Reiseführer Italien
Entdecken Sie Italien!Ein Land der Kunstschätze und der Lebenskunst, der Berge und Badeküsten
»Il bel paese«, das schöne Land - es sind die Italiener selbst, die ihr Land so nennen: Wohl kaum ein Volk ist derart davon überzeugt, im schönsten Land der Welt zu leben. Allein das Licht und die Sonne, dieser Dunst der Wärme, der sich über die weit geschwungene Hügellandschaft des Apennins legt, über die pastell-, ocker- und steinfarbenen alten Stadtkerne, über die silbrig flimmernden Olivenbäume und die leuchtend grünen Zitrushaine.
Dazu gesellen sich die cultura antica und die monumenti, der Stolz, einem Volk mit einer überreichen, hoch zivilisierten Vergangenheit anzugehören: Laut Unesco beherbergt Italien über 60 Prozent des gesamten Weltkulturerbes an Kunst- und Kulturschätzen - in historischen Stadtkernen, in uralten, malerischen Dörfern, in archäologischen Ausgrabungsstätten und in mehr als 3000 Museen.
Aber das ist natürlich noch lange nicht alles, weswegen alljährlich viele Millionen Touristen aus aller Welt ins bel paese reisen: Da ist diese ganz besondere geografische Form Italiens, ein langer Stiefel, der weit ins Mittelmeer hineinragt und daher 8500 km Küste zu bieten hat. Ein weiterer großer Trumpf ist das Essen in Italien. Da freut sich der Reisende, die geliebten Nudeln im Italienurlaub sozusagen in ihrem Mutterland essen zu können.
Einmal in Italien angekommen, gehört der erste Gang auf die Piazza: Empfangssalon, Mittelpunkt urbanen Lebens, Bühne für die Italiener. Setzen Sie sich dort in das Café mit dem besten Überblick, bestellen Sie einen Cappuccino, einen Campari oder auch einen hausgemixten Fruchtaperitif und schauen ganz einfach den Italiener ...
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»Il bel paese«, das schöne Land - es sind die Italiener selbst, die ihr Land so nennen: Wohl kaum ein Volk ist derart davon überzeugt, im schönsten Land der Welt zu leben. Allein das Licht und die Sonne, dieser Dunst der Wärme, der sich über die weit geschwungene Hügellandschaft des Apennins legt, über die pastell-, ocker- und steinfarbenen alten Stadtkerne, über die silbrig flimmernden Olivenbäume und die leuchtend grünen Zitrushaine.
Dazu gesellen sich die cultura antica und die monumenti, der Stolz, einem Volk mit einer überreichen, hoch zivilisierten Vergangenheit anzugehören: Laut Unesco beherbergt Italien über 60 Prozent des gesamten Weltkulturerbes an Kunst- und Kulturschätzen - in historischen Stadtkernen, in uralten, malerischen Dörfern, in archäologischen Ausgrabungsstätten und in mehr als 3000 Museen.
Aber das ist natürlich noch lange nicht alles, weswegen alljährlich viele Millionen Touristen aus aller Welt ins bel paese reisen: Da ist diese ganz besondere geografische Form Italiens, ein langer Stiefel, der weit ins Mittelmeer hineinragt und daher 8500 km Küste zu bieten hat. Ein weiterer großer Trumpf ist das Essen in Italien. Da freut sich der Reisende, die geliebten Nudeln im Italienurlaub sozusagen in ihrem Mutterland essen zu können.
Einmal in Italien angekommen, gehört der erste Gang auf die Piazza: Empfangssalon, Mittelpunkt urbanen Lebens, Bühne für die Italiener. Setzen Sie sich dort in das Café mit dem besten Überblick, bestellen Sie einen Cappuccino, einen Campari oder auch einen hausgemixten Fruchtaperitif und schauen ganz einfach den Italienern zu: Dort sieht man ein paar ältere Herren stehen und heftig über Gott und die Welt (und den Fußball) diskutieren. Ist gerade Markttag und Winter, wird man viele Damen im Nerz sehen - bella figura in der Öffentlichkeit zu machen hat Vorrang vor jedem Tierschutzgebot. Gruppen von Jugendlichen ziehen vorbei, lebhaft gestikulierend, alle hochmodisch gestylt und mit einem schicken telefonino, dem allgegenwärtigen Handy, in der Faust.
Der Lebensstandard der Italiener ist in den letzten Jahren stark gestiegen, und so kann eine Reise nach Italien zu einem kostspieligen Vergnügen werden. Die Preise für Hotels, Restaurants, Museen, Strandleben sind recht hoch. Dafür steigt in den letzten Jahren - neben Nepp und liebloser Abfertigung, die es natürlich auch, wie überall auf der Welt, gibt - die Qualität von Hotels und Restaurants. Allenthalben wird restauriert, was aber auch bedeutet, dass sich Monumente, Skulpturen, Palazzi und Fresken oft genug hinter Gerüsten und Plastikplanen verstecken.
Anlässe zur Verschönerung und Instandsetzung heruntergekommener Viertel und Gebäude gibt es immer. Zum Heiligen Jahr 2000 hat man für die Millionen Pilger halb Rom restauriert und infrastrukturell modernisiert. Die vormals sehr von Fiat geprägte Stadt Turin versucht man derzeit mit ambitionierten Projekten ins postindustrielle Zeitalter zu überführen. Viele Palazzi und prachtvolle Museen sind in Genua - Europäische Kulturhauptstadt 2004 - neu herausgeputzt worden. Mit der Pflege der historischen Stadtzentren kontrastieren die manchmal nahezu bedrückende Zersiedelung an der Peripherie der Städte und eine oft erstaunlich grobe moderne Architektur. Und obwohl die Italiener den Umweltschutz etwa durch die Einführung von Kläranlagen und die Einrichtung von Naturschutzgebieten immer ernster nehmen, erschrecken an manchen Stränden, in Waldstücken und an Flüssen die Müllhinterlassenschaften - vor allem, aber nicht nur im Süden.
Es sind die Italiener selbst, die ihr Land am schärfsten kritisieren, vor allem dann, wenn nicht alles so läuft wie erwünscht. Verkehrschaos, fehlender Parkraum in den Städten, schlechter Service, überfüllte Züge: Da können die Italiener an sich und ihrem Land verzweifeln. Oder wenn im August die Fabriken schließen und damit auch gleich viele Restaurants und Geschäfte in den großen Städten: Ganz Italien fährt ans Meer. Natürlich ist eine Notreserve garantiert, für die, die nicht in Urlaub fahren, und für einsame, mutige Touristen. Dabei gibt es nichts Schöneres, als diese heißen, ausgestorbenen Städte einmal ohne Verkehr und Lärm genießen zu können.
Damit beginnen auch schon die Argumente, warum man trotz allem immer wieder gerne nach Italien fährt: der Schiefe Turm von Pisa, ein schimmernder Olivenhain, Michelangelos David, die Gondelfahrt auf dem Canal Grande … Die Italiener sind immer noch freundliche, großzügige und offene Menschen, auch wenn ihr Leben beim näheren Hinschauen beileibe nichts »Süßes« hat und sie - von wegen Dolce Vita! - im statistischen Vergleich tatsächlich sogar mehr als Deutsche, Engländer oder Franzosen arbeiten.
Italien ist vornehmlich ein Bergland, auf dessen Hügeln und in dessen Tälern fast 58 Mio. Menschen Platz finden müssen. Im Norden hat Italien noch wesentlichen Anteil an den Alpen: an den südwärts gerichteten Massiven der Zentralund Westalpen, deren Ausläufer die großen oberitalienischen Seen freigeben, und an den südlichen Kalkalpen mit den Dolomiten. Die Poebene schließt sich an, ein breites Flachland, das von Piemont bis hinüber an die Adriaküste um Rimini reicht. Italienreisende durchqueren sie normalerweise eilig, entspricht sie doch platt, schwül und mückengeplagt so gar nicht einer typisch italienischen Landschaft. Dabei birgt sie sehenswerte Städte wie Parma, Mantua, Ferrara, dazu eine von Pappelzeilen und Deichen strukturierte Flusslandschaft längs des Pos, die im naturgeschützten Delta an der Adria mündet - reizvoll mit seinen Brackteichen, Flussarmen, Sanddünen und zahlreichen Vogelarten.
Klimatisch wird der Norden Italiens noch kontinental beeinflusst, das heißt, in Turin und Mailand ist es im Winter oft genauso kalt wie in Berlin oder Wien, höhere Sommertemperaturen kündigen allerdings schon die Nähe zum Süden an. Berühmt sind die milden Winter an der Riviera im Schutze der Seealpen und des ligurischen Apennins: Im Rücken Liguriens treffen die Alpen auf den Apennin, der sich über 1200 km lang durch Mittel- und Süditalien bis an die Südspitze Kalabriens zieht. Im Süden wartet der Apennin sogar mit einem noch tätigen Vulkan auf - dem Vesuv bei Neapel, der, wenngleich ohne Rauch, noch nicht erloschen ist.
Ganz Italien hat eine Fläche von rund 300 000 km². Ein Sechstel davon sowie die Hälfte seiner 8500 km langen Küste entfallen auf die Inseln. In diesem Führer wird jedoch nur das Festland beschrieben. Da die großen Inseln meist als eigene Reiseziele angesteuert werden, liegen sie jeweils als MARCO POLO Einzelbände vor: Sizilien, Sardinien, Capri, Elba und Ischia.
Erscheint Italien geografisch weit gehend als Einheit, als von Wasser umspülte Halbinsel, so stellt sich seine historische Vergangenheit keineswegs so einheitlich dar. Fast jede Stadt, jede Provinz, jede Insel hat ihre eigene Geschichte. Griechen und Etrusker waren nach der Völkerwanderung um 1000 v. Chr. die Ersten, die Kultur und Geschichte Italiens nachhaltig prägten. Die Griechen kamen im 8. Jh. v. Chr. auf der Suche nach Ackerland, gründeten ihre ersten Kolonien auf Ischia, auf Sizilien, an der Bucht von Neapel, an der kalabrischen Südspitze und in Apulien. Bis zum 4. Jh. v. Chr. entstanden auf Sizilien und in Süditalien über 40 griechische Städte.
Die Etrusker, die vornehmlich im Norden Latiums, in der Toskana und der Poebene siedelten, waren ein handwerklich und künstlerisch hoch entwickeltes Volk. Sie bargen Bodenschätze, verstanden es, Metalle technisch sehr versiert zu bearbeiten, sie legten Sümpfe trocken, pflanzten Wein (das Weintrinken brachten sie später den Römern bei), bauten Brücken und Flotten. Dank ihrer starken Religiosität und eines verblüffend heiteren Totenkults sind zahlreiche Zeugnisse ihrer lebendigen und ausdrucksvollen Kunst erhalten geblieben. Ihre Gräberstädte, die Nekropolen vor allem im Latium, gehören zu den Attraktionen einer Italienreise.
Im Laufe des 4. und 3. Jhs. v. Chr. unterwarf Rom ganz Italien und schickte sich in den nächsten Jahrhunderten an, ein gewaltiges Imperium im Mittelmeerraum, in Kleinasien und Europa aufzubauen. Imposante Bauten zeugen noch heute von dem Repräsentationswillen dieser einstigen Weltmacht. Zu ihnen zählen das Kolosseum, das 80 n. Chr. mit 100 Tage andauernden Kampfspielen eingeweiht wurde, die gigantische Hadriansvilla bei Tivoli, die Caracallathermen in Rom, in denen 1600 Badende Platz fanden, und die Arena in Verona mit ihren 22 000 Plätzen.
Der Untergang des Römischen Imperiums dauerte Jahrhunderte. Schon bedroht von den Alemannen, den Franken, den West- und Ostgoten, den Hunnen und Germanen, teilte es sich noch in ein west- und ein oströmisches Reich, Letzteres mit der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel. Im 5. Jh. wurde Ravenna Residenz der weströmischen Kaiser und ist deshalb heute eine der besuchenswertesten Städte Italiens. Neue Völker drangen nach Italien wie die Langobarden, die sich im 6. Jh. vor allem in Norditalien niederließen (= Lombardei) und Pavia zur Hauptstadt machten. Sie lösten den römischen Zentralismus auf, indem sie verschiedene kleine Herzogtümer gründeten. Vor ihnen flohen die Veneter auf die bisher unwegsamen Laguneninseln, begannen von dort aus regen Handel mit dem byzantinischen Osten und legten den Grundstein für das Lagunenreich Venedig.
Im Süden hatten Araber Sizilien und Teile des südlichen Festlands besetzt. 200 Jahre lang, von 800 bis 1000 n. Chr., beherrschten sie die Insel, bis die Normannen sie bezwangen und integrierten. Diese wurden Anfang des 13. Jhs. von den Staufern abgelöst. Aus normannischer und staufischer Zeit stammen vor allem in Apulien eindrucksvolle Kathedralen und Festungen.
Vom 10. bis ins 13. Jh. prägten die Herrschaftsansprüche der deutschen Kaiser und ihre Rivalitäten mit den Päpsten das Italien der mittelalterlichen Städte: Guelfen (Papsttreue) und Ghibellinen (Kaisertreue) standen sich gegenüber. Durch Kreuzzüge und Orienthandel blühten die Hafenstädte auf, Universitäten entstanden. Heute noch zeugen die stattlichen Amtspaläste in den Städten vom Selbstbewusstsein der Kommunen, die im 13. Jh. zu eigenständigen Stadtstaaten wurden.
Im 15. Jh. rivalisierten sechs große Staatswesen: das Herzogtum Mailand, die Republik Venedig, der florentinische Stadtstaat der Medici, der Kirchenstaat des Papstes und die beiden süditalienischen Königreiche Sizilien (Spanier) und Neapel (Franzosen). In dieser Zeit entwickelte sich, von Florenz ausgehend, die italienische Renaissance, deren Kunst und Kultur für ganz Europa zum Maßstab wurde.
Die katholische Gegenreformation brachte die Entstehung des Barocks mit sich, das vor allem in Rom und in Neapel zu bewundern ist. In den folgenden Jahrhunderten kämpften die europäischen Großmächte um die Vormachtstellung auf dem Stiefel. Dies endete 1861 mit der Bildung des italienischen Nationalstaats.
Dieser reichen, wechselvollen Geschichte sind die Unmengen an Kunstschätzen und Kulturgütern auf italienischem Boden zu verdanken - welch gigantische Aufgabe, sie zu erhalten! Dabei hilft übrigens die Spielleidenschaft der Italiener: Ein erheblicher Prozentsatz der staatlichen Lotteriegewinne fließt in den Denkmalschutz. Längst haben sich in den Museen besucherfreundliche, längere Öffnungszeiten durchgesetzt (bei den in diesem Buch angegebenen Zeiten schließt die Kasse oft bereits eine Stunde vor Schluss). Die großen staatlichen Museen stehen zudem für EU-Bürger unter 18 und über 65 Jahren gratis offen, junge Leute zwischen 18 und 25 zahlen hier nur den halben Preis. Und viele Städte haben cards eingeführt, Sammeltickets, die vergünstigten Eintritt in Sehenswürdigkeiten und Museen gewähren und zum Teil auch die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel erlauben.
Doch Italien ist beileibe nicht nur hohe Kunst: Während sich einerseits die Gastronomie verflacht hat, kehren in letzter Zeit vermehrt junge, engagierte Köche mit viel Liebe zu regionalen Spezialitäten zurück. Umweltvereinigungen bemühen sich verstärkt um den Schutz der Natur, die Fremdenverkehrsämter halten Kartenmaterial zu den Naturschutzgebieten, zu Wanderwegen und Radtouren bereit. Schön gelegene Bauernhöfe bieten Ferienunterkünfte an, oft mit Pferden, Pool und Fahrrädern sowie Produkten vom eigenen Hof. Agriturismo nennt sich dieses ländlich-geruhsame Kontrastprogramm zur geballten Fülle der Sehenswürdigkeiten - und es erfreut sich wachsender Beliebtheit unter den Urlaubern.
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Impressionen





Klima
Albenga, Italien
Klima
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127 |
Alghero, Italien
Klima
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% |
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°C |
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Dobbiaco/Toblach(1222m), Italien
Klima
| | Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Höchsttemperatur |
°C |
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% |
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63 |
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Angesagt!
Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in Italien
Angesagt
Struscio, vasca, passeggio
Das sind nur einige der vielen Ausdrücke für den abendlichen Bummel über die Piazza, rauf und runter die Strandpromenade oder den corso, die verkehrsberuhigte Hauptstraße mit den im Sommer bis spät in den Abend geöffneten Geschäften und Eiscafés: Man zeigt seine bella figura.
Musik
Und was für Musik hört man in den Strandbars, Musikcafés und Diskos? Nationale Spitzenreiter - und zwar die Generationen übergreifend angesagt - sind der norditalienische Altrocker Vasco Rossi und der Neapolitaner Pino Daniele mit seinem Mix aus Blues, Jazz und Chanson. Interessante junge Bands sind Tiromancino, Subsonica und Le Vibrazioni. Der Soulrocker Zucchero überzeugt immer wieder. Neue, gefühlvolle Barden sind Tiziano Ferro und Sergio Cammariere. Interessante Stimmen haben die junge Carmen Consoli und die barfüßige Patty Bravo, eine Art italienische Juliette Greco. Der beste nationale Radiosender für Popmusik heißt Radio Deejay.
Mode und Körperkult
Modebewusst sind die Italiener und Italienerinnen fast alle - und die jungen Italiener ganz besonders. Selbst in den Kleinstädten - und in den Ferienorten sowieso - findet man überall Geschäfte mit hochaktueller italienischer Spitzenmode. Dazu braucht es natürlich die perfekte Silhouette, und so pflegt man sich sehr. Der Strand und das abendliche Bummeln bieten die rechte Gelegenheit, samtige Ambrahaut und den gepiercten Nabel zur Schau zu stellen.
Spritz und birra
Zur Happy Hour am frühen Abend bzw. zum Aperitif trinkt man Fruchtsäfte, die mit Prosecco aufgeschäumt werden, oder den spritz, Weißwein mit Campari oder Aperol. Aber in den letzten Jahren sind auch die Italiener, vor allem die jüngeren, zu Bierliebhabern geworden. Pizza ohne birra ist kaum mehr denkbar.
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Historische Reisewege und grandiose Natur
Ausflüge und Touren
Auf dem Pilgerweg nach Rom
Der mittelalterliche Pilgerweg auf der »Via Francigena«, der alten Frankenstraße aus Mitteleuropa durch Italien nach Rom, erfreut sich heute als einer der großen »Historischen Reisewege Europas«, EU-gesponsert, zunehmender Beliebtheit. Die ausgeschilderte Route zeichnet die Etappen nach, die der Rompilger Sigeric, im 10. Jh. Erzbischof von Canterbury, auf seiner Reise im Jahr 990 aufschrieb. Sein Weg führte ihn von Canterbury durch Nordfrankreich und über die Schweiz nach Italien. Stationen - mit ihren Kirchen, Klöstern, Hospizen und Weinstuben - waren Aosta, Vercelli, Pavia, Fidenza, Lucca, Siena, der Bolsenasee, Viterbo, Sutri und schließlich Rom: Orte, die mit ihren Zeugnissen aus jener Zeit heute noch Ziele der Italienreisenden sind. Rund 850 km sind es auf Landstraßen vom Pass bis nach Rom. Ein mittelalterlicher Pilger zu Fuß schaffte rund 30 km am Tag. Doch auch der heutige, motorisierte Reisende sollte zumindest fünf oder sechs Übernachtungen einplanen.
Die Passstraße über den Großen Sankt Bernhard (2473 m) ist normalerweise zwischen Mai und Ende Oktober geöffnet. Schon die Römer hatten hier ihre Straße nach Gallien gebaut. Aus dem 8. Jh. weiß man von einem Hospiz, das heutige (18. Jh.), phantastisch zwischen den majestätischen Bergkuppen gelegen, betreiben Augustinermönche, die nur Wanderer und Pilger beherbergen, keine Autoreisenden. 12 km vor Aosta auf der Staatsstraße SS 27 lädt bei Gignod im Ortsteil La Clusaz eine ehemalige Pilgerherberge und Poststation ein, heute ein angenehmes, kleines Hotel mit guter Küche: Locanda La Clusaz (14 Zi., Di geschl., Tel. 016 55 60 75, €). In Aosta waren des Pilgers Ziel die Kathedrale Santa Maria Assunta und die Klosteranlage Sant'Orso mit großem Markt.
Weiter geht es auf der SS 26 durch das Tal des Flusses Dora Baltea vor eindrucksvollen alpinen Bergkulissen und vorbei an den Burgen der einstigen Feudalherren. Pilgerwegweiser waren die Wegekreuze, wie man sie heute noch in Bard antrifft.
Die nächsten Stationen stellten die beiden alten Bischofssitze Ivrea und Vercelli dar, mit denen die fruchtbare norditalienische Poebene, die Padania, beginnt. Auch in Mortara, dem Zentrum in den Reisfeldern der Lomellina, machten die Pilger bei den beiden mittelalterlichen Kirchen San Lorenzo und Santa Croce Halt, bevor sie nach Pavia weiterzogen.
In Fidenza an der Via Emilia zeigen die anschaulichen Steinreliefs auf dem schönen romanischen Dom die Mühen der Pilger. Von Fidenza oder Parma schlug man sich durch das Tarotal über den Apennin gen Süden in die Toskana: Diese schöne Landschaftstour (SS 62) über die abwechslungsreichen Berge voller Wiesen und Wälder wird von Ortschaften mit sehenswerten romanischen Kirchen begleitet wie Talignano, Fornovo, Bardone, Berceto. Über den Cisapass (1093 m) erreicht man die Toskana in Pontremoli, in dessen Kirche San Pietro eine Labyrinthdarstellung den Pilgerweg ins Heilige Land symbolisiert.
Vorbei an der eindrucksvollen romanischen Kirche von Sorana geht es über Aulla durch das Magratal nach Sarzana und vor der Kulisse der Marmorberge weiter über Carrara, Massa und Pietrasanta hinunter nach Lucca und südlich der Sümpfe von Fucecchio weiter nach Castelfiorentino, Certaldo und San Gimignano, alles Ortschaften mit Kernen, die noch weit gehend ihr mittelalterliches Gesicht bewahrt haben. Restauriert zeigt sich heute in Poggibonsi der Magione, ein mittelalterliches Pilgerhospiz des Johanniterordens. In Abbadia Isola bei Monteriggioni stehen die eindrucksvollen Reste einer großen Zisterzienserabtei.
Ein wichtiges Ziel auf der Route nach Rom war natürlich Siena mit seinen Reliquien, Gotteshäusern und Herbergen. Der nun folgende Streckenabschnitt durch das Arbia- und das Orciatal gehört zu den schönsten Landschaften Italiens, ein weites, stilles Hügelland. Stationen sind die mittelalterlichen Orte Isola d'Arbia, Buonconvento (nicht weit von hier die gewaltige Klosteranlage Abbazia di Monteoliveto) und San Quirico d'Orcia mit einem wunderschönen mittelalterlichen Dom. Von hier sollten Sie einen Abstecher nach Sant'Antimo machen, der romanischen Klosteranlage in herrlicher Landschaft, ein Muss auf den Spuren mittelalterlicher Spiritualität. Beim Monte Amiata bot die Abtei in Abbadia San Salvatore Unterkunft und Beistand.
Bei Acquapendente (sehenswerte Krypta im Dom), ebenfalls an der alten Route, beginnt das Latium. Eine beschauliche Bauernlandschaft aus Wiesen, Wäldern, Maisfeldern, Weinbergen und Olivenhainen geleitet an den Bolsenasee, dessen sauberes Wasser zum Bad einlädt.
Über Montefiascone geht es weiter in die alte Bischofs- und Papststadt Viterbo und von da in die etruskische Tuffsteinstadt Sutri mit ihren Grottenheiligtümern. Schuster sollen hier im Mittelalter ein gutes Geschäft gemacht haben: Nach Rom fehlte nur noch eine Tagesetappe, und schließlich wollte man die heilige Stadt mit ihren sieben Pilgerkirchen in ordentlichem Zustand erreichen.
Um den »grossen Fels« Italiens
Das Zentrum Italiens prägt nicht eine beschauliche Hügellandschaft wie in der Toskana, sondern die raue Großartigkeit der Bergwelt des Apennins, dieses Gebirgszuges, der sich wie ein Rückgrat durch den gesamten Stiefel zieht. Im Landesinnern der Abruzzen erreicht er seine höchste Erhebung, den Gran Sasso d'Italia genannten mächtigen Gebirgsstock, den »großen Fels«. Diese Route, deren Start- bzw. Zielpunkt die beiden abruzzischen Städte Teramo und Chieti sind, führt durch den Nationalpark der Abruzzen, über die schöne Bergstadt L'Aquila und durch die Berge der Maiella, mal auf steil gewundenen Straßen, mal über weite Hochebenen. Sie macht bekannt mit einer einzigartigen Landschaft voll herber, grandioser Naturschönheit und seltener Tiere sowie mit Spuren antiken Lebens. Für die Tour von rund 350 km sollten Sie wenigstens zwei Tage veranschlagen.
Von Teramo nehmen Sie die Staatsstraße SS 80 Richtung L'Aquila. Es geht über Hügel nach Montorio al Vomano (im alten, hoch gelegenen Kern eine sehenswerte Pfarrkirche an der Piazza), im Hintergrund erhebt sich das Gran-Sasso-Massiv mit seinen höchsten Gipfeln Corno Grande (2912 m) und Corno Piccolo (2655 m). Das Vomanotal wird nun enger, wilder und gewundener. Nach einem Tunnel und einem kleinen Stausee empfiehlt sich ein Abstecher durch die bewaldete Schlucht des Vomano, die Gola del Vomano, hinauf nach Pietracamela auf 1167 m, Ausgangsbasis für Touren im Nationalpark, und zu den Wiesenhängen der Piana di Tivo, im Winter Skigebiet.
Nehmen Sie auf der Rückfahrt zur SS 80 unterhalb Pietracamelas die Nebenstrecke über Intermesoli und Fano Adriano mit altem Häuserbestand. Die SS 80 steigt weiter durch das Vomanotal an, zwischen den beiden Stauseen, dem kleinen, malerischen Lago di Provvidenza und dem höher gelegenen gewaltigen Becken des Lago di Campotosto, bis sie schließlich den Passo di Capannelle erreicht (1299 m). Talwärts Richtung L'Aquila wechselt die Landschaft zwischen Wäldern und von Erosion gezeichneten Kalkfelsen. Bevor L'Aquila erreicht ist, lohnen zwei Sehenswürdigkeiten, zum einen die noch gut sichtbaren Reste des römischen Amphitheaters der antiken Stadt Amiternum (gleich links von der Gabelung der Staatsstraße nach Rieti), zum anderen in San Vittorino, wieder auf der SS 80 nach L'Aquila, der trotz der Eingriffe im 16. Jh. eindrucksvolle romanische Kirchenkomplex San Michele mit Krypta und Katakomben. Die Landschaft hat sich inzwischen zur Conca di L'Aquila, zur »Mulde von L'Aquila« geöffnet, Industrieanlagen kündigen die Hauptstadt der Abruzzen an, die einen ausgiebigen Besuch verdient.
Die Weiterfahrt führt auf der SS 5 bis durch die Talebene des Aterno, des wichtigsten Flusses der Abruzzen, und gelangt auf die weiten Hochebenen der Ortschaften Rocca di Cambio (1433 m) und Rocca di Mezzo (1329 m), dabei stets am Horizont von der Kammkette des Gran Sasso und von herrlichen Ausblicken begleitet. Der Tourismus, vor allem der Wintersport, hat sich etwa auf den Hängen von Campo Felice mit zahlreichen Liftanlagen entwickelt. Weiter geht es leicht abwärts nach Ovindoli mit einem alten Ortskern und einem guten Speiselokal: Il Pozzo (Mi geschl., Via Monumento dell'Alpino, Tel. 08 63 71 01 91, € - €€). Der Ort ist Ausgangsbasis für Touren auf die Gipfel der mächtigen Bergmassive Monte Sirente (2349 m) und Monte Velino (2487 m), Skipisten erschließen die Hänge des Monte di Magnola (2220 m).
Zwischen dunklen Tannenwäldern geht es nun durch die Enge von San Potito talwärts zur weiten Ebene Piana del Fucino auf 600 m. Die Ebene Piana del Fucino war noch bis ins 19. Jh. ein See (einst der drittgrößte Italiens) und ein Hochmoor, die Urbarmachung hat sie in Ackerland umgewandelt.
In Celano erhebt sich das mächtige Castello Piccolomini (mit sehenswertem Kirchenkunstmuseum), südöstlich davon liegt die wildromantische Schlucht Gola di Celano. Von Celano nehmen Sie wieder die SS 83 Richtung Süden, die die Ebene des ehemaligen Fucinosees flankiert. Ihr zur Linken erheben sich raue Karstformationen, deren Grotten einst bewohnt waren.
Bei Gioia dei Marsi steigt die Straße wieder an, sie windet sich durch die Berge des Nationalparks hinauf auf den Passo del Diavolo (1400 m), die Wasserscheide zwischen Tyrrhenischem Meer und Adria. Durch Wälder und Wiesen dem Lauf des Sangro folgend, gelangen Sie nach Pescasseroli, dem touristischen Zentrum des Nationalparks.
Die SS 83 führt über Opi (malerisches Dorf) nach Villetta Barrea. Hier lohnt der Abstecher (hin und zurück gut 50 km) nach Scanno, eine der wildesten, urtümlichsten Strecken in einen besonders schön erhaltenen Bergort der Abruzzen.
Zurück auf der SS 83 können Sie in Civitella Alfedena dem interessanten Wolfsmuseum, dem Museo del Lupo (Di-So 10-13 und 15 bis 19 Uhr), einen Besuch abstatten. Am hübschen Stausee von Barrea entlang geht es über Alfedena nach Castel di Sangro mit mittelalterlichem Kern. Über zahlreiche Kurven gelangt man nun hinauf auf die Hochebene von Roccaraso, einem ziemlich zersiedelten Ferienort. Die Ferienindustrie setzt sich fort in Rivisondoli mit einem alten und einem neuen Gesicht. Dafür entschädigt der Besuch von Pescocostanzo (1395 m) mit seiner Prägung aus dem 15./16. Jh., seiner Basilika, seinem Kunsthandwerk.
Weiter auf der SS 84 gelangen Sie durch die bewegte Landschaft der Maiellagruppe nach Fara San Martino, berühmt für seine Lage vor ruppigen Kalkwänden und die gute Pasta, die hier hergestellt wird. Ein letzter aufregend gewundener Bergstreckenabschnitt der SS 263 führt ins nette Guardiagrele, schließlich geht es flott auf der SS 81 nach Chieti.
nach obenBloß nicht
Bloß nicht!
Ein paar Tipps, wie Sie die typischen Touristenfehler vermeiden können
Bloß nicht
Sich beklauen lassen
Die erste Warnung gilt natürlich den Straßendieben und Autoknackern. Besonders auf Brief- und Handtaschen in öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Sie gut aufpassen. Auch trägt man beim Stadtbummel die Handtasche und den Fotoapparat grundsätzlich an der zur Hauswand gerichteten Seite, nie zur Straßenseite. Am sichersten sind natürlich Brust- und Bauchtaschen. Auffälligen, kostbaren Schmuck lässt man gleich zu Hause oder im Hotel. Das geparkte Auto sollte leer sein. Autoradios sind eine beliebte Beute, am besten macht man es wie die Italiener und baut ein herausnehmbares ein. Im Hotel sollten Sie nach bewachten Garagen fragen.
Ungeduldig werden
Sie werden in Italien - und ganz besonders im Süden - einem anderen Zeitgefühl begegnen. Das kann häufig dazu führen, dass man mit organisatorischer Effizienz nicht weit kommt, oft scheinbar sinnlos warten muss und die Zeit vom Mittagessen bis zum frühen Abend stillzustehen scheint. Dafür haben die Menschen aber auch viel mehr Zeit für einen, was zu netten Begegnungen und manchmal wundersamen Lösungen von Problemen führen kann.
Der Platzzuweisung vorgreifen
Betreten Sie ein Restaurant, steuern Sie nicht gleich auf einen Tisch zu. Der Ober oder die Kellnerin wird Ihnen einen Tisch zuweisen. Sie können natürlich Ihre Wünsche äußern, die gern berücksichtigt werden, sofern der betreffende Tisch nicht reserviert ist.
Allzu freizügig in Kirchen
Bitte nicht in Shorts oder mit unbedeckten Schultern Kirchen besuchen, natürlich erst recht nicht während des Gottesdienstes.
Bestellen, ohne den Preis zu erfragen
Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich in vielen Fällen, vorher nach dem Preis zu fragen, z. B. vor Antritt einer Taxifahrt, bei der Zimmerbestellung, vor Inanspruchnahme einer Autowerkstatt oder wenn man das toskanische Steak, die fiorentina, oder Fisch bestellt, deren Preise auf der Speisekarte häufig pro hundert Gramm (etto) ausgezeichnet sind. Bei auf den ersten Blick preiswerten Touristenmenüs in stark besuchten Städten wie z. B. Venedig oder Florenz holt sich so manches Restaurant seinen Gewinn über einen Serviceaufschlag und überteuerte Getränke herein.
nach obenEinkaufen
Kulinarisches, Mode und Kunsthandwerk
In Werkstätten, auf Märkten und in eleganten Geschäften zeigt sich der Geschmack der Italiener
Kaum ein Land hat so viele kulinarische Leckerbissen zu bieten wie Italien, da liegt es nahe, dass man sich als Mitbringsel von einer Reise z. B. ein paar Flaschen duftendes kaltgepresstes Olivenöl (olio d'oliva extravergine) mitnimmt. Oder Wein, den es von den Alpen bis zur Stiefelspitze gibt. Sie können ihn in Weinhandlungen oder direkt beim Winzer erstehen. Dazu passen luftgetrocknete Salami, eingelegte Wildschweinwürste, ein dickes Stück Parmigiano-Reggiano, das man sich für die Reise luftdicht einschweißen lässt, getrocknete Tomaten, getrocknete Steinpilze, Edelschinken wie der culatello, in Öl eingelegtes Gemüse, mit Trüffeln aromatisiertes Würzöl, Balsamessig, Grappa …
Praktisch jede Ortschaft hat ihren Markt - dort finden Sie die moka zum Espressokochen, den Milchschäumer für den Cappuccino, die Käsereibe, den Trüffelhobel, den Mörser aus Marmor oder Olivenholz, das Essig-Öl-Set - alles Dinge, die längst auch zu Hause zu haben sind, aber in Italien gekauft, bekommen sie das Flair des Handfest-Typischen.
Apropos typisch: Bestimmt ist es auch dem Tourismus zu verdanken, dass die vielfältigen lokalen Handwerkstraditionen nicht ausgestorben sind. Da gibt es etwa die Holzschnitzarbeiten im Südtiroler Grödnertal oder auf den Handwerksmärkten im Aostatal. Weltberühmt ist das mundgeblasene Glas von Murano. In Venedig floriert das Geschäft mit handgemachten Masken (aufgepasst, viele sind aus Taiwan und China!), aber auch mit marmoriertem Papier. Letzteres gibts übrigens auch in Florenz. Und in Fabriano in den Marken und in Amalfi bei Neapel gibt es edles handgeschöpftes Papier. Für die schönsten Terrakottakübel fährt man nach Impruneta im Chianti, rustikale mediterrane Keramik findet man z. B. an der Amalfiküste in Vietri, auf Ischia oder in Apulien in Grottaglie.
Schließlich die Mode: Das beginnt bei den weltberühmten Modenamen und endet bei schicken Schuhen und Ledertaschen. Achten Sie auf Schlussverkäufe (saldi) und auf die immer zahlreicheren Outletshops der Hersteller (spaccio), nicht nur von Modeketten, sondern auch von Designhäusern wie Alessi.
nach obenEssen und Trinken
Pasta in allen Formen
Geniales Fundament der Küche sind die Teigwaren - und jede Region liefert dazu den richtigen Wein
Die italienische Küche ist wie kaum eine andere über ihre Landesgrenzen hinaus beliebt. Die Kinder der abendländischen Welt wachsen mit Spaghetti und Ravioli auf, und weltweit ist die Pizza zum einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten des Hamburgers geworden. Beim Anblick der salumerie, der Käseläden und Lebensmittelmärkte läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Das geniale Fundament der italienischen Küche aber ist die Pasta, die Nudel aus Wasser und Hartweizenmehl, die mit Gemüse, Muscheln, Fleisch und vor allem Tomaten angemacht wird. Auf rund 250 verschiedene Pastaformen hat es die Phantasie der Italiener gebracht, allen voran die spaghetti, »Teigschnürchen« in zahllosen Stärken. In Süditalien herrschen die maccheroni vor, breit oder schmal, glatt oder gerippt, auch tubetti, rigatoni oder penne genannt. Dann gibt es die eher norditalienischen Bandnudeln, tagliatelle, fettuccine oder pappardelle, schließlich Teigtaschen in vielen Formen und mit verschiedenen Füllungen, ravioli, agnolotti, cappelletti, tortellini, tortelloni, cappellacci. Zu vielen Nudelgerichten gehört geriebener Käse, parmigiano (Kuh, vornehmlich im Norden) oder pecorino (Schaf, eher in Mittel- und Süditalien).
Ein Menü beginnt mit antipasti, den Vorspeisen wie Salami, Schinken, eingelegten Zwiebeln, Auberginen, Artischocken, Meeresfrüchten; dem folgt das primo (erster Gang), ein Nudelgericht, eine Suppe oder Risotto; das secondo (Hauptgang) ist Fleisch, geschmort, gegrillt, oder Fisch, auch oft nur gegrillt, und dazu Gemüse nach Wahl (contorno). Den Abschluss bilden cremige Süßspeisen wie zabaione oder zuppa inglese sowie Gebäck, das man in süße Likörweine tunkt.
Ristorante, trattoria, osteria, locanda - Kategorien, an die man sich heute nicht mehr halten kann. Eher hilft ein Blick auf Ambiente und Speisekarte und auf die anwesenden Gäste (sind es Italiener?). Die einst klassische Weinkneipe osteria nennt sich nun enoteca oder wine bar: Edle Tropfen im calice (Kelch) zu 2,50 bis 10 Euro das Glas, dazu Käse- und Wurstspezialitäten.
Zur Rechnung gehört das coperto, der Preis für Brot und Gedeck (zwischen 1 und 5 Euro), der stets auf der Speisekarte ausgezeichnet ist. Der Service, sofern nicht ausdrücklich als non compreso ausgeschrieben, ist im Preis inbegriffen. Die Restaurantküchen öffnen meist zwischen 12.30 und 14 Uhr und zwischen 19.30 und 22 Uhr. Pizzerien heizen meist bis Mitternacht ihre Öfen. Wen tagsüber der Hunger überfällt, der kann in einer Bar panini (belegte Brötchen), tramezzini (Toastsandwiches) und süße Teigstückchen bekommen.
Italien ist ein Weinland, neben internationalen Reben werden überall gebietstypische Rebsorten angebaut, selbst im alpinen Aostatal: Hier keltert man trockene Weiße wie Morgex und La Salle sowie gute Rote wie Chambave und Donnaz. Die besten Rotweine Italiens kommen aus dem Piemont: Barolo, Barbaresco, Dolcetto, Nebbiolo, Barbera, um nur die berühmtesten zu nennen. Auf den Terrassenhängen Liguriens gedeihen vorwiegend frische Weißweine.
Vorzügliche lombardische Weine kommen aus dem Oltrepò, der Franciacorta und der Valtellina. Die Emilia-Romagna produziert mehr Wein als jede andere Region Italiens: Sangiovese und den moussierenden Lambrusco, der in Tausenden von Hektolitern nach Amerika und China geht. Tatsächlich ist er als DOC-Wein besser als sein Ruf.
In Südtirol und im Trentino überraschen der Gewürztraminer, Lagrein und der rote Teroldego rotaliano. Im Friaul gedeihen hervorragende Weißweine aus Riesling-, Pinot-, Verduzzoreben sowie der Tocai. Die Veneter sind die größten Weintrinker Italiens. Berühmt sind der Weiße aus Custoza, Pinot grigio und bianco, Soave, der rote Valpolicella und der Schaumwein Prosecco, besonders gut aus der Gegend um Conegliano und Valdobbiadene.
In der Toskana liegt das berühmte Weinbaugebiet Chianti; der edle Brunello wächst bei Montalcino. Toskanische Weiße sind der Bianco di Pitigliano und der Vernaccia di San Gimignano. Unter den Weinen Umbriens verdient vor allem der weiße Torgiano Beachtung. Als Begleiter zu Fischgerichten eignet sich der Verdicchio aus Jesi und Macerata in den Marken.
In den Osterien und Trattorien im Latium trinkt man den weißen Frascati, die Weine der Castelli Romani und den Est! Est!! Est!!! Aus den Abruzzen kommen der rote Montepulciano d'Abruzzo und der weiße Trebbiano d'Abruzzo, im Molise keltert man Biferno und Pentro.
Die Apulier sind zu Recht stolz auf ihre Roséweine. Der leicht moussierende rote Aglianico der Basilikata stammt noch von Reben ab, die die Griechen 400 v. Chr. in Süditalien anpflanzten. Der weiße Greco di Tufo wuchs schon in Pompeji; an den Lavahängen des Vesuvs nennt er sich Lacryma Christi. Kalabrien zeichnen kräftige Rotweine und hervorragende Dessertweine aus wie der Moscato di Saracena.
Als Aperitif trinkt man Campari, Prosecco, Fruchtcocktails oder den alkoholfreien Crodino, als Digestif einen Grappa, den man auch in den Espresso kippen kann - das ist dann ein caffè corretto. Mineralwasser trinkt man gassata oder naturale, also mit oder ohne Kohlensäure, und zum Abschluss den geliebten Espresso.
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Karnevalsumzüge, mittelalterliche Turniere und Musikfestivals
Offizielle Feiertage
1. Januar
Capodanno
6. Januar
Epifania
Ostersonntag und -montag
Pasqua und Pasquetta
25. April
Tag der Befreiung vom Faschismus (Liberazione)
1. Mai
Festa del Lavoro
2. Juni
Ausrufung der Republik 1946 (Proclamazione della Repubblica)
15. August
Mariä Himmelfahrt (Ferragosto)
1. November
Ognissanti
8. Dezember
Immacolata Concezione
25. Dezember
Natale
26. Dezember
Santo Stefano
Feste und Veranstaltungen
Februar/März
In Italien wird Karneval auf vielerlei Art gefeiert: im piemontesischen Ivrea mit einer orgiastischen Apfelsinenschlacht, in Venedig mit spektakulären Maskeraden, im toskanischen Viareggio mit einem polit-satirischen Wagenumzug.
März/April
Ostern ist im katholischen Italien die Zeit ergreifender Prozessionen: Besonders eindrucksvoll ist der nächtliche Zug der Büßer, der penitenti, im apulischen Tarent oder die Wiederauferstehung Christi in Sulmona (Abruzzen): La Madonna che Scappa in Piazza.
15. Mai
Corsa dei Ceri in Gubbio: Große Votivgestelle werden im Laufschritt auf den Berg Ingino getragen, ein spektakuläres Fest.
Mai-Mitte Juni
Maggio Musicale Fiorentino: internationale Musikfestwochen in Florenz
Mai/Juni
Fronleichnam: In Spello (Umbrien), Bolsena und Genzano bei Rom verwandeln sich die Straßen in bunte Blumenteppiche. Kinder, Hirten und Schafe bilden die hinreißende Prozession 13 Misteri di Corpus Domini in Campobasso (Molise).
Sonntag nach dem 22. Juni
I Gigli di Nola, acht riesige Obelisken aus Pappmaché, »tanzen« zu ohrenbetäubender Musik auf den Schultern von 120 starken Männern durch die Straßen von Nola bei Neapel.
Ende Juni-Mitte Juli
Festival dei Due Mondi in Spoleto mit interessanten Theater-,Tanz- und Musikevents.
Anfang Juli
Arezzo Wave: Fünf Tage lang spielen die besten Gruppen neuer Rock-Pop-Trends auf, ein Festival der Spitzenklasse.
Anfang Juli-Ende August
Die weltberühmten Opernfestspiele in der römischen Arena von Verona.
2. Juli und 16. August
Palio di Siena: Italiens berühmtestes Pferderennen auf der schönen Piazza.
Mitte Juli
Pescara Jazz, unter den zahlreichen Jazzfestivals während des italienischen Sommers eines der besten.
August
Im August geht es in den Badeorten hoch her mit abendlichen Freilichtveranstaltungen und Schlemmerfesten; Höhepunkt ist der 15. August, Ferragosto, mit Feuerwerken und Festen.
3. September
Trasporto della Macchina di Santa Rosa: Zu Ehren ihrer Schutzheiligen tragen 100 junge Männer einen 30 m hohen Turm in einem abendlichen Umzug durch die mittelalterlichen Straßen Viterbos.
September
Festa dell'Unità: Die einstigen Politfeste der Kommunistischen Partei sind noch heute in kleinen Orten wie in großen Städten alljährlich im September beliebte Treffpunkte zum Essen, Musikhören, Diskutieren.
Mitte September-Dezember
Arte all'Arte: Alljährlich setzen sich sechs renommierte Künstler mit sechs toskanischen Städten auseinander (Colle Val d'Elsa, Siena, Montalcino, Poggibonsi, Buonconvento und San Gimignano) - eine interessante Initiative zeitgenössischer Kunst im alten Italien.
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Italienreise
Anreise
Auto
Die am meisten befahrene Strecke nach Italien ist die mautpflichtige Brennerautobahn von Österreich ins italienische Südtirol. Aus der Schweiz gelangt man vornehmlich durch den 17 km langen St.-Gotthard-Tunnel und durch das Tessin nach Oberitalien. Außerdem gibt es zahlreiche Passstraßen, die aber in den Wintermonaten meist nicht befahrbar sind. Im Sommer bieten sie herrliche Gebirgspanoramen, kosten aber erheblich mehr Zeit.
Eine bequeme, aber nicht billige Alternative sind Autoreisezüge (Tel. 018 05 24 12 24, www.autoreisezug.de), die in der Saison meist einmal wöchentlich von vielen deutschen Städten nach Bozen, Verona und Livorno, von München außerdem nach Rimini und Neapel fahren.
Bahn
Es gibt zwei Hauptstrecken nach Italien: Die eine führt durch die Schweiz und den St.-Gotthard-Tunnel, die andere durch Österreich über den Brenner. Erkundigen Sie sich nach Sonderangeboten und Spartarifen. Durchschnittliche Reisezeiten: von München nach Florenz ca. acht bis zehn Stunden, nach Rom zehn bis zwölf, nach Neapel 13 bis 15 Stunden. In den Hauptreisezeiten ist es unbedingt nötig, einen Schlaf- oder Liegewagenplatz, möglichst auch einen Sitzplatz, lange im Voraus zu reservieren.
Flugzeug
Die wichtigsten internationalen Flughäfen in Italien: Mailand, Turin, Bologna, Genua, Venedig, Triest, Pisa, Florenz, Rom, Bari, Neapel. Viele Billigfluglinien fliegen von Deutschland nach Italien: Air Berlin (Rom, Mailand), Germanwings (Bologna, Rom, Mailand), Hapag Lloyd (Bergamo, Pisa, Venedig, Bari, Neapel), Ryan Air (Bergamo, Forlì bei Rimini, Pisa, Treviso, Rom, Pescara), Volareweb (Mailand, Venedig), Intersky (Elba); aus Österreich: Fairline (Florenz, Rom, Mailand) und Sky Europe (Venedig, Mailand). Zur Hauptreisezeit im Sommer kann man auch direkt nach Rimini an der Adria und Lamezia Terme in Kalabrien fliegen.
Auskunft
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt Enit
Gebührenfreie Telefonnummer für Deutschland, Österreich und die Schweiz: 008 00 00 48 25 42
- Kaiserstr. 65, 60329 Frankfurt; - Kärntnerring 4, 1010 Wien; - Uraniastr. 32, 8001 Zürich; - www.enit.it
Auto
Vorgeschrieben sind Führerschein und Fahrzeugschein, empfohlen werden die grüne Versicherungskarte und ein Auslandsschutzbrief. Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h, ansonsten 90 km/h, auf Autobahnen 130 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h. Bei Kontrollen hohe Geldstrafen. Es besteht Gurt- bzw. Sturzhelmpflicht. Auch tagsüber müssen Sie außerhalb von Ortschaften mit Abblendlicht fahren. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.
Autobahnen in Italien sind bis auf einige Streckenabschnitte im Süden gebührenpflichtig. Schnellstraßen (superstrade) sind gebührenfrei. Um Warteschlangen an den Mautstellen zu umgehen, kann man beim ADAC, an vielen Autobahnraststätten oder an der Grenze eine Viacard kaufen und damit bargeldlos und rasch passieren. Das geht auch mit allen gängigen Kreditkarten.
Viele Innenstädte sind verkehrsberuhigt, und es gibt fast nur noch gebührenpflichtige Parkbuchten mit Automaten. Rubbeltickets und magnetische Parkkarten bekommt man an Kiosken und in Tabakläden.
Man tankt super senza piombo (Super bleifrei auch für Normalbenziner) oder gasolio (Diesel). Die Tankstellen - außer auf der Autobahn - schließen über die Mittagszeit (12.30 bis 15 Uhr) und am So, aber viele haben mittlerweile Tankautomaten.
Banken und Kreditkarten
Banken sind Mo-Fr von 8.20 bis 13.20 geöffnet, in größeren Städten auch von 14.45 bis 15.45. Sie sind fast durchweg mit Geldautomaten (bancomat) versehen. Nahezu alle Hotels, Tankstellen, Supermärkte sowie die meisten Restaurants und Geschäfte akzeptieren die gängigen Kreditkarten.
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft
Via San Martino della Battaglia 4, Rom, Tel. 06 49 21 31
Österreichisches Konsulat
Viale Liegi 32, Rom, Tel. 068 55 29 66
Schweizer Botschaft
Via Barnaba Oriani 61, Rom, Tel. 06 80 95 71
Gesundheit
Man sollte eine Reisekrankenversicherung abschließen oder das Formblatt »E111« von seiner Krankenkasse anfordern. Es dient zur kostenlosen (aber mit einigem bürokratischem Aufwand verbundenen) ärztlichen Behandlung durch den staatlichen italienischen Gesundheitsdienst. Anderenfalls reichen Sie Ihre Auslagen für Arzt und Apotheke der heimischen Kasse zur (meist problemlosen) Erstattung ein.
Internet
Allgemeine Reiseinformationen zu Italien: www.enit.it; www.teletour.de/italien; www.discoveritalia.it. Reise-, Landeskunde-, Kulturinformationen zu Italien: www.ratgeberitalien.de. Die italienischen Museen und viele Links zu Unterkünften und Restaurants, auch auf Deutsch: www.emmeti.it. Reichhaltige Website zum Thema Ausgehen mit Terminen zu Livekonzerten, Adressen von Inlokalen, Kneipen etc., bislang nur auf Italienisch: www.2night.it
Internetcafés
In den größeren Städten gibt es mittlerweile zahlreiche Internetzugänge. Viele Internetpunkte findet man in der Nähe der Bahnhöfe, zahlreiche Bars, Campingplätze und Hotels bieten mittlerweile Internetzugang an.
Mietwagen
An allen Flughäfen und größeren Bahnhöfen finden Sie Autovermietungen (Kreditkarte obligatorisch!). Für einen Kleinwagen zahlt man etwa 80 Euro pro Tag bzw. ab ca. 300 Euro pro Woche. Fragen Sie nach günstigen Ferien- und Wochenendtarifen! Buchungen vor Reiseantritt sind häufig preiswerter. Angebote für Mietwagen finden Sie auch unter www.marcopolo.de.
Museen
Die Öffnungszeiten der Museen sind in den letzten Jahren viel besucherfreundlicher geworden, fast alle staatlichen Museen sind auch über Mittag geöffnet. Im Sommer können kurzfristig die Öffnungszeiten noch bis spät in den Abend verlängert werden. In diesem Band ist die Schließzeit angegeben, Kassenschluss ist oft früher. Die Eintrittspreise reichen von 4 Euro bis 10 Euro, vereinzelt mit Zuschlag bei Reservierung (Beispiel: Uffizien in Florenz Eintritt 9,50 Euro plus 4,47 Euro Reservierungszuschlag). Die staatlichen Museen (musei nazionali) sind zudem für EU-Bürger bis 18 und ab 65 gratis, von 18 bis 25 Jahren zum halben Preis zugänglich. Im Mai findet die settimana della cultura statt: eine Woche mit freiem Eintritt in alle staatlichen Museen und Archäologieparks.
Notruf
- Feuerwehr (Vigili del Fuoco) 115
- Notarzt, Rettungswagen 118
Notruf (Pronto Soccorso) gratis von jedem öffentlichen Telefon:
- Polizei 113
- Pannenhilfe 80 31 16
Öffentliche Verkehrsmittel
Die öffentlichen Verkehrsmittel wie Eisenbahn und Bus sind relativ preiswert. Die Züge sind pünktlicher als ihr Ruf, jedoch häufig überfüllt. Der schnelle, moderne Eurostar verbindet die großen Städte; er ist erheblich teurer, die Platzreservierung obligatorisch. In vielen Lokalzügen darf man Fahrräder mitnehmen. Eine gute Website zu den inneritalienischen Zugverbindungen: www.trenitalia.com. Achtung: Alle Bahnfahrkarten müssen noch vor Besteigen des Zuges an den orangegelben Automaten in der Bahnhofshalle entwertet werden. Große Städte wie Rom, Mailand und Neapel haben U-Bahnen und dichte Busnetze; überhaupt ist ganz Italien bis in die letzten Winkel mit Überlandbussen zu erreichen.
Öffnungszeiten
Lebensmittelgeschäfte sind werktags meist von 8.30 bis 13 und von 17 bis 19.30 Uhr geöffnet, alle anderen Läden, Boutiquen, Supermärkte und Warenhäuser öffnen normalerweise von 8.30 bis 12.30 und von 15.30 bis 19.30 Uhr. An einem Nachmittag in der Woche sind alle Geschäfte geschlossen. In Touristenorten bleiben Geschäfte und Boutiquen oft bis spät in die Nacht offen. Kirchen sind meist tgl. von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, das kann freilich je nach Gegend und Gutdünken der Pfarrgemeinden variieren. Bei kleinen verschlossenen Kirchen können Sie getrost am Pfarrhaus bzw. Nebenhaus klopfen.
Post
Die Postämter sind im Allgemeinen Mo-Fr 8.20-13.20 Uhr, Sa bis 12.20 Uhr geöffnet. Das Porto für Briefe und Postkarten beträgt innerhalb Europas mit der obligatorischen posta prioritaria 62 Cent.
Preise und Währung
An der Theke kostet ein Espresso um 1 Euro, wer ihn am Tischchen sitzend trinkt, kann für dasselbe Getränk leicht das Doppelte, an Plätzen mit hohem Touristenaufkommen auch das Drei- oder Vierfache hinlegen. Öffentliche Verkehrsmittel sind preiswert, für die Bahnfahrkarte zahlt man rund ein Drittel weniger als in Deutschland. Autofahren ist hingegen ein teurer Spaß: Zum Geld fürs Benzin kommen noch die Mautgebühren auf der Autobahn (um 5 Euro pro 100 km).
Telefon
Außer in Telefonzellen kann man auch in vielen Bars telefonieren. Telefonkarten (perforierte Ecke abreißen!) zu 5 Euro sind in Tabakgeschäften erhältlich. Die ehemaligen Vorwahlen sind fester Bestandteil der Rufnummer, man muss sie also auch bei Ortsgesprächen mitwählen, ebenso muss bei Anrufen aus dem Ausland die Null mitgewählt werden. Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl nach Italien: 0039
Wer sein Handy mit nach Italien nimmt, muss bedenken, dass Anrufe nach Deutschland bzw. von Deutschland nach Italien um einen Roamingaufschlag von mindestens 30 Prozent teurer werden.
Trinkgeld
Man sollte nicht zu knauserig sein, Trinkgeld (fünf bis zehn Prozent) bekommen nette Kellner in Restaurants und Cafés, Zimmermädchen, Kofferträger u. a.
Unterkunft
Agriturismo
Immer mehr Bauernhöfe in ganz Italien bieten Zimmer, Ferienwohnungen und Stellplätze für Camper und Zelte an. Aber Ferien auf dem Land heißt nicht gleich preiswert: Oft sind es edel restaurierte Landgüter, die entsprechend kosten. Aktuelle Infos bekommen Sie bei Agriturist (Tel. 066 85 23 42, Fax 066 85 24 24, www.agriturist.it).
Bed & Breakfast
Beginnt sich langsam auch in Italien durchzusetzen. Informationen u. a. unter www.bbitalia.com.
Camping
Ein stets aktualisiertes Verzeichnis von Campingplätzen und Feriendörfern: »Campeggi e Villaggi Turistici in Italia«, erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Herausgber, dem Touring Club Italiano (Tel. 025 35 99 73, Fax 02 53 59 95 40, www.touringclub.it). Im Internet Informationen unter www.camping.it oder www.campeggitalia.com.
Hotels
Hotelverzeichnisse erhalten Sie über die Fremdenverkehrsämter. In den Touristengebieten bekommt man in der Hochsaison Zimmer häufig nur mit Halbpension, außerdem steigen die Preise im Juli/August stark an.
Jugendherbergen
Auskunft zu Jugendherbergen (Ostelli della Gioventù): Associazione Italiana Alberghi per la Gioventù (Tel. 064 87 11 52) oder unter www.ostellionline.com
Zeitungen und Medien
In den Tageszeitungen findet man die Adressen der Notärzte und Nachtapotheken, vor allem am Wochenende auch Veranstaltungskalender, die es in den großen Städten zudem extra an den Kiosken zu kaufen gibt. Alle Touristenzentren und größeren Städte bieten deutsche Zeitungen an, häufig schon am gleichen Tag.
Zoll
Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden, u. a. 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen. Für Schweizer sowie bei Durchreise durch die Schweiz gelten erheblich engere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten und 2 l Wein.
nach obenSport und Aktivitäten
Im Schnee oder auf See
Die geografische Vielfalt Italiens spiegelt sich in einem außerordentlich breiten Sportangebot
Kaum ein europäisches Land ist geografisch so vielfältig wie Italien: eine weite, bis zu 4000 m hohe alpine Bergwelt, große Seen, mal sanftes, mal raues Hügelland und über 8000 km Küste. Dabei ist alles überzogen mit einem Netz touristischer Nutzung, entsprechend vielfältig sind die Sport- und Aktivangebote. Trendsetter ist die Sport-und-Spaß-Industrie an der Adria um Rimini und Riccione, das Kalifornien Italiens. Die weiten Sandstrände bilden den idealen Untergrund für Beachvolleyball. Viele Badeanstalten setzen auf Fitness mit Gerätepark, Gymnastikanimation und Strandwettspielen. In den letzten Jahren finden sich zudem immer mehr Freunde des Golf- und des Reitsports, entsprechend wachsen die Angebote. Und Tennisplätze gibt es praktisch überall.
Sport und Aktivitäten
Bergsteigen & Klettern
Der gesamte italienische Alpenbogen bietet anspruchsvolle Klettertouren, allen voran die Viertausender im Aostatal. Klettersteige, die so genannten vie ferrate, mit Eisenhaken, Drahtseilen, Leitern gesicherte Steiganlagen, ziehen sich durch die Dolomiten und ermöglichen auch Nichtbergsteigern das Erklimmen von Felshängen. Und an den Felswänden überm Meer bei Finale Ligure geben sich die Freeclimber ihr Stelldichein.
Golf
Vor allem in der Lombardei, im Veneto und in Mittelitalien finden Sie schöne Plätze. Einen Golfplatzführer auf Deutsch bekommen Sie bei Golf Consultants (Tel. 02 34 53 40 70, Fax 02 34 53 41 98, www.golfconsultants.it).
Hochseefischen
Ein besonderer Tipp ist der pescaturismo: In vielen Fischerorten kann man nachts mit den Fischerbooten mitfahren und beim Einholen des Fangs helfen. Zum Abschluss gibts ein gutes Fischessen. Auskunft geben die Fremdenverkehrsämter.
Radfahren
Sportliches Radfahren ist in Italien sehr verbreitet, am Wochenende schwärmen die Radler in großen Gruppen aus. Gemütliche Ausflüge auf dem Rad bzw. Radwanderungen sind seltener, dazu fehlen auch allerorten die Radwege. Da ist es meist besser, man vertraut sich einem Radreiseveranstalter an, der die ruhigsten Straßen auswählt. Doch in den Städten vor allem der Poebene wie Ferrara, Ravenna, Mantua können Sie in vielen Hotels oder am Bahnhof Räder mieten und derart die verkehrsberuhigten Altstadtkerne erkunden. In den Bergen werden Mountainbikes vermietet, Routenkarten bekommt man dazu. Mieträder finden Sie auch in den Badeorten, etwa an der Adria für Touren im Podelta oder längs der endlosen Strandpromenaden.
Reiten
Überall, wo die Landschaft reizvoll ist und Touristen hinkommen, stößt man auf Reitställe. Die Fremdenverkehrsämter haben die Adressen. Eine Stunde Ausreiten kostet zwischen 12 und 20 Euro. Auch halten viele Bauernhöfe, die als agriturismo-Betrieb Zimmer oder Ferienwohnungen vermieten, Reitpferde für ihre Gäste bereit.
Tauchen
Küstenabschnitte, die für Taucher besonders lohnend sind, finden sich z. B. in Ligurien an der Halbinsel von Portofino und am Küstenabschnitt der Cinque Terre. An der oberen Adria lohnt sich die Triestiner Klippenküste beim Castello di Miramare. Weiter südlich, in den Marken, zieht es die Taucher an den Felsen Monte Conero bei Sirolo. In der Toskana empfiehlt sich neben den Inseln vor allem die Halbinsel Monte Argentario. Im Latium trifft man sich an der Landspitze San Felice des Naturschutzgebietes Circeo bei Sabaudia oder auf den Inseln Ponza und Ventotene. Im Süden Italiens gehören zu den absoluten Highlights die Tremitiinseln, die Absatzspitze von Santa Maria di Leuca sowie die Meeresgründe an der Halbinsel Isola di Capo Rizzuto und bei Scilla an der Meerenge von Messina. In der Basilikata trifft man sich an der Küste von Maratea, und in Kampanien faszinieren die Grotten von Palinuro und das Kap an der Sorrentinischen Halbinsel - oder man taucht ab in die Ruinen der römischen Villen auf dem Meeresgrund vor Baia unweit Neapels.
Thermen
In den letzten Jahren hat sich das Image der Thermalbäder grundlegend verjüngt: Heute kommen nicht mehr nur ältere Leute zum Kuren, sondern ein breites Publikum, das relaxen und etwas Gutes für sich und den eigenen Körper tun möchte. Die Kurorte haben umgerüstet und bieten überall vielfältige Fitness-, Wellness- und Beautyanwendungen an. Italien mit seiner vulkanischen Vergangenheit ist übersät mit renommierten Thermalorten: Das beginnt mit Abano und Montegrotto Terme in den Euganeischen Hügeln, setzt sich fort mit Montecatini, Saturnia und Chianciano Terme in der Toskana und im Latium mit Viterbo und Fiuggi.
Wandern
Ganz Italien kann man von Nord nach Süd auf dem Fernwanderweg Sentiero d'Italia durchwandern. Doch ist man gut beraten, sich mit detailliertem Orientierungsmaterial auszurüsten, denn immer wieder gibt es verwirrende Lücken in der Markierung. Als Wandergebiet bestens erschlossen ist der gesamte Alpenbogen, vom Aostatal über Südtirol bis zu den Karnischen Alpen in Friaul. Wenig überlaufene Fernwanderwege ziehen sich über den piemontesischen Alpenkamm bis hinunter ans Meer Liguriens. Die bergige Küstenregion Liguriens bietet traumhafte Wanderstrecken durch üppige mediterrane Macchia und mit atemberaubenden Ausblicken aufs Meer. Ein phantastisches Landschaftserlebnis bieten auch die mit Wanderrouten versehenen Berge des Nationalparks Parco Monti Sibillini zwischen Umbrien und den Marken. Das gilt auch für die Nationalparks der Abruzzen und des Monte Pollino zwischen Kalabrien und der Basilikata, beides grandiose Bergwelten. Die Fremdenverkehrsämter helfen weiter mit Adressen von erfahrenen Bergführern sowie organisierten Gruppentouren. Eine informative Website zu einigen Routen: www.italienwandern.de
Wassersport
Topziel für Wassersportler ist der Gardasee, dessen Nordhälfte mit ihren Winden ganz besonders von den Surfern geschätzt wird. Aber auch an allen touristisch erschlossenen Küstenabschnitten und in den großen Ferienanlagen finden sich Surfbrettverleiher. Besonders beliebt sind die ligurische Küste, vor allem um Albenga und Noli, sowie die Küste des Latium bei Sabaudia und Fregene. Segeln kann man überall längs der Küste, die gespickt ist mit Sporthäfen, in denen oft auch Segelkurse angeboten werden.
Wintersport
Der gesamte Alpenbogen wartet mit einer perfekten Infrastruktur auf, angefangen mit Skiorten wie Sestriere in den Piemonteser Alpen übers Aostatal bis zu den Kalkmassiven der Dolomiten und den Karnischen Alpen im Friaul. Kaum ein größerer Alpenskiort, der nicht einen Snowpark für die Snowboarder oder Eispaläste für die Schlittschuhläufer angelegt hätte. Besonders schöne Loipen finden Sie in den Tälern des Gran Paradiso im Aostatal, in Südtirol, im Trentin und in den Karnischen Alpen. Aber auch weiter südlich gibt es respektable Skigebiete, zum Beispiel im Apennin am Abetonemassiv um Sestola oder noch weiter südlich in den Abruzzen auf den Pisten von Pescasseroli.
nach obenStichworte
Amore und Familie, Heilige und Mafia
Notizen zu Kultur und Sprachen, zum Alltag und zur Politik
Stichworte
Amore
Längst hat der Latin Lover Glanz eingebüßt, und der kosmopolitischen Jugend an den italienischen Stränden ringt er allenfalls ein Grinsen ab. Dem italienischen Volk, dem die Amore als eine Spannung aus Schmachten und lebenspraller Erotik, aus Keuschheit und Draufgängertum galt, ist dieser Mythos nun im Zeitalter von Verhütungsmitteln, Aids und Pornokanälen längst abhanden gekommen. Vielleicht war die ganze Sache auch nur eine Wunschvorstellung, der die Italiener selbst und alle anderen liebend gern auf den Leim gegangen sind. Vor allem war es der italienische Mann, der diesem Mythos am überzeugtesten nachhing. Er schaut nun eher verdutzt, wie sich das Blatt gewendet hat: Heute sind es nämlich die lässigen, schicken Italienerinnen, die die Flagge der Amore hochhalten und den sommerlichen Strandflirts die Würze geben - Statistiken und Befragungen bestätigen das. Auch ist es ein italienisches Mädchen, dem seit Jahrhunderten die romantischen Liebesphantasien aus aller Welt gelten: die tragische Liebesheldin Julia, Romeos Geliebte aus Verona - heute auch per E-Mail zu erreichen: club.giulietta@libero.it. Vielleicht liegt es ja an der italienischen Sprache, in der es sich so schön schmachten lässt: Ti amo. So sind auch die besten Troubadoure immer noch Italiener: der melancholische Paolo Conte für die Damen und der knackige Eros Ramazzotti (nomen est omen) für die Mädchen.
Auto
Die schnelle Fortbewegung entspricht dem Temperament der Italiener, man siehts schon an den schnittigen Modellen, die aus Italien kommen, allen voran Ferrari, Lancia, Alfa Romeo. Trotz hoher Autobahngebühren und Verkehrschaos in den Städten macht den Italienern Autofahren immer noch Spaß, spritzig und wendig tun sies, aber auch ungeduldig und aggressiv. Das schüchtert den fremden Autofahrer zunächst ein. Da heißt es hinein in den Strom und auf die Reaktionsschnelligkeit der anderen vertrauen. Der Spaß ist längst an seine Grenzen gestoßen, denn die italientypische Unfallstatistik - viel Blechschaden und wenig Verkehrstote - stimmt so nicht mehr. Und wenn im Winter noch Heizungsdünste und Nebelschwaden zu den Autoabgasen hinzukommen, machen die großen Städte immer öfter dicht, und der Verkehr wird an die Peripherie verbannt, auch das Touristenauto.
Bar
Die Bar öffnet in aller Herrgottsfrühe mit dem Duft frischer cornetti (Hörnchen) und cappuccini. Im Laufe des Tages schauen Hausfrauen, Schulkinder, Arbeiter, Angestellte, Passanten herein. Am Nachmittag planen die Jugendlichen hier ihr abendliches Vergnügungsprogramm, und die Alten spielen endlos Karten. Dann schlägt die Stunde des Aperitifs, und nach dem Abendessen kehren die Männer zum letzten Plausch zurück. Im Sommer stellen die Wirte die Stühle vor die Bar, und man beobachtet das Treiben auf der Piazza. Die Bar ist oft ungemütlich, nüchtern bis schäbig oder kitschig aufgemotzt, doch sie ist das zweite Zuhause der Italiener und auch jedem Fremden ganz unverbindlich zugänglich.
Campanilismo
Campanile heißt Kirchturm, und campanilismo lässt sich demnach mit Kirchturmspolitik übersetzen: »L'Italia dei mille campanili« (Italien der 1000 Kirchtürme). Man erklärt den Mangel an gesamtgesellschaftlichem Bürgersinn, diese Beschränkung auf die Interessen des eigenen Dorfes oder Stadtviertels und auf die Familie, den Clan, zu dem man gehört, als Erbe der italienischen Geschichte, die von der Zersplitterung des Territoriums in zahlreiche Machtzentren geprägt war. Oder auch als Strategie der Abschottung gegen die zahlreichen wechselnden Fremdherrschaften. Im Nachkriegsitalien wurde dem campanilismo ein wenig der Wind aus den Segeln genommen. Die moderne Demokratie, nationale Interessenverbände wie Gewerkschaften und Parteien, die zunehmende Verstädterung und der wachsende Wohlstand der Italiener trugen dazu bei. Ganz unverblümt kommt der campanilismo noch als Rivalität zwischen Fußballmannschaften und ihren Fans zum Ausdruck. Nun ist das Italien der »mille campanili« jedoch wieder erwacht. Man nennt das nationale Entsolidarisierung, was als Folge der Parteien- und Politikverdrossenheit angesichts eines bürgerfernen Staates verstanden wird, aber auch als eine Reaktion auf die Angst, den Besitzstand nicht halten zu können. Ein Problem vor allem Norditaliens angesichts des immer noch starken Nord-Süd-Gefälles. Dagegen ist die positive und genussvolle Variante des campanilismo - zumal in Zeiten europäischer und weltweiter Standardisierung - die verstärkte Hinwendung zu lokalen Spezialitäten und Festtraditionen.
Dante
Der Florentiner Dante Alighieri (1265-1321) lebte zur selben Zeit wie der Maler Giotto di Bondone. Und ganz ähnlich wie Giotto mit seiner bahnbrechenden Einführung menschlicher Plastizität in die Malerei leitete auch Dante mit seinem Hauptwerk »La Divina Commedia« eine Modernisierung von Sprache und Menschenbild ein. Die »Göttliche Komödie« steht am Anfang italienischer Literatur. Danteschrieb nämlich diese 15 000 Verse über das menschliche Geschick im Bannkreis von Sünde, Buße und Läuterung nicht mehr, wie es bis dahin üblich gewesen war, in Latein, der Gelehrtensprache des Mittelalters, sondern in einer veredelten Form des vom Volk gesprochenen Italienisch, genauer Toskanisch. Das verlieh dem Werk, das auch mit zeitkritischen Anmerkungen versehen war, einen bis dahin nie erreichten vitalen Realismus und machte es zur Grundlage einer gesamtitalienischen Hochsprache.
Familie
Es gibt sie noch, die italienische Familie. Sie lebt aber nicht mehr als großer patriarchalischer Generationenbund unter einem Dach, sondern hat sich in Single- und Kleinfamilienhaushalte aufgelöst. Hinzu kommt der im einstmals so kinderfreundlichen Italien verblüffende Geburtenrückgang, mit 1,2 Kindern pro Familie ein europäischer Minusrekord. Die Familie existiert aber nach wie vor als Verbund gegenseitiger Hilfe, zum Ausgleich der mangelhaften Strukturen des Staates bei Arbeitslosigkeit (um zehn Prozent), Arbeitsbeschaffung und Wohnungsnot, bei der Altenbetreuung und fehlenden Kindergartenplätzen. Selbst die besten Freunde sucht man sich vorsichtshalber oft in der Verwandtschaft, hier findet man auch Handwerker, den Arzt, den Anwalt und einen günstigen Pelzmantel. Das mag zum Teil erklären, warum viele Italiener bei den hohen Preisen und oft niedrigen Löhnen über ihre Verhältnisse leben können.
Giotto
Unter den vielen Künstlergenies, die Italien hervorgebracht hat, gebührt dem Maler und Baumeister Giotto di Bondone (1266-1337), Sohn eines Bauern aus einem Dorf bei Florenz, ein besonderer Platz. In der Zeit mächtiger Städte wie im Florenz des 13./14. Jhs. entwickelte Giotto einen neuen Malstil, fern vom Schematischen der byzantinischen Kunst des Mittelalters: Perspektive, farbliche Nuancierung, Bewegung, menschliche Charakterisierung - kurz: Realismus. Seine Malerei wird damit zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer typisch italienischen Maltradition, die aus dem »internationalen« Mittelalter herausführt. In den Uffizien in Florenz kann man sehr schön dieses Neue sehen, beim Vergleich der »Maestà« des Giotto mit der des Cimabue, des Lehrers Giottos und noch eine Generation älter. Hauptwerke Giottos sind die Fresken in der Cappella degli Scrovegni in Padua, die Fresken zum Leben des heiligen Franziskus in der Oberkirche von Assisi wie auch der Bau des Kirchturms der Florentiner Domanlage.
Heilige
Italien ist zu über 90 Prozent römisch-katholisch. Und mitten in seiner Hauptstadt lebt der Papst, oberster Hirte der Katholiken, in seinem Kleinstaat, dem Vatikan. Während sich Italien einerseits laizistisch modernisiert (Scheidung, Abtreibung, Verhütungsmittel), nehmen die Priester vor allem im Süden nach wie vor erheblichen Einfluss auf Politik und Wahlen. Derweil hält man sich im Volk an die Heerschar der unzähligen Heiligen in der Hoffnung auf ihren Beistand im Lebenskampf. Etwas ganz Besonderes ist San Gennaro, der als Stadtheiliger Neapel beschützt: Im Mai und im September treffen sich die Gläubigen in seiner Kirche und beten so lange, bis sich sein Blut verflüssigt. Und Zulauf von Millionen Verehrern erhält derzeit der gerade heilig gesprochene Wunderheiler Padre Pio (1887-1968) in seinem Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo in Apulien.
Mafia
Die traditionelle, eher mit Süditalien identifizierte Mafia hat neben ihrer Territorialkontrolle längst moderne, »globale« Züge angenommen. In den letzten zwanzig Jahren ist das Problem in Italien ernsthaft angegangen worden, etwa mit Fahndungserfolgen bei einst »unberührbaren« Bossen. Dennoch: Nicht umsonst wird die Mafia auch piovra, Krake, genannt, der ständig neue Fangarme nachwachsen.
Sprachen
Italien ist ein Land der Sprachenvielfalt. Zum Italienischen und dessen Dialekten kommen zehn weitere eigenständige Sprachen: im Friaul und in den Dolomitentälern Ladinisch (auch Schulsprache), Deutsch in Südtirol (Amtssprache) und im Trentino, deutsche Sprachinseln gibt es auch in Venetien, im Friaul bei Udine, im Aostatal und im Piemont. In einigen Dörfern in Sizilien und Süditalien wird Albanisch gesprochen, Erbe albanischer Siedler aus dem 14. Jh. In Apulien und Kalabrien haben sich in einigen Dörfern griechische Sprachreste erhalten. In den Grenzprovinzen von Triest, Görz und Udine spricht man Slowenisch (Amtssprache), Serbokroatisch im süditalienischen Molise. In Alghero auf Sardinien hat Katalanisch überlebt wie auch das Frankoprovenzalische in den nordwestlichen Regionen Aostatal und Piemont. Französisch ist Amtssprache im Aostatal. Und kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache ist das Sardische.
Wirtschaft
In den letzten 40 Jahren hat sich Italien von einem bäuerlichen Agrarland zu einer hoch entwickelten Industrienation gewandelt. Jedem Besucher fällt der hohe Lebensstandard auf. Im Dienstleistungsbereich dominiert natürlich der Tourismus. Wichtige Industriezweige sind Maschinenbau, Nahrungsmittel-, chemische und Metall verarbeitende Industrie, aber auch traditionelle Bereiche wie Textilund Schuhindustrie. Diese profitieren von den Impulsen der weltweit renommierten italienischen Modedesigner, aber auch von einer bislang erfolgreichen Struktur der italienischen Wirtschaft: hoch spezialisierte Klein- und Mittelbetriebe, oft in Familienhand. Sie residieren hauptsächlich in Nord- und Mittelitalien und sind als flexible Zulieferer wichtige Stützpfeiler der wenigen Großindustrien, auch diese oft in Familienhand, siehe Benetton, Barilla und Fiat. Doch es kriselt: hohe Inflation, Produktionsverlagerung in Billiglohnländer, skandalöse Machenschaften bei Megafirmenpleiten wie Cirio und Parmalat. Und der Süden hinkt trotz vereinzelter Erfolge vor allem beim Tourismus und in der Gemüseproduktion immer noch stark hinterher. Ein großes Problem des Fiskus ist die allseits verbreitete Schattenwirtschaft (economia sommersa), die Schwarzarbeit.
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Essen und Trinken
Jede Region hat ihre eigenen kulinarischen Spezialitäten. Um diese zu geniessen, lohnt sich ein Ausflug ins Landesinnere, weg von den Touristenzentren, wo vorwiegend ŤInternationale Kücheť angeboten wird. In Restaurants isst man normalerweise ein ganzes Menu, für Kleinigkeiten geht man in eine Trattoria, Pizzeria oder Grillstube. Essenszeit ist zwischen 12 und 14 Uhr, sowie ab 19.30 Uhr. Bedienungsgeld ist im Rechnungsbetrag enthalten, ein Trinkgeld wird jedoch trotzdem erwartet.
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Autofahren
Die Autobahnen sind gebührenpflichtig. An den meisten Autobahnen können die Gebühren mit den gängigsten Kreditkarten bezahlt werden (mit Viacard bezeichnete Zahlstellen benutzen). Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist 130 km/h, auf Superstrada (vierspurig, ohne Grünstreifen) 110 km/h, auf Provinzstrassen 90 km/h, innerorts 50 km/h. Alkohol-Limit 0,5 Promille. Bei Übertretungen dieser Vorschriften ist mit erheblichen Bussen zu rechnen.