Reiseführer Portugal
Entdecken Sie Portugal!Glasklares Meer und goldgelbe Strände, Berge und Prachtpaläste - Glanzlichter am Südwestrand Europas
Knochen, nichts als Knochen. Schädel mit hohlen Augen, die man zu befremdlichen Dekors drapiert und im Untergrund verankert hat: an der Wand, im Gewölbe, Reihe für Reihe, umgeben von dämmrigem Rahmen. Nur aus dem Hof hinter Faros Kirche Igreja do Carmo fällt Tageslicht in die Capela dos Ossos, die »Knochenkapelle« mit ihrem Rundumbelag aus menschlichen Skelettstücken und - man hat es genau gezählt - 1245 Totenschädeln. Eine Inschrift macht klar, dass man selbst einmal so aussehen wird … Auf dem Kirchvorplatz kehrt man zurück in die Gegenwart unter gleißende Sonne.
Portugal versetzt in Erstaunen, begeistert, elektrisiert. Immer wieder spielt das Land seine Trümpfe mit Kontrasten und Überraschungseffekten aus. Da gibt die Knochenkapelle an der quicklebendigen Algarve nur einen kleinen Ausschnitt frei. Andernorts wechseln sich endlose Strände und atemraubende Klippen ab, pulsierende Städte und gottverlassene Dörfer, sanfte Täler und bewehrte Hügel mit Festungsruinen aus jenen Zeiten, da man sich im unvereinten Europa gegenseitig die Köpfe einschlug oder gegen die Mauren anging.
Portugal schmeckt nach südländischer Lebenslust, nach prickelndem vinho verde, nach erlesenem Portwein aus Porto. Ganz nüchtern betrachtet, breitet sich das Land in Form eines lang gestreckten Rechtecks aus, das sich zwischen Atlantik und Spanien schiebt, 10 Mio. Ew. zählt und mit seinen knapp 89 000 km² ungefähr viermal in Deutschland passen würde. An Portugals europäischem Festland brandet der Ozean an 850 km atlantischer Küstenlinie, über die sich viele Hundert Strände verteilen. Im tiefen Süden ...
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Knochen, nichts als Knochen. Schädel mit hohlen Augen, die man zu befremdlichen Dekors drapiert und im Untergrund verankert hat: an der Wand, im Gewölbe, Reihe für Reihe, umgeben von dämmrigem Rahmen. Nur aus dem Hof hinter Faros Kirche Igreja do Carmo fällt Tageslicht in die Capela dos Ossos, die »Knochenkapelle« mit ihrem Rundumbelag aus menschlichen Skelettstücken und - man hat es genau gezählt - 1245 Totenschädeln. Eine Inschrift macht klar, dass man selbst einmal so aussehen wird … Auf dem Kirchvorplatz kehrt man zurück in die Gegenwart unter gleißende Sonne.
Portugal versetzt in Erstaunen, begeistert, elektrisiert. Immer wieder spielt das Land seine Trümpfe mit Kontrasten und Überraschungseffekten aus. Da gibt die Knochenkapelle an der quicklebendigen Algarve nur einen kleinen Ausschnitt frei. Andernorts wechseln sich endlose Strände und atemraubende Klippen ab, pulsierende Städte und gottverlassene Dörfer, sanfte Täler und bewehrte Hügel mit Festungsruinen aus jenen Zeiten, da man sich im unvereinten Europa gegenseitig die Köpfe einschlug oder gegen die Mauren anging.
Portugal schmeckt nach südländischer Lebenslust, nach prickelndem vinho verde, nach erlesenem Portwein aus Porto. Ganz nüchtern betrachtet, breitet sich das Land in Form eines lang gestreckten Rechtecks aus, das sich zwischen Atlantik und Spanien schiebt, 10 Mio. Ew. zählt und mit seinen knapp 89 000 km² ungefähr viermal in Deutschland passen würde. An Portugals europäischem Festland brandet der Ozean an 850 km atlantischer Küstenlinie, über die sich viele Hundert Strände verteilen. Im tiefen Süden steht die Algarve im touristischen Dauerzenit und rühmt sich als Region des ewigen Frühlings. Während die Deutschen zu Hause um die Wette bibbern, deckt man an der Algarve den Tisch fürs Terrassenfrühstück. Im Süden Portugals weist die Statistik jährlich 300 Sonnentage sowie im Winter einen milden Temperaturdurchschnitt von 15 Grad aus. Und Prospekte machen Appetit auf die »schönsten Strände Europas«. Fünf Dutzend stehen hier zur Auswahl - von Badewanne bis Wildromantik.
Doch auf der Suche nach unverbrauchter ländlicher Idylle sind PRStrategen und Reisende längst auch auf den Geschmack anderer Landesteile gekommen. Auf den Alentejo zum Beispiel, eine Landschaft, die nördlich der Hochalgarve beginnt und gerne als verborgener Schatz Portugals gerühmt wird. Oliven- und Korkeichenhaine säumen die kleinen Landsträßchen, Hügel wellen sich bis zum Horizont, Kampfstiere preschen über weite Weiden, es duftet nach Eukalyptus und Rosmarin. Im Westen läuft der Alentejo zum Meer hin aus, im Herzen lockt der Kathedralstadtmagnet Évora, von der nach Spanien weisenden Ostflanke her nimmt die Region ihre Besucher mit offenen Armen auf. Gleich hinter der Grenze, an der Achse Madrid-Lissabon, setzen Portugals Farbspiele ein: Aus dem Grün heben sich Mohnblumentupfen und Orangenbaumhaine ab, Ensembles aus kalkweißen Fassaden und rostroten Dächern setzen sich zu Städtchen zusammen. Auf der Straße treffen sich zur Mittagszeit ein paar Frauen zum Plausch, haben Plastikstühlchen unter Bäume in den Schatten gestellt - Gassen und Plätze als zweite Heimat, als Verlängerung der eigenen vier Wände. Ein südländisches Phänomen - ebenso wie die täglichen Harakiriversuche am Steuer und die Gabe, sich in Seelenruhe der Siesta zu widmen. Oder einem starken, schwarzen Kaffee zwischendurch, der schlagartig die Lebensgeister weckt.
Aller Stille und Beschaulichkeit zum Trotz bewegt sich Portugal nicht in hinterwäldlerischen Sphären, sondern lässt immer wieder aufhorchen, ob mit Literaturnobelpreisträger José Saramago oder Weltfußballer Luis Figo, der Berge von Euromillionen erkickt hat - was nur mit saudade im Blut ein unmögliches Unterfangen wäre. Klar, dass nicht jeder Portugiese jener sonderbaren Wehmut nachhängt, von der Portugals berühmter Dichter Fernando Pessoa einmal gesagt hat: »Ich bin traurig unterhalb des Bewusstseins.« Saudade beschreibt eine Gefühlswelt, die es nur in Portugal zu geben scheint. Schicksal und Gemüt, Wehmut, Sehnsucht und Unglück, all das zusammen und noch viel mehr verstehen die Portugiesen unter saudade. Abgeleitet vom lateinischen »solus«, ist sie eng mit dem Begriff der »Einsamkeit« verknüpft; aus dem Alleinsein entspringen Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte, aber auch das fatalistische Hinnehmen des Gegebenen.
Doch ist die saudade kein Dauerzustand, so wie Portugal kein Billigreiseland mehr ist. Man weiß längst, was der Euro wert ist - was nicht bedeutet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmen würde! Die sonnendurchflutete Algarve mit ihren Zauberbuchten und Badestränden, mit ihren Felskulissen und der Bergesfrische im Hinterland ist jedes kleine Finanzopfer wert.
Genauso wie Lissabon, eine der schönsten und lebendigsten Metropolen Europas, der es weder an Burgen noch Palästen, weder an Parks noch an Altstadtambiente und stimmungsvollen Fadolokalen mangelt. Mit Lissabon verbinden sich klangvolle Namen der alten Seefahrernation, von Vasco da Gama, der von hier aus nach Indien segelte, bis Pedro Álvares Cabral, der im Jahr 1500 Brasilien für die Heimat in Besitz nahm. Was folgte, war eine goldene Ära, während der sich die Portugiesen in drei Fremdkontinenten festbissen: In Südamerika waren sie ebenso zu Hause wie im afrikanischen Mosambik und im asiatischen Macau.
Apropos Entdecker: Im heutigen Portugal wird jeder der jährlich 12 Mio. Besucher seine eigenen Natur- und Kulturschätze heben. Ein reicher Fundus ist garantiert: vom Naturpark Ria Formosa an der Algarve über die entlegene Berg-und-Tal-Region Trás-os-Montes bis zu Weltkulturerbestätten wie den Prachtpalästen von Sintra und den Klöstern von Alcobaça und Batalha. Nicht zu vergessen die Wallfahrtshochburg Fátima und die Altstadt von Porto, in der sich Fassaden voll blau-weißer Kachelbilder lebendig halten. Andere rotten still vor sich hin und stehen für Portos Miteinander von Alt und Neu.
Portugal öffnet sich wie ein großer Garten, in dem es grünt und blüht und gelbt. Ginster und Heidekraut breiten sich aus, Kastanien und Kiefern, Zistrosen und Orchideen, Mandel- und Erdbeerbäume. Im trockeneren Süden herrschen Olivenbäume und Korkeichen vor, immer wieder unterbrochen von gut bewässerten Zitrusplantagen. Genau das richtige Umfeld für Wanderer und Biker, Reiter und Golfer. Hoch hinaus geht es in der granitdurchsetzten Serra da Estrela, die sich im mittleren Norden knapp 2000 m hoch auftürmt und im Winter sogar Skifans auf die Pisten lockt, während sich an den Küsten Segler und Surfer tummeln. Ein kontrastreiches Land, das dauernd in Schwung hält! Es sei denn, Sie wollen Ihre müden Knochen so richtig abhängen lassen. Nein, nicht in Faros Knochenkapelle, sondern in den wohlig-warmen Wellnessoasen der Thermalhotels. In Portugal fehlt es an nichts.
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Impressionen





nach obenAngesagt
Angesagt!
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Angesagt
Je später der Abend …
In Portugal geht man spät aus - sehr spät. Vor 23 Uhr tut sich in den Szenebars gar nichts, und in den Sommermonaten erscheint man am besten nicht vor Mitternacht.
Cervejarias
Cool durch die drückendsten Monate: in cervejarias, also Bierbars. Gerade im heißen Sommer ist das leichte portugiesische Bier ein wahrer Genuss. Man trinkt es an der Bar mit kleinen Snacks oder an den Stehtischen der Hightech-Bierhallen, die überall aus dem Boden geschossen sind.
Gedeckte Farben
In Portugal gehört es zum guten Ton, sich in gedeckten Farben zu kleiden, auch junge Portugiesen legen dezente Fasern auf.
Grüne Welle
Das grüne Portugal steht allerorten im Aufwind, die Angebote kleiner Unterkünfte im ländlichen Raum wachsen stetig. Ökotouristische Projekte genießen breite Unterstützung. Mit dem »Reiseleiter im Ökotourismus« gibt es mittlerweile sogar einen neuen Ausbildungsberuf.
Fado
Mariza gilt als neue Göttin des Fado. Die Sängerin pflegt ihr extravagantes Aussehen und Auftreten. Auf ihr viel beachtetes Debüt »Fado em mim« folgte mit »Fado curvo« das zweite Erfolgsalbum. Sie hat Portugals melancholischer Sangeskunst eine neue Stimme gegeben und lässt international aufhorchen. »Ich will einfach nur singen«, gibt sich die musikbesessene Sängerin indes betont bescheiden. www.mariza.org
Abenteuerland
Junge Portugiesen entdecken verstärkt ihre Liebe für den besonderen Kick: ob mit Fallschirm oder am Bungeeseil, bei Ballontrips oder beim Paragliding, beim Canyoning oder Rafting. So manche Touranbieter verschwinden jedoch genauso schnell, wie sie gekommen sind.
nach obenBloß nicht
Bloß nicht!
Auch in Portugal gibt es Angelegenheiten und Situationen, die man besser meidet
Bloß nicht
Küsschen hier, Küsschen da
Beijinhos (Küsschen) verteilen will gelernt sein. Auch wenn es so aussieht, als küsse in Portugal jeder jeden, so gibt es doch eine richtige Kussetikette: 1. Niemals einen Fremden mit Kuss begrüßen. 2. Nur einmal küssen (vereinzelt auch zweimal), und zwar auf die rechte Wange. 3. Ein zartes Streifen der Wange genügt.
Immobilienschnäppchen auf den Leim gehen
Portugals Immobilienpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Insofern fordern vermeintliche Schnäppchen ein gesundes Misstrauen heraus. Ist in der Nähe eine Schnellstraße oder ein anderes Bauvorhaben geplant? Ist das Haus renovierungsbedürftig, oder hat es Feuchtigkeitsschäden? Außerdem zu bedenken: Während manche Feriensiedlung im Sommer munteres Flair versprüht, liegt sie im Winter menschenleer da.
Klima, Sonne und Brandung unterschätzen
Nach Nordportugal sollten Sie warme Kleidung und Regenschutz zu jeder Jahreszeit mitnehmen. Und beim Baden und Wassersport die Brandung nicht unterschätzen - der Atlantik mit seinen Strömungen ist nicht das Mittelmeer! Außerdem: Auf keinen Fall auf Sonnenschutz verzichten!
Mittagsruhe stören
Die Mittagsrast zählt zu den hochheiligen Elementen südländischer Lebenskunst, die sich auch die Portugiesen nicht nehmen lassen. Zwischen 13 und 15 Uhr gibt man sich dem Mittagessen und der Siesta hin. Wichtige Belange können warten, das Geschäftsleben liegt brach. Dagegen stört es kaum jemanden, wenn man noch nach 22 Uhr anruft.
Portugiesischen Fahrstil aneignen
Mit dem Lenkrad in der Hand und dem Gaspedal unter der Sohle erwacht selbst im geduldigsten Portugiesen der wildeste Stier. Waghalsige Überholmanöver trotz durchgezogener Linien und kurz vor Kuppen, alles kein problema. Nicht immer gehts gut aus. Die Unfallstatistiken sprechen eine deutlich mahnende Sprache, sich als Urlauber diesen Fahrstil nicht anzueignen!
Ungeduldig sein
Portugals Mühlen mögen etwas langsamer mahlen als die mitteleuropäischen, aber nicht weniger gründlich.Wer Auskunft oder einen sonstigen Service erhalten will, muss sich gedulden. Meist zeigen sich die Einheimischen äußerst hilfsbereit. Verbreitung von Hektik und Unruhe ist ebenso unangebracht wie Drängelei.
nach obenEinkaufen
Keramik, Kacheln und Kork
Die traditionellen Produkte des portugiesischen Kunsthandwerks lohnen einen Einkauf allemal
Beliebte Mitbringsel aus Portugal sind Korbwaren, Flechtereien, Keramikartikel, Silber- und Goldschmuck, Korkarbeiten, Trachtenpuppen aus Nazaré und natürlich Azulejos. Nicht zu verachten sind kleine Aquarelle oder Ölbilder mit typischen Landschaftsansichten. Im Alentejo steht auch Außergewöhnliches zur Auswahl: von Flickenteppichen bis zur Schiefermalerei, vom Messer bis zur Glocke, vom Rinderhorn bis zum lederbezogenen Schemel. Spaß macht auch das Stöbern in Kramläden und Tante-Emma-Geschäftchen, die man dann und wann noch in den Dörfern und Kleinstädten und vereinzelt auch in Lissabons Baixa antrifft.
Einkaufen
Märkte und Markthallen
Fast jedes Städtchen des Landes hat seine Markthalle; hier gibt es Obst, Gemüse, Blumen, Fleisch und Fisch. Auf den Wochenmärkten (in fast jedem größeren Ort) gibt es nahezu alles vom Vieh über Kleidung und Geschirr, Obst und Gemüse bis hin zu Kleinmöbeln und Toilettenschüsseln.
Keramikartikel
Es gibt schwarze (aus den Bergregionen), rote (aus dem Norden), weiße (aus dem Süden) und stark verzierte, bunte Keramik (aus der Landesmitte). Die Riege der dekorativen Stücke reicht vom Hausnummernschild bis zum Untersetzer.
Stickereien
Portugal ist bekannt für seine in Handarbeit gefertigten Tischdecken mit kunstvollen Lochstickereien. Die meisten kommen aus der Region von Viana do Castelo, aus Amarante und Castelo Branco.
Textilien
Hauptsächlich im Norden Portugals sind in den vergangenen Jahren Textilfabriken aus dem Boden geschossen und haben die Kleider- und Schuhfabrikation zu einem wichtigen Zweig der portugiesischen Industrie gemacht. Fabrikverkäufe werden über die Medien und Touristeninfoblätter publiziert. Eine breitere Auswahl an Waren zweiter Wahl findet man auf den Wochenmärkten.
nach obenEssen und Trinken
Hausmannskost in der besten Tradition
Die portugiesische Küche ist deftig, und an den Portionen wird nicht gespart
Als schmackhaft, aber nicht gerade erlesen wurde die portugiesische Küche bereits vor 400 Jahren bezeichnet. Tatsächlich ist sie das krasse Gegenteil zur Nouvelle Cuisine: Sie ist eine Volksküche, deftige Hausmannskost in gewaltigen Mengen. Wie es auf dem Land so üblich ist, sind die meisten Gerichte durch Resteverwertung als Eintöpfe entstanden. Fisch und Schweinefleisch beherrschen den Speisezettel; Olivenöl und Knoblauch bestimmen den Geschmack.
Das Essen hat in Portugal etwas Kultisches, man lässt sich viel Zeit und genießt die Unterhaltung. Ein Menü beginnt mit kleinen Vorspeisen (je nach Kategorie des Restaurants reicht die Auswahl von Sardinen über Schinken und scharf gewürzte Wurst bis hin zu Hummer) oder einer Suppe. Als zweiter Gang folgt oftmals Fisch. Man isst ihn gekocht, frittiert oder gegrillt. Dazu gehören stets eine Portion Kartoffeln und Gemüse oder Salat. Portugals beliebtester Fisch ist der bacalhau, bei uns Stockfisch oder Klippfisch genannt. Nach dem Trocknen muss er erst tagelang gewässert werden, ehe er zubereitet werden kann.
Als Fleischgang gibt es Schwein, Rind, Ziege, Lamm sowie Geflügel. Eine portugiesische Besonderheit ist die Vermischung von Fleisch und Fisch, z. B. Schweinefleisch mit Venusmuscheln.
Als Nachspeise gibt man sich in Portugal nicht einfach nur mit Käse oder Obst zufrieden. Die Leidenschaft der Portugiesen sind Süßspeisen und süßes Gebäck; da gibt es unzählige Leckereien aus Ei und Zucker, Mandeln, Honig, Kokosnüssen, Feigen, Kürbis, Vanille und Zimt, allesamt ungeheuer süß. Rezepte und Namen sind gleichermaßen phantasievoll: Himmelsspeck, Nonnenbrust, Engelsbauch, Brautbett, Liebeskuchen …
Das Interieur der portugiesischen Restaurants ist üblicherweise einfach und schlicht; durch Kachelverzierungen, besonders im Süden des Landes, auch kühl und auf den ersten Blick ungastlich. »Gemütliche« Dekorationen mit Fischernetzen und Kerzenlicht findet man fast nur in Touristenhochburgen. In solchen restaurantes típicos zahlt man dann allerdings auch für das Ambiente. Doch sollte die Qualität eines Restaurants nicht an der Einrichtung, sondern an der Zahl der dort bereits essenden Einheimischen gemessen werden.
Das Mittagessen (almoço) wird meist zwischen 12.30 und 15 Uhr, das Abendessen (jantar) von 19.30 bis 22 Uhr serviert. In einigen Restaurants kann man auch eine halbe Portion (meia dose) bestellen. Viele Restaurants bieten ein komplettes Touristenmenü (ementa turística) inklusive Wein und Kaffee besonders günstig an. Außer den üblichen restaurantes gibt es churrasqueiras, Restaurants mit Grillspezialitäten, marisqueiras, Restaurants mit Fischspezialitäten und Meeresfrüchten, snackbars mit kleinen Gerichten für den eiligen Gast, tascas, einfache Kneipen mit reichhaltigem und wohlschmeckendem Essen, cafés und confeitarias mit Kuchen, Sandwiches und kleinen Erfrischungen. In größeren Städten hat längst das Einerlei der Fastfoodketten Fuß gefasst.
Was den Wein betrifft, rangiert Portugal in der Weltrangliste sehr weit vorne: Das Land gehört zu den größten Weinproduzenten der Welt. Auch der jährliche Weinkonsum pro Kopf ist Spitze. Wein ist in Portugal ein recht preisgünstiger Genuss geblieben. Für ein Gläschen in der Kneipe zahlt man ab 1 Euro aufwärts, für einen guten Jahrgangswein im Restaurant ab 8 Euro für die Flasche.
Trotz der niedrigen Weinpreise ist der Bierkonsum stark gestiegen. Tischgetränk ist Wasser (água mineral) aus zahlreichen Heilquellen. Aber auch Leitungswasser kann bedenkenlos getrunken werden. Vormittags trinkt man gern einen Milchkaffee (café com leite bzw. galão).
Eine bica, auch cimbalino genannt, einen Espresso, trinken die Portugiesen zu jeder Tages- und Nachtzeit - oft im Stehen an einer Theke oder plaudernd in einem Café. Daneben steht häufig ein kleiner Schnaps, etwa ein bagaço, ein Tresterdestillat, ähnlich der italienischen Grappa, eine ginginha, ein Kirschlikör, oder ein medronho, ein oft mit Honig versetzter Likör aus den rötlichen Früchten des Erdbeerbaumes.
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Die meisten portugiesischen Feste und Feiern sind religiösen Ursprungs
Offizielle Feiertage
1. Januar
Neujahr
März/April
Karfreitag
25. April
Jahrestag der Revolution
1. Mai
Tag der Arbeit
Mai/Juni
Fronleichnam
10. Juni
Nationalfeiertag - Dia de Camões
15. August
Mariä Himmelfahrt
5. Oktober
Gründungstag der Republik
1. November
Allerheiligen
1. Dezember
Befreiung von Spanien
8. Dezember
Unbefleckte Empfängnis Mariä
25. Dezember
Weihnachten
Feste und Veranstaltungen
Februar
Samstag vor Fasching: Festa de São Grão in Nazaré, Prozession Kostümierter ins Wäldchen vor der Stadt, anschließend großes Picknick
Festas do Carneval in Loulé am Faschingssamstag
März/April
Festas da Semana Santa, Osterprozessionen durch die geschmückten Straßen Bragas und durch das mittelalterliche Óbidos
Fest der geblümten Fackeln am Ostersonntag in São Brás de Alportel im Hinterland von Faro: Männer laufen mit blumengeschmückten Fackeln durch den Ort. Vor der Kirche belegen sie die Straße mit Blumen.
Am Ostermontag versammeln sich in Constância, wo der Tejo und der Zêzere zusammenfließen, Dutzende geschmückter Schiffe und nehmen an der Prozession zu Ehren von Nossa Senhora da Boa Viagem teil.
Mai
Festa da Nossa Senhora do Castelo in Monsanto Anfang des Monats. In Erinnerung an eine List, mit der man eine lange Belagerung überwunden hatte, werfen Frauen Blumentöpfe und Nachbildungen eines Kalbes von der Stadtmauer in die Tiefe.
Festa das Rosas Mitte Mai in Vila Franca do Lima bei Viana do Castelo, Fest in der Tradition des Minho mit Folkloretänzen, Musikkapellen und Feuerwerk.
Queima das Fitas (Verbrennen der Bänder zum Studienabschluss) in Coimbra: Studententradition mit Umzügen und Vorführungen
Wallfahrt in Fátima am 12. und 13. Mai.
Mai/Juni
Fest der Tabuleiros (des Templerordens) in Tomar an Pfingsten. Geschmückte Brote werden von weiß gekleideten Mädchen durch die Straßen zur Pfarrkirche getragen. Dazu Folklore und Feuerwerk.
Juni
Festas de São João in Porto am 23./24. Juni: großes Volksfest, die Feiernden klopfen sich im Vorbeigehen mit Knoblauchblüten oder einem Plastkhämmerchen auf den Kopf. Großes Feuerwerk.
Festa de São Pedro, Stadtfest in Sintra (Höhepunkt ist die Nacht vom 28. auf den 29. Juni).
Festas do Colete Encarnado in Vila Franca de Xira bei Lissabon. Im Mittelpunkt stehen die Stierkämpfe (Ende Juni, Anfang Juli).
Juli
Großer Preis der Motorsportboote in Figueira da Foz.
August
Festa da Senhora da Vitória in Batalha Mitte August. In der »Spendenprozession« tragen Mädchen die gesegneten Gaben auf dem Kopf zur Kirche. Die Feierlichkeiten werden von Folklorefestspielen umrahmt.
September
In der ersten Septemberhälfte Wallfahrt zur Nossa Senhora dos Remédios in Lamego. Tausende von Pilgern kommen, die Wallfahrten werden zu folkloristischen Festen.
Oktober
Wallfahrt in Fátima am 12. und 13. Oktober.
November
Mitte November steigt das zehntägige Festival Guimarães Jazz mit Konzerten im Auditório da Universidade do Minho.
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Portugalreise
Anreise
Auto
Aus Norddeutschland fährt man am schnellsten über Paris, Bordeaux, San Sebastián, Burgos, Valladolid und Salamanca zur Grenze bei Vilar Formoso, weiter über Guarda und Viseu Richtung Lissabon bzw. Porto. Aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz führt die Anreise über Genf, Nîmes, Narbonne, Barcelona, Valencia, Granada und Sevilla zur Grenze bei Vila Real de Santo António und weiter Richtung Faro. Kunstliebhaber fahren auf dem Jakobsweg: durch Nordspanien bis Santiago de Compostela, weiter über Vigo und Valença do Minho nach Viana do Castelo. Entfernungen: Köln-Lissabon knapp 2500, Berlin-Lagos rund 3000 km.
Bahn
Fahrtdauer auf der Strecke Frankfurt-Lissabon je nach Verbindung 27-40 Stunden, Preis oft teurer als günstige Charterflüge. Aktuelle Fahrpläne im Internet unter www.bahn.de.
Bus
Anstrengende und nicht unbedingt empfehlenswerte Anreise. Beispiele: Aachen-Lissabon 29 Stunden, Hamburg-Porto 36 Stunden. Auskunft: Deutsche Touring, Am Römerhof 17, 60486 Frankfurt, Tel. 069/79 03 50, Fax 790 32 19, www.deutsche-touring.de
Flugzeug
Direkte Flugverbindungen (Linie und Charter) bestehen täglich zwischen den großen deutschen Flughäfen und Lissabon, Porto und Faro. Die Flugzeit beträgt ca. drei Stunden. Dank der Billigflieger sind Flüge nach Portugal für jedermann erschwinglich geworden - da ist sogar ein kurzer Städtetrip zwischendurch drin!
Air Berlin (Tel. in Deutschland 018 05 73 78 00, in Österreich 08 20 40 00 11, in der Schweiz 08 48 73 78 00, www.airberlin.com) fliegt Faro, Lissabon und Porto ab zahlreichen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz an; Verbindungen via Palma de Mallorca gibt es ab 51 Euro pro Strecke inklusive Steuern und Gebühren. In ähnlich günstigen Sphären bewegt sich Germanwings (Tel. 018 05 95 58 55, www.germanwings.de) mit Flügen ab Köln/Bonn nach Lissabon und Faro. Germania (Tel. 018 05 73 71 00, www.gexx.de) bedient Lissabon ab mehreren deutschen Städten ab 99 Euro pro Strecke.
Linienflüge vor allem mit Tap Air Portugal ( www.tap-airportugal.de ). Viele Veranstalter bieten auch günstige Kombiangebote für Flug und Mietwagen; auf den Websites der Fluglinien sollten Sie bei der Flugbuchung ebenfalls auf Angebote achten.
Auskunft vor der Reise
Portugiesisches Touristikbüro
- Deutschland: Tel. 0180 500 49 30 (Hotline, 14 ct. pro Minute), info@visitportugal.com
- Österreich: Opernring 1, 1010 Wien, Tel. 08 10 90 06 50, portugal.tourismus@icep.pt
- Schweiz: Zeltweg 15, 8032 Zürich, Tel. 08 00 10 12 12, tourism.portugal@icep.pt
- Fax nur in Portugal: 00351/218 50 57 89
- Internet: http://www.visitportugal.com (auch in deutscher Sprache)
Auskunft vor Ort
Die portugiesischen Turismo-Büros haben unterschiedliche Öffnungszeiten, viele sind täglich geöffnet, im Sommer meistens von 9.30 bis 19, im Winter bis 17 Uhr, oft mit einer Mittagspause. Gratistelefon: 800 29 62 96, turismo@icep.pt
Auto
Portugal hat die höchste Rate an Verkehrstoten in Europa. Tempolimit: in Ortschaften 50 km/h, auf Landstraßen 90, auf Schnellstraßen 100 und auf Autobahnen 120 km/h. Die Alkoholgrenze liegt bei 0,5 Promille. Tankstellen sind meistens von 7 bis 24 Uhr geöffnet, in Großstädten und an Autobahnen durchgehend. Pannenhilfe: Automóvel Clube de Portugal ACP, Tel. 222 05 67 32, (Norden) bzw. 219 42 91 00 (Süden).
Camping
Die mehr als 150 Campingplätze sind mit einem bis vier Sternen klassifiziert. Sehr gute Suchmöglichkeiten zu einzelnen Plätzen bietet die Website www.portugalinsite.com.
Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Campo dos Mártires da Pátria 38, Lisboa, Tel. 218 81 02 10, www.embaixada-alemanha.pt
Österreichische Botschaft
Avenida Infante Santo 43, Lisboa, Tel. 213 95 82 20
Schweizerische Botschaft
Travessa do Jardim 17, Lisboa, Tel. 213 94 40 90
Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Porto
Avenida de França 20, Tel. 226 05 28 10
Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Faro
Urbanização Infante Dom Henrique, lote 11, Tel. 289 80 31 48
Ein- und Ausreise
Für die Einreise benötigen EU-Bürger und Schweizer einen Personalausweis oder den Reisepass.
FKK
Nacktbaden ist im katholischen Portugal verboten, oben ohne wird an den meisten Stränden geduldet. Offizielle Nacktbadestrände gibt es im Süden Lissabons an der Praia da Belavista und bei Meco.
Fotografieren und Filmen
Fotomaterial ist in Portugal teuer, besser von zu Hause mitbringen. Beachten Sie, dass Fotografieren in manchen Museen und Kirchen verboten ist. Wer zu Bootstouren startet, sollte gut ausgerüstet sein und einen Spritzschutz mitbringen.
Gesundheit
Deutsche Krankenversicherungen mit entsprechendem Anspruchsausweis bzw. der internationalen Krankenversicherungskarte (kostenlos bei Krankenkassen erhältlich) werden in Portugal anerkannt. Eine Reisekrankenversicherung ist jedoch empfehlenswert, um lange Wartezeiten bei Kassenärzten zu vermeiden. Apotheken (farmácia) findet man auch in kleinen Orten (Kennzeichen: grünes Kreuz; Nachtdienst: Kreuz leuchtet). Krankenhäuser mit durchgehendem Notdienst gibt es in größeren Städten, auf dem Land sind die Gesundheitszentren (centro de sáude) von 8 bis 20 Uhr geöffnet.
Inlandsflüge
Neben TAP Air Portugal bedient die Fluggesellschaft PGA Portugália Airlines mit kleinen Maschinen diverse innerportugiesische Strecken. Flugpläne finden Sie im Internet unter www.flypga.com und www.tap-airportugal.de.
Internet
Auch die Portugiesen haben das globale Netz erobert. Vor allem die Tourismusbranche hat dabei eine Vorreiterstellung eingenommen. Die einzelnen Regionen, Städte, Museen und Verkehrsunternehmen verfügen über eine eigene Website, und Reiseagenturen, Hotels und Sportveranstalter bieten im Internet ihre Dienste an.
www.portugalinsite.com
Wissenswertes über Urlaubsgebiete, Reisewege, Verkehrsmittel, Unterkünfte, Gastronomie, Freizeitgestaltung, Aktivurlaub, Kulturerbe, Natur und Reisebüros.
www.pousadas.pt
Sehr gut aufgebaute Seite zu den Pousadas, jener seit 1942 bestehenden Kette an viel gelobten Refugien. Auch auf Deutsch abrufbar, inklusive Beschreibungen, Restaurants und Preisübersicht.
www.maisturismo.pt
Informativer Hotelführer. Die Suche - auch auf Deutsch - ist einfach (Name, Kategorie, Ortschaft, Art der Dienstleistung), und man findet schnell, was man sucht.
www.termasdeportugal.pt
Alles rund um die Thermalbäder im Land, wobei der natürliche Schwerpunkt auf dem Nordteil liegt. Seite auf Portugiesisch oder Englisch wählbar, guter Suchmodus bei der Wahl der richtigen Quelle, hilfreiche Übersichtskarte.
Internetcafés
Cibercafés sind häufig in modernen Einkaufszentren zu finden; die Preise bewegen sich zwischen 2 und 4 Euro pro Stunde.
Guimarães
- CyberCentro, Complexo Multifuncional de Couros, Travessa de Vila Verde, Tel. 253 52 06 50, www.cybercentro-guimaraes.pt
Lissabon
- Cíber Chiado, Largo do Picadeiro 10 (Eingang durch Café No Chiado), Tel. 213 46 67 22
- im Pavilhão do Conhecimento, Parque das Nações, Internetterminal mit 35 Plätzen, für Besucher kostenlos, Tel. 218 91 71 38
- Cyber.bica, Rua Duques de Bragança 7, Tel. 213 22 50 04, www.cyberbica.com
Porto
- Instituto Português da Juventude, Rua Rodrigues Lobo 98, Tel. 226 08 57 00
- Loja Hipernet, Centro Comercial Brasília, Praça Mouzinho de Albuquerque, Tel. 226 08 41 48
- News@café, Rua Gonçalo Sampaio 350, Shopping Cidade do Porto, Tel. 226 06 22 28
- Portoweb, Praça General Humberto Delgado 291, Tel. 222 00 59 22
Mietwagen
Niederlassungen der namhaften Autovermietungen finden Sie an den Flughäfen, in den Großstädten und in touristisch erschlossenen Orten. Wer ein Auto mietet, muss mindestens 21 Jahre alt sein und schon seit mindestens einem Jahr den Führerschein besitzen. Ein Wagen der unteren Mittelklasse kostet zwischen 40 und 80 Euro am Tag zuzüglich Mehrwertsteuer, Vollkaskoversicherung und Kilometergeld, wochenweise Buchungen sind deutlich billiger. Schauen Sie auch auf die Websites der Fluglinien - mitunter gute Angebote!
Einige Reiseveranstalter bieten »fly & drive« an: Flug und Mietwagenarrangements zum besonders günstigen Pauschalpreis. Für jene, die nicht zu Hause schon gebucht haben, lohnt sich auch ein Preisvergleich vor Ort: Die nationalen Autovermietungen liegen preislich häufig deutlich unter den Normaltarifen der internationalen Konkurrenz. So kann man durchaus Wochenmieten um 150 Euro finden, unbegrenzte Kilometer und Versicherung eingeschlossen. Angebote für Autovermietungen finden Sie auch unter www.marcopolo.de.
Notruf
Polizei, Notarzt, Feuerwehr und Unfallhilfe: Tel. 112
Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn
Eine moderne Zugstrecke ist die IC-Verbindung zwischen Porto und Lissabon. Preise für die einfache Fahrt in der zweiten Klasse je nach Zugtyp zwischen 17 und 23 Euro, von Lissabon bis Coimbra um 15 Euro. Manche Zugverbindungen in Portugal sind für den mitteleuropäischen Geschmack zwar wenig bequem, aber durchaus pünktlich. www.cp.pt
Busse, Straßenbahn und U-Bahn
Busfahren ist billig, bequem und recht gut organisiert. Durch ein dichtes Routennetz werden auch entlegene Ortschaften bedient. Pro 100 km zahlt man etwa 8 Euro. www.rede-expressos.pt
Fähren
Es gibt verschiedene Flussfähren, u. a. über den Tejo in Lissabon, über den Lima bei Viana do Castelo, über den Sado von Setúbal nach Tróia und über den Minho ins spanische Galicien.
Taxis
Taxis sind in Portugal relativ preiswert. Von 22 bis 6 Uhr zahlt man einen Nachtzuschlag; auch im Kofferraum verstautes Gepäck wird zusätzlich berechnet.
Öffnungszeiten
Geschäfte haben werktags von 9 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet, samstags häufig nur am Vormittag. Viele Tabak-, Lebensmittelgeschäfte und Einkaufszentren öffnen auch So und bis spätabends.
Post
Die Postämter sind Mo-Fr von 8.30 oder 9 bis 12.30 und von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Briefmarken erhält man außer in Postämtern in allen Geschäften, die mit dem roten Pferd oder mit einem weißen Kreis auf grünem Punkt gekennzeichnet sind (meist Schreibwaren- und Tabakläden). Das Porto für eine Postkarte bzw. einen Standardbrief ins europäische Ausland liegt bei 55 Cent.
Preise und Währung
Ein kleiner Kaffee, eine bica, kostet je nach Ort und Lage ab 70 oder 80 Cent, ein Milchkaffee, galão genannt, etwa 1-1,30 Euro. In der Kneipe schlägt ein Fläschchen Mineralwasser (0,33 l) mit etwa 1,20 Euro zu Buche, in ähnlichen Sphären bewegt sich ein kleines Bier. Für eine Karaffe bzw. Flasche Wein bezahlt man im Lokal günstigstenfalls 4 Euro. Wer einen Abend in einem Fadolokal verbringen möchte, sollte mit mindestens 25 Euro pro Person für Eintritt und Verzehr rechnen. Theater (ab 15 Euro) sowie Kino (5 Euro, preiswerter am Kinotag) sind dagegen wesentlich günstiger. Die Eintrittspreise in sehenswerte Museen bewegen sich um 3-4 Euro, ein Aquarium kann durchaus mit 10 Euro zu Buche schlagen. Mancherorts hält man Familientickets bereit.
Geldautomaten erkennen Sie am Zeichen MB (Multibanco); sie sind flächendeckend verbreitet. Alle gängigen Kreditkarten werden in größeren Hotels, bei den meisten Tankstellen sowie in vielen Restaurants und Geschäften akzeptiert.
Reisezeit und Wetter
Beste Reisezeit sind Frühling (Mitte März bis Anfang Juni) und Herbst (Sept. bis Ende Okt.). Hochsaison ist vom 1. Mai bis 30. Sept. Die Badesaison dauert im Norden des Landes von Mai bis Sept., im Süden fast das ganze Jahr über.
Telefon
Von jedem öffentlichen Telefon aus kann ins In- und Ausland telefoniert werden. Immer mehr verbreitet sind Telefonkarten, die sowohl bei der Post als auch in manchen Kiosken und Tabakläden erhältlich sind.
Das eigene Handy lässt sich in Portugal problemlos benutzen. Vor Ort wählt es sich automatisch den frequenzstärksten Netzbetreiber aus - auf den Preis nimmt es keine Rücksicht. Die Gebühren pro Gesprächsminute ins deutsche Festoder Mobilfunknetz können sich durchaus um 1,30 Euro bewegen, die Sondertarife liegen deutlich darunter. Am besten, Sie loten bereits zu Hause aus, welche Telefongesellschaft die günstigsten Tarife anbietet, und geben das ausgewählte Netz vor Ort in Portugal ein.
Vorwahl nach Portugal: 00351. Innerhalb Portugals gibt es keine Vorwahlen mehr. Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041.
Trinkgeld
Die Bedienung ist in den Rechnungen von Hotels und Restaurants bereits enthalten. Dennoch wird natürlich ein Trinkgeld in Höhe von fünf bis 15 Prozent gerne angenommen. Ebenso erwarten Zimmermädchen, Taxifahrer, Gepäckträger und Schuhputzer ein kleines Trinkgeld.
Unterkunft
Herrenhäuser
Solares, casas nobres und quintas (oft als turismo rural ausgeschildert) sind alte Landsitze; viele werden noch vom Eigentümer bewohnt. Broschüren über Herren- und Landhäuser kann man kostenlos bestellen beim Portugiesischen Touristikamt (Schäfergasse 17, 60313 Frankfurt, Tel. 018 05 00 49 30
Hotels, Pousadas und Pensionen
Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen - überall weiß man längst, was der Euro wert ist. Bei den Hotelunterkünften gibt es verschiedene Kategorien, die preislich zwischen 25 oder 30 Euro (zwei Sterne, Nebensaison) und 300 Euro (fünf Sterne, Hochsaison) rangieren. Pensionen (pensão) sind meist einfache Häuser; Preise: ab ca. 25 Euro. Albergaria und residência sind Garniunterkünfte: von 30 oder 40 Euro (Nebensaison) bis 160 Euro (Hochsaison). Casas de hóspedes sind ganz einfache und dementsprechend sehr preiswerte Gasthäuser. Estalagens sind privat geführte Herbergen unterschiedlichen Standards. Pousadas sind staatlich geführte Hotels der oberen Preisgruppe an landschaftlich schönen Plätzen oder in historischen Gebäuden. Für Familien dürften sich häufig Apartments (apartamentos turísticos) empfehlen, die in Küstengegenden sehr verbreitet sind.
Jugendherbergen
In Gemeinschaftszimmern bezahlt man ab 8 Euro in der Neben- und ab 10 Euro in der Hauptsaison. Für den Aufenthalt ist ein internationaler Mitgliedsausweis erforderlich, Reservierungen und Informationen: Albergues de Juventude, Tel. 707 20 30 30, Fax 217 23 21 02, www.pousadasjuventude.pt
Zeit
Portugal hat Greenwich-Zeit (GMT), auch Westeuropäische Zeit genannt, es ist also ganzjährig eine Stunde früher als in Mitteleuropa.
Zeitungen und Medien
Die meisten Hotelzimmer und Apartments sind mit Fernsehapparaten ausgestattet. Über Satelliten empfangen sie Programme in portugiesischer, englischer, deutscher und französischer Sprache. Deutsche, österreichische und Schweizer Tageszeitungen und Zeitschriften sind in allen Touristenzentren und größeren Städten oft schon am selben Tag erhältlich.
Zoll
Innerhalb der EU darf man Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausführen. Richtwerte hierfür sind u. a. 90 l Wein, 800 Zigaretten, 20 l Portwein, 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten wesentlich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten, 2 l Wein und 1 l Spirituosen.
nach obenSport und Aktivitäten
Surf and Turf - und natürlich Golf
Am, auf oder im Atlantik: Portugals Küste zieht Wassersportler magisch an. Doch das Hinterland ist nicht weniger spannend
Portugal ist ein Paradies für Sportler. Die verschiedenartigen Landschaften und das günstige Klima ermöglichen fast jede Sportart: Da laden zum einen die Ebenen und Flusstäler zum Wandern, die Flüsse zum Kanufahren, die Berge zum Klettern und die steilen Hänge zum Drachenfliegen ein. Andererseits lockt das Meer zum Angeln, Schwimmen und Tauchen, zum Surfen, Wellenreiten und Segeln. Das Nonplusultra sind die 50 Golfplätze, auf denen das ganze Jahr gespielt werden kann.
Sport und Aktivitäten
Angeln
Die zahlreichen Flüsse und Bäche sowie die Fischgründe vor der Algarveküste mit über 200 Fischarten machen Portugal auch für Angler zum attraktiven Ziel. In Sporthäfen wie Marina de Vilamoura (Algarve) starten Ausfahrten zum Hochseeangeln, bei dem man Schwert- und Thunfische ebenso ködert wie kleinere Haie. Auskunft erteilen u. a. Cruzeiros de Vilamoura (Cais S, Tel. 289 31 52 34), Algarve Seafaris (Tel. 289 31 39 80) und Mini Cruzeiros do Algarve (Cais Q, Tel. 289 30 29 84).
Golf
Portugals mehr als 60 Golfplätze sind einfach Spitze. Da sind im Norden etwa jene in Miramar und Espinho südlich von Porto, die zu den ältesten und schönsten des Landes gehören. In Miramar (9 Löcher, Par 34, Tel. 227 62 20 67) kann man fast ständig den Blick über Strand und Meer schweifen lassen. Der Platz in Espinho (Oporto Golf Club, Tel. 227 34 20 08) stellt mit 18 Löchern, Par 71 und engen Fairways hohe Anforderungen. Etwas weiter im nördlichen Inland gelegen sind die Plätze Amarante (18 Löcher, Par 68, Tel. 255 44 60 60) und Montebelo (18 Löcher, Par 72, Tel. 232 85 64 64).
Dann die Golfplätze rund um Lissabon. Der Platz in Estoril (Tel. 214 68 01 76, Fax 214 68 27 96) mit 18 Löchern und Par 69 zählt zu den bekanntesten in Portugal. Spieler, die sich die geforderte Präzision noch nicht zutrauen, können Erfahrungen auf einem 9-Loch-Platz sammeln. Der Platz in Aroeira (Tel. 212 97 91 10, Fax 212 97 12 38, www.aroeira.com) südlich vom Tejo ist beliebt wegen der vier Seen, der Pinienhaine und der Vielfalt von Blumen und Vögeln. Mit 18 Löchern und Par 72 stellt er hohe Anforderungen an die Spieler. Wegen der großen Nachfrage - nicht zuletzt wegen mehrfacher Ausrichtung der Portugal Open - ist das Angebot um einen zweiten 18-Loch-Platz, Aroeira II, erweitert worden (auch Par 72).
Die Algarve ist schon als beste Golfdestination der Welt ausgezeichnet worden. Mit an der Spitze steht der Golfplatz von Penina (18 Löcher, Par 73, www.lemeridien.com). Ergänzt wird die wunderschöne Anlage mit einem Bestand von Tausenden von Bäumen durch zwei 9-Loch-Plätze. Zu den weiteren Anlagen neueren Datums zählen Quinta da Ria, Benamor, Quinta de Cima und Golfe do Morgado.
Informationen über Golf in Portugal: »Golfplätze in Portugal«, kostenlos beim Portugiesischen Touristikamt (Schäfergasse 17, 60313 Frankfurt, Tel. 018 05 00 49 30) und im Internet (z. B. www.algarve-golf.com) bzw. direkt bei den einzelnen Clubs (z. B. www.praia-del-rey.com, www.castromarimgolfe.com oder www.quintadariagolf.com).
Kanusport
Kanusport wird auf vielen Flüssen Portugals betrieben, besonders aber auf dem Rio Vouga, der bei Aveiro in den Atlantik mündet. Kanutripanbieter finden Sie u. a. an der Algarve (Portitours, Edifício Portimar, Alto do Quintão, Portimão, Tel. 282 47 00 63, Fax 282 47 00 70, www.portitours.pt) und in der Serra da Estrela (z. B. Serra Aventura, Rua João Pinto 41, Fundão, Tel. 275 77 21 01, Fax 275 77 21 02, www.serra-aventura.pt). Weitere Informationen im Internet: www.glaciaraventura.com (Rafting); www.sal.pt; www.angelfire.com/biz/afluente; www.cabramontez.com (Rafting)
Paragliding
Die Serra da Estrela bietet die Möglichkeit des sanften Hinuntergleitens in die Täler. Infos über die Escola de Parapente do Inatel in Linhares de Beira (Tel. 271 77 65 90, Fax 271 77 00 06, aventurismo@mail.telepac.pt). Eine weitere Schule ist die Escola de Parapente de Manuel Pombinho (Apartado 191, Serra da Samouqueirinha, Vila Nova de Milfontes, Tel. 269 63 38 01, Fax 269 63 21 55).
Radfahren
Für Mountainbiker ist vor allem die Serra de Sintra zu empfehlen, wo Strecken für Anfänger und Fortgeschrittene ausgeschildert sind. Routenempfehlungen in »Portugal per Rad« aus dem Kettler-Verlag.
Reiten
Ob an der Küste oder im Landesinneren, überall finden Erwachsene und Kinder im Reiterland Portugal die Gelegenheit, sich auf den Rücken eines Pferdes oder Ponys zu schwingen. Wer richtige Reiterferien machen will, kommt um den Alentejo nicht herum. Hier kann man beispielsweise auf dem Lusitanergestüt Centro Equestre A Cavalariça de Chancelaria (Rua da República 27, Chança, Alter do Chão, Tel. 245 63 73 29) das Reiten lernen oder perfektionieren. Reitkurse bietet auch das zwischen Cascais und Malveira da Serra gelegene Centro Hípico da Costa do Estoril (Avenida da Charneca 186, Tel. 214 87 20 64, www.centrohipicocostaestoril.com) an.
Segeln
Über Portugals Festlandsküste verteilen sich mittlerweile 25 Yachthäfen. Hoch geschätzt sind nicht nur die vier wichtigen Häfen an der Algarve (Vilamoura, Lagos, Portimão, Marina do Guadiana), sondern auch jene an der Westküste. Dazu zählen Peniche, Nazaré, Cascais und natürlich Lissabon. Obwohl sich langsam herumspricht, was für ein wunderbares Segelrevier die portugiesische Küste ist, bleibt die Bootsdichte erträglich, sowohl auf dem Wasser als auch in den Häfen.
Skifahren
Eine gute Adresse für Brettlfans ist in der Serra da Estrela der 8 km von Vila de Manteigas entfernte Skiparque da Serra da Estrela (Tel. 275 98 28 70, www.skiparque.pt) mit Skischule. Die Saison geht von Anfang Dezember bis Ende März.
Tauchen
Wer hohe Ansprüche stellt, sei auf die Cota de Prata und die Costa Azul von Peniche bis zum Cabo Espichel verwiesen. Ein empfehlenswerter Anbieter in der Algarve ist Divers Cove Portugal (Quinta do Paraíso, Praia do Carvoeiro, Lagoa, Tel. 282 35 65 94, Fax 282 35 65 89, www.diverscove.de).
Wandern
Wandern kann man überall in Portugal. In der Serra da Estrela sind sogar Klettermöglichkeiten gegeben. Organisierte Touren hat u. a. Serra Aventura (Rua João Pinto 41, Fundão, Tel. 275 77 21 01, Fax 275 77 21 02, www.serra-aventura.pt) im Programm. Zu allen Jahreszeiten bietet der Nationalpark Peneda-Gerês Außergewöhnliches, seien es wild lebende Tierarten, seltene Pflanzen, eigenartige Felsgebilde oder kleine Wasserfälle.
Windsurfen & Wellenreiten
Windsurfer und Wellenreiter finden an der rund 850 km langen Atlantikküste immer wieder ideale Bedingungen. Bei Surfern besonders beliebt ist der Strand von Guincho nördlich von Lissabon, wo alljährlich die Weltmeisterschaften im Brandungssurfen stattfinden. Allgemeine Informationen im Internet über www.infopraias.com.
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Von Azulejos bis vinho verde
Die Kachelkunst Portugals, der »grüne« Wein und der Portwein begegnen wohl jedem Urlauber bei einem Aufenthalt im Land
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Azulejos
Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie kleiner, polierter Stein; gemeint sind die meist blau-weißen Fliesen, die man in ganz Portugal antrifft. Die Spanne reicht von Haus- und Kirchenfassaden bis zum Bahnhof - Portos Estação São Bento ist mit besonders eindrucksvollen Kachelbildern belegt. Die Azulejos beleben Flächen, reflektieren Licht, dämpfen Lärm und schützen vor Hitze. Bereits im ersten Jahrhundert ihres Eroberungszuges hatten die Araber die bemalte, glasierte Fliese ins Land gebracht. Bis heute ist die Kunst der Azulejos in Portugal lebendig und beliebt geblieben; sogar Neubaufassaden erstrahlen im Glanz von Fliesenmalereien.
Camões, Luís Vaz de
Kaum ein Künstler ist so im Bewusstsein seines Volkes verankert wie Camões (1524-1580), der Dichter von »Os Lusíadas«. In diesem Nationalepos preist er wortgewaltig die Entdeckungsreisen unter Vasco da Gama als portugiesische Großtat. Ausdruck für die hohe Verehrung ist der »Dia de Camões«, der am 10. Juni, seinem Todestag, alljährlich feierlich begangen wird.
Fado
»Fado« bedeutet Schicksal; das Wort steht für einen Volksliedtypus, der im 19. Jh. aufkam und seinen Ursprung mutmaßlich in den niederen sozialen Schichten Lissabons hatte. Später verbot Diktator António de Oliveira Salazar den, wie er meinte, »negroiden, kulturlosen Dirnengesang«. Worauf sich die Lieder vorbildhaft stützen, ist ungewiss. Die einen leiten sie aus dem mittelalterlichen Minnelied oder aus der maurischen Musik ab, andere führen sie auf raue Seemannslieder oder fernöstliche Schicksalsgesänge zurück.
Als Hochburg des Fado hat sich Lissabon etabliert. Bei Kerzenlicht tragen dort meist fadistas (Sängerinnen) in schwarzen Kleidern ihre wehmütigen Gesänge vor. Traditionsgemäß von mindestens zwei Gitarren begleitet, appellieren sie an die Gefühle, wenn sie von unerfüllter Sehnsucht, von verlorener Liebe und von tiefer Verzweiflung singen. Anders in Coimbra, da sind es meist junge Männer, die den Fado vortragen. Auch hier geht es um Liebe und Tod, aber das Unglück wird nicht einem Fatum, einem blinden Schicksal, zugeschrieben, sondern es wird aus den gesellschaftspolitischen und sozialen Verhältnissen abgeleitet. Grande Dame des Fado war Amália Rodrigues (1920-1999); Hörproben und Ambiente vermittelt Lissabons Fadomuseum. Besser und stimmungsvoller noch ist es, Sie lernen den Gesang in einem der typischen Fadolokale kennen.
Korkeichen
Seit mehr als 200 Jahren exportieren die Portugiesen Flaschenkorken. Das Material liefern Korkeichen, die im Süden des Landes, im Alentejo, millionenfach wachsen. Die Bäume müssen fast 20 Jahre alt sein, bevor die Rinde zum ersten Mal abgeschält wird. Mit geübten Schlägen hacken die Männer zwei waagrechte Kerben rund um den Stamm und verbinden sie mit einer senkrechten. Langsam lockern sie mit dem Axtstiel die Rinde, bis diese nachgibt und abspringt. Damit sie die Wölbung verlieren, schichtet man die Stücke auf und beschwert sie mit Steinen. Rund 150 kg Rinde hat ein nackter, jetzt blutig roter Stamm hergegeben, und es werden neun oder zehn Jahre vergehen, bis die Korkeiche von neuem geschält werden kann.
In der Fabrik wird die Rinde gekocht, gepresst, getrocknet und in Scheiben geschnitten. Hohlbohrer schneiden Stöpsel aus den Korkstreifen, die dann noch geglättet, rund geschliffen und desinfiziert werden.
Manuelinischer Stil
Wenn Kunstliebhaber nach Tomar kommen, Batalha oder das Hieronymus-Kloster in Lissabon besuchen, entdecken sie das Besondere an Portalen und Fenstern, an Säulen und Treppenaufgängen: den manuelinischen Stil. Entwickelt hat sich diese eigenständige portugiesische Kunstform in der Regierungszeit König Manuels I. (1495-1521), dem Goldenen Zeitalter, als Portugal zu einer Weltmacht aufstieg. Mit gesamteuropäischen Maßstäben gemessen, ist die Manuelinik also ein Übergangsstil von der Spätgotik zur Renaissance.
Hauptkennzeichen dieser Architektur ist die Freude an der Dekoration. Grundstrukturen und Bauelemente der Spätgotik und der Frührenaissance werden mit neuen, ungewöhnlichen Ornamenten verziert. Die Quellen dieser neuen Formenwelt sprudeln reichlich: Maurische, südamerikanische, afrikanische und asiatische Eindrücke wurden von den Entdeckerreisen mitgebracht. Tropische Pflanzen, fremde Tiere, Meeresgetier (Muscheln, Korallen, Fische), Gegenstände aus der Seefahrt (nautische Instrumente, Masten, Anker, Netze, Taue, Ketten) gerinnen zu steinernen Schmuckstücken und zieren verschwenderisch Wände und Mauern, Türen und Fenster, Treppen und Säulen.
Moderne Architektur
Seit den frühen Achtzigerjahren des 20. Jhs. sind in der Architektur Portugals neue Trends und Bauformen entstanden. Den Anfang machte Tomás Taveira mit dem Einkaufszentrum und Wohnkomplex Amoreiras in Lissabon. Einen Höhepunkt fand die Entwicklung im Museum Serralves für moderne Kunst in Porto, einem Werk von Alvaro Siza Vieira. Beachtung verdienen auch die Arbeiten von Eduardo Souto de Moura, unter anderem die Pousada de Santa Maria do Bouro in Amares, wo er ein altes Kloster vollständig entkernte und ihm mit Materialien wie Beton, Glas und Stahl neuen Glanz verlieh. Dieser Wille zur Moderne hat auch die Restaurierung des historischen Stadtkerns von Guimarães bestimmt. Und was die Zusammenarbeit mehrerer namhafter Künstler und Architekten zu leisten vermag, kann auf dem Expogelände in Lissabon und am U-Bahnhof Oriente bewundert werden.
Portwein
Der Portwein ist ein Aperitif oder Dessertwein mit 18 bis 20 Prozent Alkohol. Sein Anbaugebiet liegt an den Hängen des Flusses Douro, es beginnt etwa 100 km östlich von Porto. Bis zu 12 m tief bohren die Rebstöcke ihre Wurzeln in den schieferhaltigen Boden.
Auf den Geschmack des Portweines kamen als Erste die Engländer vor rund 300 Jahren. Daher rühren die englischen Bezeichnungen auf den Etiketten. Die Trauben des »Vintage Port« stammen aus einem einzigen Jahrgang und kommen nur von den besten Weingütern. »Crusted Port« aus alten Weinen der Nicht-Vintage-Jahrgänge wird nach Lagerung im Fass in Flaschen gefüllt, in denen sich Ablagerungen (crust) bilden. »Ruby Port« ist ein junger Weinverschnitt mit rubinrötlicher Färbung. »Tawny Port« ist ein Verschnitt leichter Weine nach langer Fasslagerung, trocken und von heller Farbe. Weißer Port wird aus weißen Trauben nach zweijähriger Fasslagerung gewonnen. Kellereien in Vila Nova de Gaia gleich gegenüber von Porto bieten Führungen an und verkaufen ihren Portwein auch direkt.
Pousadas
Wohnen wie Gott in Portugal - das können Sie in den pousadas, staatlich geführten Hotels, die ähnlich wie die spanischen paradores an landschaftlich besonders schönen Plätzen oder in altehrwürdigen Burgen, Schlössern, Klöstern oder Herrenhäusern eingerichtet worden sind und so auf außergewöhnliche Art Geschichte und Gegenwart kombinieren. Einige besonders schöne sind im Ortsteil dieses Führers erwähnt. www.pousadas.pt
Sprache
Portugiesisch ist eine eigenständige romanische Sprache, die aus dem lusitanischen Vulgärlatein hervorgegangen ist. Sie wird nicht nur in Portugal, sondern auch auf den portugiesischen Atlantikinseln (Azoren und Madeira), in Macau (Südchina), in Teilen der ehemaligen portugiesischen Kolonien (Afrika, Indien, Indonesien), vor allem aber in Brasilien gesprochen. Wie viele aktive Portugiesischsprecher es heute genau gibt, weiß kein Mensch; Schätzungen gehen von etwa 140 bis 200 Mio. aus. Eine sehr nützliche Hilfe für unterwegs ist der MARCO POLO Sprachführer »Portugiesisch«.
Stierkampf
Der Stierkampf in Portugal, bei dem die Stiere nicht getötet werden, ist ein farbenprächtiges Spektakel. Cavalheiros in Hoftracht auf edlen Pferden ziehen in die Arena, begleitet von toureiros, ihren Helfern. In der Tracht der Viehhirten des Ribatejo - weiße Strümpfe und Hemden, Kniehosen, rote Jacken - folgen die forcados. Der Kampf beginnt, indem zwei toureiros mit ihren roten capas das Tier reizen und hinter eine Holzwand flüchten, wenn der Stier sie bedroht. Anschließend folgt der Kampf zwischen Reiter und Stier. Der nächste Teil des Kampfes findet »zu Fuß« statt: Acht forcados stellen sich hintereinander auf und gehen langsam auf den Stier zu. Ihr Anführer trägt eine grüne Zipfelmütze und feuert den Stier durch Rufe an. Wenn der Stier auf die Männer zustürzt, springt der erste kurz vor dem Zusammenprall hoch und lässt sich zwischen die Hörner fallen. Seine Mitkämpfer werfen sich auf den Stier, packen ihn mit bloßen Händen an Kopf, Hals und Körper und halten ihn fest, bis das Tier still steht. Die pega ist beendet, wenn alle auf ein Kommando loslassen, davonlaufen und nur ein toureiro den Stier am Schwanz hält und sich von dem schnaubenden Koloss im Kreise ziehen lässt. Kühe und Ochsen führen den müden Stier danach aus der Arena. Während einer tourada werden acht Stiere in die Arena geführt, jeder Kampf dauert 20 Minuten.
Die Saison geht von Ostern bis Oktober. Die Eintrittskarten sind in drei Klassen eingeteilt: sol (Sonne), sol e sombra (Sonne und Schatten) und sombra (Schatten). Es empfiehlt sich, einen Schattenplatz zu nehmen, weil die Sonne sehr heiß sein kann und, wenn sie schräg steht, das Zuschauen, Fotografieren und Filmen erschwert.
Vinho verde
Grüner Wein? Roter grüner Wein? Das Wörterbuch scheint verrückt zu spielen. Wer in Portugal Wein bestellt, muss sich erst einmal entscheiden, ob er einen frischen, spritzigen (verde) oder lieber einen reifen, vollen (maduro) Wein trinken möchte. Verde heißt übersetzt tatsächlich »grün«, steht aber für die Frische und Jugend des Weines. Während die maduro-Weine dem Charakter der italienischen, französischen und spanischen Weine entsprechen, ist der verde-Wein leicht prickelnd, säurehaltig und alkoholarm. Er wird hauptsächlich im Norden, besonders im Minhotal, angebaut. An heißen Tagen ist der weiße verde, kühl getrunken, eine köstliche Erfrischung.
nach obenEssen und Trinken
Essen und Trinken
Die Speisen der portugiesischen Küche sind meist kräftig und würzig, durch die Verwendung von Olivenöl und verschiedenen Würzkräutern. Es ist eine bäuerliche, sehr einfache aber auch unverfälschte Küche. Besonders zu empfehlen sind unkomplizierte, frisch zubereitete Fisch- oder Fleischgerichte. Das Frühstück fällt normalerweise recht einfach aus, dafür wird mittags und abends ausgiebig getafelt. Mittags isst man ab etwa 12, selten aber nach 13 Uhr, das Abendessen wird meist ab etwa 20, eher selten nach 21 Uhr eingenommen. Nebst regionalen Spezialitäten ist im ganzen Land erhältlich der "cozido a portuguesa", ein Gemüseeintopf mit verschiedenen Fleischarten.
Dem portugiesischen Essen wird ein guter Rotwein aus dem Norden des Landes natürlich mehr als gerecht. Die Weine vom Douro-Tal oder aus dem Dăo werden in die ganze Welt exportiert und finden immer mehr Liebhaber.
nach obenAutofahren
Autofahren
Die Anreise per Auto ab Mitteleuropa erfolgt am schnellsten über Frankreich und Nordspanien. Es gibt verschiedene Routen: Der allergrösste Teil der Strecke kann auf Autobahnen zurückgelegt werden. In Portugal selber sind die Hauptverkehrsachsen zwischen den grösseren Städten recht gut ausgebaut. Wie in anderen Grossstädten sind auch im Raum Lissabon bzw. Porto die Strassen stark befahren und das Vorwärtskommen schwierig. Wer abseits von Hauptverkehrsrouten unterwegs ist, sollte gute Strassenkarten dabei haben, da die Beschilderung manchmal nicht ausreichend ist. Die Autobahnen sind teilweise gebührenpflichtig. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, ausserhalb 90 km/h, auf Schnellstrassen 100 km/h und auf Autobahnen 120 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5‰. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie im restlichen Europa.