centre, Kalamítsi/Sithonía, Tel./Fax 23 75 04 11 48, Okt.-März 23 10 52 16 92, www.multimania.com/nikofa; Greek Diving Center (vor dem Hotel AKS an der Uferstraße), Portohéli, Tel. 69 44 75 29 71, Fax 27 54 05 20 16, www.greekdivingcenter.com
Tennis
Viele größere Hotels verfügen über Tennisplätze, die auch Nichthotelgästen offen stehen.
Wandern
Griechenland ist dank seiner weithin unberührten Natur und seiner vielen alten Hirtenpfade ein einzigartiges Wanderreiseziel. Markierte Wanderwege gibt es jedoch nur selten. Positive Ausnahmen bilden die Chalkidikí, Párga im Epirus und die Region um Dimitsána auf dem Peloponnes. Weitgehend gut markiert sind auch die Europäischen Fernwanderwege E4 und E6. Ausführliche Informationen im Internet bei www.oreivatein.com.
Gute Wanderkarten gibt es kaum, am besten sind die GPS-kompatiblen Spezialkarten im Maßstab 1:50 000 aus dem griechischen Verlag Road Editions, die Sie auch über den deutschen Buchhandel bekommen. Verlagsprogramm im Internet: www.road.gr.
Geführte ein- und zweiwöchige Wanderreisen bieten mehrere Veranstalter an; Auskunft erhalten Sie in Reisebüros.
Windsurfen
Gut ausgestattete Wassersportstationen, die neben Windsurfen auch Fallschirmsegeln und Fun Rides anbieten, finden Sie meist vor den großen Hotels. Auch für Könner attraktive Windsurfreviere sind Finikoúnda auf dem Peloponnes und die per Brücke mit dem Festland verbundene Insel Léfkas. Greek Windsurfing Association, c/o Ghiolman Yachts, Odós Filéllinon 7, Athen, Tel. 21 03 23 36 96, Fax 21 03 22 32 51, www.ghiolman.com
Wintersport
Es gibt in Griechenland 17 Wintersportregionen. Die schönsten und sonnenreichsten sind die des Chelmós bei Kalávrita und des Menalón bei Trípoli auf dem Peloponnes, des Parnass bei Aráchova, des Pílion bei Vólos, des Falakró bei Dráma und des Olymps. Hellenic Ski Federation, Odós Kar. Servías 7, Athen, Tel. 21 03 23 44 12, Fax 21 03 23 01 42
Yachtcharter
Segel- und Motoryachten werden vor allem in Piräus und Athen verchartert. Es gibt aber auch Vercharterer in Préveza und auf den festlandsnahen Inseln Korfu, Spétse und Zákinthos. Ein Verzeichnis bekommen Sie bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr.
nach obenStichworte
Von alten Göttern bis zur Gegenwart
Das moderne Griechenland bereitet ebenso viele Überraschungen wie Antike und Byzanz
Stichworte
Antike Götter
Die meisten antiken Bauten, deren Überreste wir heute gern bestaunen, wurden zu Ehren von Göttern erbaut. Die Götter waren den alten Griechen allgegenwärtig. Sie residierten auf dem Olymp, dem höchsten Berg des Landes, mischten sich in Kriege und das Alltagsleben der Menschen ein, hatten Liebschaften mit Irdischen und legten großen Wert darauf, dass die Menschen sie gebührend ehrten. Sie waren in den Tempeln präsent, die für sie nicht nur in den Städten, sondern auch auf einsamen Bergen und auf hohen Kaps am Meer errichtet wurden.
Die Römer übernahmen viele Götter der Griechen und gaben ihnen lateinische Namen. Da diese bei uns oft bekannter sind, stehen im Folgenden die lateinischen Götternamen in Klammern:
Göttervater Zeus (Jupiter) galt als mächtigster der Götter. Ihm zu Ehren wurden die Olympischen Spiele veranstaltet. Zeus' Bruder Poseidon (Neptun), dem ein bedeutendes Heiligtum auf Kap Súnion bei Athen geweiht war, war für das Meer und die Erdbeben zuständig. Hades (Pluto), sein zweiter Bruder, hütete die Unterwelt; ihn ehrte man im Totenorakel Nekromanteíon bei Mesopótamo in Epirus.
Gemahlin des Zeus war Hera (Juno), deren Hauptheiligtum auf der Insel Sámos lag. Sie beschützte die Ehe. Ihr einziger gemeinsamer Sohn war Hephaistos (Vulcanus), der Gott der Schmiedekunst, dem ein Tempel auf dem Marktplatz von Athen geweiht wurde.
Hephaistos' Gattin Aphrodite (Venus) war die Göttin der Liebe, ihr Hauptheiligtum lag auf der Insel Zypern. Ihr Geliebter war der Kriegsgott Ares (Mars).
Aus einem der häufigen außerehelichen Verhältnisse des Zeus soll Apollon (Apollo) hervorgegangen sein, der Gott der Schönheit und des Lichts. Seine bedeutendsten Heiligtümer standen in Delphi sowie in Bassae auf dem Peloponnes. Seine Zwillingsschwester Artemis (Diana) war die Göttin der Jagd, die in Brauron bei Athen einen schönen Tempel hatte.
Dionysos (Bacchus) war der Gott der Fruchtbarkeit und des Weins. Als Gott des Theaters wurden ihm in jedem griechischen Theater vor den Aufführungen Opfer gebracht.
Byzanz
Byzanz begegnet man in Griechenland häufiger als der Antike. Man besichtigt byzantinische Kirchen und Klöster, Wandmalereien und Ikonen, Burgruinen und Stadtmauern. Man hört von byzantinischen Traditionen, die in der Musik, der Volkskunst und im Denken der Menschen fortleben. In nahezu allen Gotteshäusern trifft man auf den byzantinischen Doppeladler, Symbol der weiter bestehenden Kirche und des untergegangenen Reichs. Byzanz wurde 1204 von den Venezianern und den Teilnehmern des vierten Kreuzzugs geplündert. Weite Teile des Festlands und der Inseln gerieten damals unter die Herrschaft fremder Herren. Byzanz selbst ging jedoch erst 1453 endgültig unter, als die Türken die Stadt eroberten und sie in Istanbul umbenannten. Die Griechen nennen sie weiter mit ihrem spätantiken Namen Konstantinoúpolis, Konstantinopel.
Fauna
Vor allem im Norden Griechenlands leben noch große Säugetiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale, Wildschweine, Hirsche und Rehe. Im übrigen Griechenland sind sie schon lange ausgerottet. Neben der Verstädterung und verheerenden Waldbränden hat dazu vor allem die Jagdleidenschaft der Griechen beigetragen, die nur schwer in gesetzliche Bahnen zu lenken ist.
Inzwischen wurden freilich einige Nationalparks eingerichtet, die auch von großem touristischen Interesse sind. Dazu gehören der Olymp in Makedonien und der Víkos-Aoós-Nationalpark in Epirus. Naturschützer unternehmen beachtliche Anstrengungen zum Schutz der von der Landwirtschaft bedrohten Naturparadiese des Néstos- und des Évros-Deltas im Nordosten des Landes.
Zu den besonders auffälligen, aber seltenen Großvögeln in Griechenland gehören Adler und Geier, Uhus, Flamingos und Pelikane. Noch häufiger zu sehen sind Reiher und vor allem Störche.
Mit ein wenig Glück sieht man auch Wiesel, Land- und Sumpfschildkröten sowie Schlangen. Skorpione hingegen sind selten und ebenso wenig wie die Schlangen eine Bedrohung für die Menschen.
Die Meere Griechenlands sind stark überfischt und durch die immer noch betriebene Dynamitfischerei sowie die bedrohlich wachsende Sportfischerei mit Harpunen zunehmend gefährdet. Nur noch selten sieht man Delphine; vor Haien braucht beim Schwimmen niemand Angst zu haben.
Flaggen
Neben der weiß-blauen Nationalflagge Griechenlands findet man vor Kirchen, aber auch vor Privathäusern häufig eine zweite Flagge. Auf gelbem Grund ist auf ihr der schwarze byzantinische Doppeladler dargestellt. Das ist die offizielle Fahne der griechischen Orthodoxie.
Flora
Im Frühjahr bedecken Blütenteppiche einen Großteil Griechenlands. Im Sommer und Herbst hingegen sind Felder und Wiesen braun und ausgedörrt, im Winter sprießt wieder das erste Grün. Griechenlands Flora ist nicht nur mediterran, sondern in den Bergen auch kontinental; über zehn Prozent aller hier wachsenden Pflanzen sind endemisch, kommen also nur in Griechenland vor.
Olivenhaine prägen die griechische Kulturlandschaft. In fruchtbaren Ebenen, insbesondere auf dem Peloponnes, wachsen Orangen und Zitronen in großen Plantagen. Bedeutende Nutzpflanzen sind außerdem Baumwolle und Tabak, Weizen, Gerste und Mais. Platanen und Oleander säumen viele im Sommer oft ausgetrocknete Bachläufe. Macchia aus Steineichen, Kermeseichen, Mastixsträuchern, Ginster, Lorbeer, Erdbeerbäumen und allerlei Kräutern wie Thymian und Oregano bedeckt viele Kahlflächen. In Höhen über 500 bis 800 m wird sie abgelöst durch die phrygana, eine Trockenmacchia aus Kräutern, Wacholder, Heide und Wolfsmilchgewächsen.
Häufig anzutreffen, aber erst in den letzten Jahrhunderten eingeführte Pflanzen sind Agaven, Feigenkakteen und, besonders viel an Straßen, Eukalyptusbäume.
Ikonen
Darstellungen von Heiligen und biblischen Ereignissen auf Tafelbildern nennt man in der orthodoxen Kirche Ikonen. Man findet sie in allen Gotteshäusern, aber auch in vielen Autos, Bussen, Geschäften, Restaurants und Privatwohnungen. Sie sind etwas ganz anderes als fromme Bilder in unseren Kirchen. Ikonen sind »Tore zum Himmel«. Sie bringen den Heiligen ins Haus, machen ihn präsent. Deswegen genießen sie auch große Verehrung, werden geküsst, mit Edelmetall, kostbaren Vorhängen, Edelsteinen, Ringen und Uhren geschmückt. Ikonen sind Konsulate des Himmels auf Erden. Sie werden behandelt, als wären sie der oder die Heilige selbst.
Der Ikonenmaler muss sich ebenso wie der Schöpfer von Wandmalereien in den Kirchen auch heute noch streng nach uralten Regeln richten. Er hat nur wenig Freiheiten, seine Phantasie und künstlerische Kreativität sind nicht gefragt. Das führt dazu, dass sich so viele Ikonen gleichen, ganz egal, aus welchem Jahrhundert sie stammen. Die Maler halten sich streng an den byzantinischen Formenkanon. Er hat sich während und vor allem nach dem Bilderstreit, dem Ikonoklasmus (726-843), herausgebildet. In jener Zeit kam es über die Frage, ob Ikonen verehrt werden dürfen, zu einem regelrechten Bürgerkrieg im Byzantinischen Reich. Die Ikonenfreunde siegten. Fortan aber musste es für jede Darstellungsweise eine theologische Bedeutung und Rechtfertigung geben und damit Malvorschriften, die bis heute eingehalten werden.
Kamáki
Allein reisende Frauen müssen in Griechenland nicht lange allein bleiben. Dafür sorgen die kamákia (was wörtlich übersetzt »Harpunen« heißt). Schick gekleidet und mit einem Goldkettchen auf der halb entblößten Brust, vermögen sie in vielen Sprachen ein Gespräch zu beginnen. Man trifft sie vor allem in den Touristenzentren an; viele von ihnen sind im Hauptberuf Kellner oder Souvenirhändler. Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass sie es nicht nur auf eine möglichst hohe »Trefferzahl« anlegen: Aus so manchem kamáki ist der Ehemann einer Ausländerin geworden.
Kioske
Kioske, auf Griechisch in der Einzahl períptero genannt, stehen auf jedem Platz und in Städten an fast jeder Straßenkreuzung. Meist sind sie sieben Tage pro Woche von frühmorgens bis spätnachts geöffnet und bieten alles, was der Mensch eventuell dringend brauchen könnte: Zeitungen und Illustrierte, Portionsbeutel mit Instantkaffee, Zigaretten und Rasierapparate, Zahnbürsten und Kämme, einzelne Aspirintabletten, Kondome und noch vieles mehr.
Komboloi
Vor allem ältere griechische Männer tragen stets ein komboloi bei sich, ein Kettchen, dem Rosenkranz ähnlich. Es hat jedoch keinerlei religiöse Bedeutung, sondern dient einzig und allein dem Zeitvertreib. Wahrscheinlich haben es die Griechen in Abwandlung der islamischen Gebetskette übernommen.
Príka
Bis 1983 stand es im griechischen Gesetzbuch: Der Vater hatte seinen Töchtern eine Mitgift - die príka - zu verschaffen. Normalerweise gehörte dazu ein Haus, mindestens aber eine Wohnung. Das Gesetz ist abgeschafft worden, Haus oder Apartment als Mitgift der Braut sind aber immer noch üblich. Nur dass jetzt häufig neben dem Vater und den Brüdern auch die jungen Frauen selbst arbeiten, um das dafür notwendige Geld zu verdienen. Das Haus bleibt während der Ehe im Besitz der Frau und dient ihrer sozialen Absicherung. Der Bräutigam soll in die Ehe eine gute Ausbildung und einen einträglichen Beruf mitbringen, denn er ist verpflichtet, die Familie zu ernähren.
Religion
Außer in Thrakien, wo es eine starke islamische Minderheit gibt, bekennen sich fast alle Griechen zum griechisch-orthodoxen Christentum.
Den Urlaubern fallen zunächst die Kirchen und die vielen kleinen Kapellen auf, die anders aussehen als bei uns. Viele sind überkuppelt, innen sind sie meist prunkvoll. Statuen, Beichtstühle und Weihwasserbecken fehlen im Gegensatz zu römisch-katholischen Kirchen.
Überall in Griechenland begegnet man den orthodoxen Priestern, die lange, dunkle Gewänder, einen üppigen Bart und eine Kopfbedeckung tragen, unter der nur ein Zopf herausschaut. Die orthodoxen Priester dürfen vor der Priesterweihe heiraten und haben oft große Familien. Sie werden vom Staat bezahlt.
Orthodoxe Gottesdienste dauern häufig zwei und mehr Stunden. Nur wenige Kirchenbesucher harren diese lange Zeit über aus. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen; man plaudert auch während des Gottesdiensts gelegentlich miteinander. Predigten sind kaum üblich; formeller Hauptinhalt ist der Wechselgesang der täglich unterschiedlichen Liturgie, die vom Priester und einigen Laien vorgetragen wird. Gesangbücher für die Gemeinde gibt es nicht.
Die orthodoxen Christen erkennen den Papst nicht als Oberhaupt der Christenheit an. Sie fühlen sich den Aposteln und frühen Christen eng verbunden, weil sich ihre Glaubensgrundsätze aus dem Urchristentum heraus entwickelt und seit dem 9. Jh. nicht mehr verändert haben. Sie beklagen das Werk der evangelischen Reformatoren und die vom Papst immer wieder einmal neu verkündeten Dogmen als reines Menschenwerk.
Zur offiziellen Kirchenspaltung, dem Schisma, kam es bereits 1054. Dogmatische Unterschiede gibt es viele. Zur Spaltung kam es, weil die Orthodoxen glauben, dass der Heilige Geist nur von Gottvater ausgeht, während die »Papisten« verkündeten, er ginge von Vater und Sohn zugleich aus. Bei der Taufe halten die Orthodoxen am vollständigen Untertauchen des Täuflings fest. Und für sie ist Maria nach ihrem Tod nicht leiblich gen Himmel gefahren, Christus trug nur ihre Seele davon. Darum wird am 15. August auch nicht Mariä Himmelfahrt gedacht, sondern Mariä Entschlafung.
Rousfétti
Simple Bestechungen sind in Politik und Wirtschaft Griechenlands nicht seltener als in anderen Ländern der Welt. Darüber hinaus aber hat sich in Hellas ein soziales System der Einflussnahme entwickelt, das man wissenschaftlich als Klientelismus bezeichnet. In der griechischen Umgangssprache heißt es schlicht rousfétti.
Der Kandidat für ein politisches oder gesellschaftliches Amt versucht, sich möglichst viele Wähler zu verpflichten. Ein Mittel dazu ist die familiäre Bindung. Der Kandidat kann seine Familie vergrößern, indem er möglichst oft als Taufpate oder Trauzeuge agiert. Das kostet ihn zwar viel Geld für die Ausrichtung der Feierlichkeiten, die Stimmen der neuen Familie sind ihm dafür aber zunächst sicher. Wähler gewinnt man auch dadurch, dass man ihnen Vorteile verspricht, etwa das Beschaffen einer Baugenehmigung oder eine Anstellung im Staatsdienst. Vor allem deswegen ist der griechische Beamtenapparat so aufgebläht. Nach Wahlen müssen immer neue Staatsdiener eingestellt werden, ohne dass dafür andere entlassen werden können.
Schnäppchenjäger
Auch die Griechen achten bei Einkäufen auf den Cent. Chinesische Einzelhändler und internationale Discounter machen den Tante-Emma-Läden zunehmend das Leben schwer. Marktführer sind die Filialen von Lidl (griechisch ausgesprochen: Lindl) und der französischen Kette Carrefour.
Tageslicht
In Griechenland sind die Wintertage spürbar länger und die Sommertage deutlich kürzer als bei uns. Damit Sie die Urlaubstage besser planen können, hier einige Sonnenauf- und -untergangszeiten: Anfang Januar 7.45 Uhr und 17.15 Uhr, Anfang April 7.05 Uhr und 19.55 Uhr, Anfang Juli 6.10 Uhr und 20.55 Uhr, Anfang Oktober 7.25 Uhr und 19 Uhr (die Sommerzeit ist jeweils berücksichtigt).
Umweltschutz
Ein Umweltbewusstsein entsteht in Griechenland erst ganz langsam. Natur- und Umweltschutzorganisationen, darunter seit 1991 auch ein griechischer Ableger von Greenpeace, haben einen sehr schweren Stand. Eine ökologische Partei gibt es zwar, aber die griechischen Grünen sind mit keinem einzigen Abgeordneten im 300-köpfigen Parlament vertreten.
Müll wird überall in unübersehbaren Mengen produziert. Trotz angedrohter Strafen kippt man ihn gern irgendwo ins Gelände. Die Gemeinden machen es kaum anders: Sie verbrennen den Müll unter offenem Himmel. Sondermüllsammlungen oder gar -deponien sind unbekannt. Nahezu jeder Wirt zieht Getränkedosen Glasflaschen vor, Plastikwaren haben die alten Materialien Holz und Ton ersetzt. Die Menschen aber scheinen nicht verstanden zu haben, dass Plastik, anders als Holz und Ton, nahezu unvergänglich ist.
Die größten Fortschritte beim Umweltschutz hat das einst von Smog geplagte Athen gemacht. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2004 wurden Schnellbahnen, eine Straßenbahn und U-Bahn-Linien gebaut, moderne Elektro- und mit Biogas betriebene Busse gekauft und selbst vierspurige Hauptverkehrsachsen in Fußgängerzonen umgewandelt. Die Athener Luft ist dadurch erheblich sauberer geworden. Im ganzen Land haben die Griechen viel in den Ausbau der Eisenbahnstrecken investiert, sodass der Zug jetzt eine echte Alternative zu Auto, Bus und Flugzeug ist.
Ägäis und Ionisches Meer sind weitgehend sauber. Nur in den Ballungsgebieten von Athen und Thessaloníki macht sich bemerkbar, dass die Industrie Abwässer ungeklärt ins Meer leitet. In der Nähe beider Städte ist das Meer schwermetallverseucht. Die privaten Haushalte sammeln ihre Fäkalien hingegen in Sickergruben, sodass sie nicht in die See gelangen. Die Besatzungen der Fährschiffe sind durch ein freiwilliges Programm der Reeder zu umweltbewusstem Handeln erzogen worden und werfen Müll fast nie mehr einfach über Bord.
Wegen der hohen Stromkosten gehen immer mehr Haus- und Hotelbesitzer dazu über, zur Warmwasseraufbereitung Sonnenkollektoren auf ihren Dächern zu installieren. Strom wird in Griechenland noch zu 90 Prozent aus einheimischer Braunkohle oder importiertem Dieselkraftstoff gewonnen. Mit Hilfe der EU entstehen jedoch vor allem auf den Inseln immer mehr Windkraftwerke. Atomkraftwerke gibt es nicht.
Gegen Lärm scheinen Griechen nahezu unempfindlich zu sein. Das zeigt sich nicht nur an den vielen heftig knatternden Mopeds und der lauten Musik in Lokalen und Privathäusern bis weit nach Mitternacht, sondern auch daran, dass Nachtlandeverbote auf den Flughäfen noch nicht einmal in Erwägung gezogen werden.
Urlaub
Urlaub machen die Griechen bevorzugt im August, insbesondere in den Tagen um Mariä Entschlafung (15. August) herum. Die meisten Griechen bleiben im Land, fahren beispielsweise auf die Inseln, ans Meer oder - sofern sie in Städten leben - in ihre Heimatdörfer.
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